Agonoize - Ultraviolent SixDie Ultraviolent Six EP der Berliner Electroformation AGONOIZE ist in jeder Hinsicht ein Unikat. Nicht nur durch das aussergewöhnliche Erscheinungsdatum (Release war am 06.06.06) und der Limitierung auf gerade mal 1000 Stück, sondern auch durch den Inhalt, der im Genre der sehr tanzbaren Electro-Mucke seinesgleichen sucht.

Nun liegt es ja in der Natur der Sache, dass eine EP für gewöhnlich nicht übermäßig voll gepackt ist. So kommt denn auch die Ultraviolent Six – der Name deutet es bereits an – auf sechs hammerharte Electrokracher. Den namenlosen siebten Bonustrack wollen wir dabei natürlich nicht unerwähnt lassen, für die genauere Betrachtung der EP aber aussen vor lassen. Stattdessen richtigen wir unser Augenmerk lieber auf die namengebenden 6 Tracks:

Slave To The Needle: Könnte man als Erbe von Agonoize’ “Sacrifice” ansehen. Die für Agonoize typischen, bösen Lyrics treffen auf die wie üblich arg verzerrten Vocals, das ganze verpackt in ein vergleichsweise ruhiges Electro-Gewand. Netter Auftakt der EP, aber bei weitem kein Vorbote auf das, was da noch kommt.

Koprolalie: Der vermutlich ultimativste Club-Track überhaupt. In deutscher Sprache verfasster, sehr derber Text, angehobenes Tempo, treibende Beats und fesselnde Hookline. Dieser Track ist einfach nur der absolute Oberkracher und gehört auf jeder Party, bei der schwarze Electro-Mucke zum Programm gehört, ganz klar auf die Playlist. Überlaufene Tanzflächen sind hier garantiert. Besser kann man Hellectro wohl nicht mehr machen.

Pavillion 5: Jetzt wird’s wieder Englisch bei gehobenem Tempo und interessanter Hookline. Gut tanzbar, treibt garantiert jedem Tanzwütigen auch bei dieser Nummer den Schweiß auf die Stirn.

Bängbäng Goodbye: Clubkracher, Klappe die zweite. Auch hier findet sich – bei ordentlich angezogenem Tempo – all das wieder, was der Freund zeitgenössischem Hellectros an Agonoize zu schätzen weiss. Wer bei diesem Stück am Rand der Tanzfläche stehen bleibt, zappelt vermutlich nicht mal mit einer 12 Volt Batterie im Hintern.

Glaubenskrieger: Jepp, Ihr habt es vermutlich schon erraten – hier haben wir es mit dem nächsten Clubhit zu tun. Das sehr religionskritische Stück kommt wieder in deutscher Sprache daher. Die Hookline dieses Stücks frisst sich ebenso gnadenlos ins Ohr wie die des vorangegangenen Koprolalie. Für die DJs unter Euch: Auch hier sollten die Tanzflächen eigentlich gut gefüllt sein.

Ordinary Life: Klar, typischer Agonoize Stil. Interessant dabei sind die Strophen, die – im Gegensatz zu den Refrains – mit deutlich weniger verzerrten Vocals auskommen. Vielleicht nicht unbedingt ein Clubhit, als “offizieller” Abschluss der EP aber dennoch ebenfalls die Wucht in Tüten.

JermaineBelgardioWas die “Bad Boys from Berlin” mit der Ultraviolent Six EP abgeliefert haben, ist einfach nur beeindruckend. Ausnahmslos jedes Stück dieser EP erobert mal eben ganz locker einen der oberen Spitzenplätze des Hellectro Genres. So ausgereift wie auf dieser EP hat man Agonoize bis dato noch nicht erlebt. Die Erwartungshaltung, die die Band damit nun geschaffen hat, ist enorm. Man darf gespannt sein, ob den Berlinern noch mal so Glanzstücke wie Koprolalie oder Glaubenskrieger gelingen.

Nun haben wir bei MG ja gesagt, dass die Ultraviolent Six eigentlich eine CD ist, die in jede Sammlung gehört. OK, das dürfte sich das allerdings als schwierig bzw. teuer erweisen, denn durch die strenge Limitierung dieser Scheibe bleibt momentan nur der Umweg über eBay, wo auch teilweise sehr satte Preise für die EP verlangt werden. Wer auf einen gepressten Silberling verzichten kann, kommt allerdings auch über Apples iTunes in den Genuß der Tracks – und das zu weniger als einem Zehntel der momentanen eBay Preise. Aber egal ob nun via eBay oder iTunes – die Ultraviolent Six ist Pflichtprogramm für jeden, der es bei elektronischer Musik gerne mal etwas deftiger mag.


Wertung

Inhalt Gesang Klang Fan-Faktor Artwork Gesamt

Trackliste

  1. Slave To The Needle
  2. Koprolalie
  3. Pavillon 5
  4. BängBäng Goodbye
  5. Glaubenskrieger
  6. Ordinary Life
  7. (Strange Obsession)

Anspieltipps

  1. Slave To The Needle
  2. Koprolalie
  3. BängBäng Goodbye
  4. Glaubenskrieger

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