Als ehemaliger Berliner werde ich schon aus Prinzip immer neugierig, wenn eine Veröffentlichung ins Haus flattert, die den Namen meiner Geburtsstadt im Titel trägt. So wie aktuell erst wieder geschehen bei DANIEL COLLETTI’S ELECTRIC BAT CAVE und der Single “Berlin”. Um das schon mal vorweg zu nehmen: “Berlin” lohnt sich auch für Nicht-Berliner.
Es würde mich nicht wundern, wenn Euch der Name Daniel Colletti das gleiche Stirnrunzeln entlockt wie mir. Nach eigenen Angaben ist das Mulitalent, das seine Songs im Alleingang schreibt, einspielt und produziert und lediglich auf der Bühne von Mitstreitern unterstützt wird, seit einigen Jahren aktiv und soll bereits live auf zahlreichen Konzerten, Events und Performances begeistert haben. Mag sein, will ich nicht abstreiten, allerdings hat sich Herr Colletti und sein Electric Bat Cave damit bisher außerhalb meines Ereignishorizontes bewegt. Aber dank “Berlin” ändert sich das ja nun.
“Berlin” ist ein düsterrockiges Stück von knapp drei Minuten geworden, bei dem jede Menge Pop durchschimmert. Macht aber nichts. Die in deutscher Sprache vorgetragene Gegenwartsbeobachtung der Hauptstadt geht gut ins Ohr und begeistert aufgrund des eingängigen, luftigen Gitarrensounds und der an Robert Smith erinnernden Gesangsstimme Herrn Collettis. Überall dort, wo man in Clubs noch andere Düstermucke serviert bekommt außer dem üblichen Electro-Einerlei, wird “Berlin” eine ganz hervorragende Figur abgeben. Einziger Wehrmutstropfen: 2 Minuten 49 sind deutlich zu kurz. Da hilft auch die Binsensweisheit nicht mehr, die besagt, in der Kürze läge die Würze. Ein Extended Mix wäre hier schick gewesen, zumal der Silberling mit drei Songs noch nicht an die Kapazitätsgrenzen gebracht wurde.
Immerhin gibt es zwei Remixe des Titelsongs. Der “Detroid Express Mix” kommt elektronischer daher, klingt zwischendrin irgendwie etwas nach Deep House und steigert das Berlin-Feeling durch gesamplete U-Bahnansagen. Schön auch die dramatische Hammondorgel im Refrain, bei dem das Stück wieder deutlich organischer wirkt. Ziemliche coole Mixtur scheinbar nicht zusammenpassender Stile, die unterm Strich aber ein gelungenes Gesamtpaket abgibt. Des weiteren gibt es den “House Mashup Mix” zu hören. Dieses Stück ist noch elektronischer ausgefallen. Der Name des Remixes ist hier Programm. Hier ist allerdings in der Tat etwas zu viel gemixt worden. Knappe 8 Minuten mit jeder Menge Nervpotential. Den Remix kann man gut und gerne abklemmen.
Ich habe es schon oft erwähnt und wiederhole mich hier abermals gerne: Die Mission einer Single ist es, Neugier zu wecken und einen Vorgeschmack auf ein Album zu liefern. Diese Mission ist hier hervorragend gemeistert worden. Ein einziger Song (höchstens zwei, zählt man den gelungenen “Detroit Express Remix” mit) machen Lust auf mehr. Daniel Colletti’s Electric Bat Cave sollte im Auge behalten, wer sich für wavige Düstermucke begeistern kann. Ich jedenfalls bin begeistert und freue mich auf mehr.
Wertung
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Trackliste
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Anspieltipps
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