Agonoize - SiebenEs begab sich aber im Jahre des Herrn 2006, da veröffentlichte eine AGONOIZE genannte Band im Rahmen eines Festivals eine streng limitierte CD. Die drei Heiligen von Agonoize tauften das Kind auf den wohlklingenden Namen “Ultraviolent Six”. Und die Electro-Menschen sahen, dass es gut war. Spätestens seit ein Lied dieser EP in Tanzstätten hoch und runter gebetet wird, sind Agonoize in aller Munde. Nun präsentiert die Church Of Agonoize mit “Sieben” den ersehnten neuen Longplayer.

Was die Hohepriester der Church of Agonoize ihren Jüngern (und solchen, die es gefälligst werden wollen) hier servieren, ist der typische Agonoize Brachial-Electro. Aggressiv, hart und direkt. Oder anders: Die Segnung erfolgt mittels eines musikalischen Kantholzes direkt in die Fresse. Bei Agonoize wird nicht mit wohlfeilen, schwülstigen Worten oder poetisch wertvollen Lyrikergüssen um den heissen Brei gesungen. Zum gereiften, trotzdem wiedererkennbaren Agonoize Sound wird in sehr deutlicher Manier mit allem möglichen abgerechnet. Stichwort “Femme Fatale”, die Quasi-Fortsetzung zu “Koprolalie”, das mit explicit lyrics mit Frauen vom Typ “Schlampe” abrechnet. Oh und auch die reichlich kritische Einstellung der Religion als solches gegenüber, die sich schon einige Male in diversen Liedern zeigte, wird in “Gottlos” wieder mehr als deutlich. Auch das Thema Selbstmord wird von Agonoize im Stück “Suizid” thematisiert.

Übrigens: “Koprolalie”, der effektivste Tanzflächenfüller seit Erfindung des Straftanzes, hat es ebenfalls auf den Silberling geschafft. Nachdem das allseits beliebte Stück offiziell ja nur auf der auf gerade mal 1000 Stück limitierten Ultraviolence Six (und diversen Online Musikshops) zu finden war, hat der geneigte Gläubige nun die Möglichkeit, das Lied ganz ohne schlechtes Gewissen in der Sammlung zu haben.

“Sieben” von Agonoize zu hören, ist ein wenig wie nach langer Zeit in die Heimat zurückzukehren. Alles ist noch da, wo man es zurückgelassen hat und doch ist es irgendwie nicht mehr das gleiche. Vieles ist geblieben, vieles hat sich verändert. So ist es auch bei Agonoize. Es klingt wie immer. Noch immer haben wir hier verzerrte Vocals zu treibenden, hämmernden Beats. Und trotzdem hat die Band mittlerweile eine Reife erlangt, die sie ganz oben in der Electro-Liga mitspielen lässt. Mit “Sieben” präsentieren Agonoize ein Manifest, dass als neue amtliche Bibel der Church Of Agonoize unter das Kopfkissen (und ins CD Regal) jedes gläubigen Electro-Jüngers gehört und von diejenigen, die auf Absolution für musikalische Sünden hoffen, mehrmals wöchentlich angebetet werden sollte. Amen!


Wertung

Inhalt Gesang Klang Fan-Faktor Artwork Gesamt

Trackliste

  1. C.O.A.
  2. I Against Me
  3. New World Disorder
  4. Femme Fatale
  5. Last Days On Earth
  6. Gottlos
  7. Deleted
  8. Breakfast With Bundy
  9. Unchained
  10. Suizid
  11. Knick Knack / Slashed Open
  12. Koprolalie

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  1. Viva La Muerte
  2. A Crippled Mind
  3. Intoxication
  4. Opus Dei
  5. Zero, Zero, Eight, One
  6. Drowning In Isolation
  7. Paranoid 2007

Anspieltipps

  1. Gottlos
  2. Breakfast With Bundy
  3. Opus Dei

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