So richtig weg vom Fenster waren ERASURE irgendwie nie, auch wenn seit dem letzten Album “Light at the End of the World” bereits gute 4 Jahre ins Land gezogen sind. Die bisher längste Pause im Veröffentlichungsrhythmus des synthie-poppigen Duos Vince Clark und Andy Bell. Am 30.9. erscheint mit “Tomorrow’s World” der nächste Longplayer, vorher aber schicken die Herren mit “When I Start To (Break It All Down)” eine neue Single ins Rennen.
Bereits im August letzten Jahres berichteten wir Euch davon, dass Erasure ihrem Plattenboss bei Mute neues Material vorgelegt haben. Gar nicht so doof, auf der aktuellen Synthie-Pop-Revival-Welle mitzureiten, so lange die Begeisterung anhält. Auch wenn Erasure nach diversen großen Acts und vielversprechenden Newcomer ganz schön spät dran sind. Gut Ding will eben Weile haben, oder wie war das?
Hmm.. sollte das Sprichwort zutreffen, dann sei die Frage gestattet, warum sich Erasure für das erste Lebenszeichen nach 4 Jahren nicht noch etwas mehr Zeit gelassen haben. “When I Start To (Break It All Down)”, abermals ein Beziehungsabgesang, plätschert ziemlich uninspiriert, dafür aber reichlich überproduziert vor sich hin. Beim Hören dieser Single schwillt mir folgende Frage im Gebeiß: war es wirklich eine so gute Idee, sich als Produzenten Vincent “Frankmusik” Frank ins Boot zu hohlen? Ein Mann, in dessen Vita immerhin auch Namen wie Lady Gaga auftauchen. Zumal: es ist ja nicht so, dass es Erasure nicht auch so könnten. Klar, im Radio wird sich das Gedudel hier ganz prima machen. Fällt nicht weiter auf, stört nicht weiter und reiht sich wunderbar ein in den Einheitsbrei moderner Popmusik. Was das aber mit Erasure zu tun hat, ist fraglich. Bisher war mir nicht bewusst, dass Erasure gleichzusetzen ist mit am Reissbrett entworfenem Plastik-Pop.
Neben diversen Remixen des Titelsongs, die dem selbigen allenfalls mehr Wumms verpassen, ansonsten aber ziemlich strikt dem Pfad der Vorlage folgen, findet sich noch “Tomorrow’s World” auf dem Silberling. Hierbei handelt es sich um eine Coverversion der Titelmelodie der gleichnamigen Fernsehserie, die Erasure zum neuen Album inspiriert hat. Dieser Song kann schon deutlich mehr, dumm nur, dass er eben nicht ursprünglich auf dem Mist von Erasure gewachsen ist. Nach dieser Single ist zwar die Spannung im Bezug auf das kommende Album nicht gesunken, die Erwartungshaltung hat aber doch Schaden genommen…
Ich weiß gar nicht, was mich an dem neuen Erasure Stück mehr enttäuscht: die völlig belanglose Melodie, der überdrehte Gesang, die insgesamt ziemlich lieblos wirkende Darbietung oder der Umstand, dass ich von Erasure mehr erwarte, als ich es hier geboten bekommen habe. Immerhin reden wir hier von einer Band, die ewige Knaller wie “Oh L’amour”, “Always”, “The Circus”, “Victim Of Love” oder “Sometimes” geliefert hat. Warten wir es ab, was uns auf “Tomorrow’s World” erwartet. Hoffentlich nicht auch so ein überproduzierter, glattgebügelter 0815-Radio-Plastik-Pop wie das hier.
Wertung
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Trackliste
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Anspieltipps
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