Verschiedentlich haben wir Euch an dieser Stelle schon von den CHAOS ALL STARS erzählt. Kurz zur Auffrischung: die Chaos All Stars sind ein Art Künstlerkollektiv, wo nach eigener Aussage Musik auf Vereinigung, Kunst und Ästhetik trifft. Einzig beständige Konstante in diesem bunten Haufen sind die Gründer OlkK und Nik, ansonsten geben sich Gastkünstler dort die Klinge in die Hand. Wie schon Kari Berg (ehemals Ashbury Heights) oder aktuell Kya Wolfwritten. Zusammen mit einer anderen schwedischen Band, Ninedee, haben die Chaos All Stars die “CAS9D” EP veröffentlicht. Und die gucken wir uns jetzt mal an.

Inzwischen bin ich fest davon überzeugt, dass eine Art Naturgesetz dahinter stecken muss: was auch immer an Musik aus Schweden zu uns herüberschwappt – es ist gut. “CAS9D” macht da konsequenterweise keine Ausnahme. Die EP, die zum einen als 12″ Vinyl erscheint und zum anderen beispielsweise bei iTunes als Download erhältlich ist, entstand, wie eingangs erwähnt, in Zusammenarbeit mit Ninedee. Ninedee, eine Electro-Metal-Crossover Band, veröffentlichten Ende letzten Jahres das Mini-Album “Egoism”, aufgrund dessen sie von Kritikern mit Bands wie Front Line Assembly oder KMFDM verglichen wurden.

Für diese Kollaboration holten sich die Chaos All Stars zusätzlich Kya Wolfwritten ins Haus. Diese Dame war vorher Sängerin der schwedischen Industrialtruppe Morlocks. Nun aber genug der Vorrede, kommen wir zur Musik.

The Contract (feat. Kya Wolfwritten): Die Chaos All Stars halten sich hier nicht lange mit irgendwelchem Vorgeplänkel auf. Hier geht es sofort voll auf die 100. Treibend, tanzbar, mit einem pulsmanipulierendem Rhythmus. Dazu quietschige Synthies. Abwechselnd männlicher und weiblicher Gesang, wobei die Vocals von Frau Wolfwritten im Refrain verzerrt sind und somit an Unter Null erinnern. Dieser schweisstreibende, extrem gefällige Song gehört in die Clubs, meine Damen und Herren! Wer sich hierbei nicht ermutigt fühlt, das Tanzbein zu schwingen ist vermutlich notorischer Barhocker und als solcher durch gar nichts mehr zu bewegen.

Volcano (Remixed by Ninedee): Ninedee haben sich für ihren Remix den bislang unveröffentlichten Song “Volcano” herausgepickt. Und wie aufgrund der obigen Bandbeschreibung zu erwarten war, gibt es hier fette, magenmassierende Bässe, während gleichzeitig deftige Gitarrenbreitseiten auf den Hörer abgefeuert werden. Dazu gesellen sich stimmungsvolle Synthiepassagen und eine ziemlich fiese, weil eingänge Hookline. Geht gut ins Ohr. Beziehungsweise: geht generell gut ab, die Nummer.

Influx (Autumn Light Festival Version): Ihre Seite dieser EP beenden die Chaos All Stars mit einem rein instrumentalen Song, den die Herrschaften bereits 2006 das erste Mal bei der Eröffnungszeremonie des “Autumn Light Festivals” in Umeå (Schweden) spielten. Seitdem wurden sie immer wieder danach gefragt und bidde, hier ist er nun. Im Vergleich zu den vorhergehenden Songs ist dieses Stück im Tempo sehr gedrosselt, stimmungstechnisch sehr, sehr viel düsterer und wirkt insgesamt eher wie Filmmusik. Hübsche Nummer, kann man mal hören. Für dauerhaften Eindruck allerdings doch eine Spur zu unspektakulär.

Lies: Ninedees Eröffnungsstück auf ihrer Seite der EP. Die Feststellung, die wir bezüglich “Volcano” gemacht haben, lässt sich auch hervorragend auf dieses Stück übertragen. Wer sich diese Nummer reingezogen hat kann gut nachvollziehen, warum Ninedee in die KMFDM-Ecke gestellt werden. Ziemlich fett. Extra für diesen Song möchte man eine dicke Anlage ins Auto bauen und anschließend mit heruntergekurbeltem Fenster und bei voller Lautstärke durch die Innenstadt cruisen. Mächtig. Gewaltig.

Consumed (Remixed by Chaos All Stars): Und die Retourkutsche in Sachen gegenseitiger Remixe. Eine weitere Electro-Rock-Nummer, leider allerdings schon fast eine Spur zu verspielt. Zudem ist der Refrain irgendwie anstrengend. Leider der einzige Song auf dieser EP, bei dem der Funke irgendwie nicht überspringen will. Zu hoch ist hier das Nerv-Potential.

Mental: Und auch Ninedee beenden ihre Seite der EP mit einem Instrumentaltrack. Bei diesem Klavierstück, das nur mit wenig hintergründiger, sphärischer Elektronik garniert wurde, geht es ebenfalls reichlich düster zur Sache. Als Ausklang geht das schon in Ordnung, allerdings sind Zweifel, ob dieser eine besonders hohe Abspielquote erreichen wird, durchaus berechtigt.

Die EP kann direkt auf der Ninedee Webseite bestellt werden. Einfacher dürfte wohl aber sein, sich die Songs bei iTunes zu ziehen. Und mal ganz unter uns, liebe Electro-Freunde – die knapp 6 € sollte es Euch wert sein.

“CAS9D” zeigt eines sehr deutlich: das Konzept hinter Chaos All Stars wird dafür sorgen, dass wir noch eine Menge spannender Musik aus Schweden serviert bekommen. Getreu des Mottos “Frisches Blut tut immer gut” werden die wechselnden Gastmusiker sicherlich für viel frischen Wind und neuen Input bei dem Kernteam sorgen. Wenn dabei so coole Songs wie “The Contract” oder “Volcano” herauskommen, kann einem schon mal die Frage durch den Kopf geistern, ob es sich hierbei nicht um das Bandkonzept der Zukunft handelt.


Wertung

Klang Fan-Faktor Artwork Gesamt

Trackliste

  1. The Contract (feat. Kya Wolfwritten)
  2. Volcano (Remixed by Ninedee)
  3. Influx (Autumn Lights Festival Version)
  4. Lies
  5. Consumed (Remixed by Chaos All Stars)
  6. Mental

Anspieltipps

  1. The Contract
  2. Volcano
  3. Lies

Chaos All Stars – The Contract (featuring Kya Wolfwritten)


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