Assemblage 23 - SparkKinder wie die Zeit vergeht: Inzwischen sind seit “Contempt”, dem Debütalbum des Ein-Mann-Projekts ASSEMBLAGE 23 geschmeidige 10 Jahre vergangen. Somit steht uns ein Jubiläum ins Haus und so etwas ist, wie man weiß, für gewöhnlich ein Grund zum Feiern. Und das tut Tom Shear, der sympathische Musikelektroniker aus Seattle. Denn in wenigen Tagen erscheint mit “Compass” das sechste Studio-Album, mit der Single “Spark” als Vorbote.

Einen ersten, flüchtigen Eindruck vom neuen musikalischen Output aus dem Hause Shear konnte man ja schon vor Wochen via Hörproben über die Metropolis Records Webseite gewinnen. Aber wer hätte damals anhand der höchstens 30-sekündigen Clips schon sagen können, wie gut oder wie schlecht die neue Single wirklich werden würde? Richtig. Niemand.

Daher ist der Überraschungsmoment beim ersten Hören nach wie vor auf Shears Seite. Eingeleitet von fröhlichen, aber künstlichen Streichern geht die Nummer schnell über in Future-Pop höchster Güteklasse und beweist dabei mehrere Dinge: zum Beispiel dass dieses Musikgenre nach wie vor sehr lebendig ist und Assemblage 23 inzwischen den Thron erklommen hat. Tom Shears Albumsappetitanreger gefällt durch klaren, nicht verzerrten oder mehrspurigen Gesang und ein entzückend verspieltes Electro-Korsett, dass um die typisch wehmütigen Lyrics geschnürt wurde. Ganz zweifelsohne einer der stärksten elektronischen Popsongs in diesem Jahr!

Wie so oft bei Assemblage 23 bietet die Single auch ein paar B-Seiten-Songs, die nur auf dieser Scheibe zu finden sein werden: Das nahezu rein instrumentale “Hellicopter Girl”  und “Poison Moon”. Beide Songs wirken, als hätte Herr Shear durch die Veröffentlichung seiner Frühwerke im Rahmen der “Early, Rare & Unreleased” Sampler seine Vorliebe für Electro-House, Post-Punk und Indie Electronic wieder entdeckt. Was Euch nun sagen soll, dass die beiden Songs wesentlich experimenteller, unfertiger und ungeschliffener wirken, als das Titelstück. Dadurch empfehlen sie sich nicht notwendigerweise für den Massengeschmack, ein gewisser daraus resultierender Reiz kann aber nicht abgestritten werden.

Weniger cool dagegen sind die Remixe von Combichrist sowie von Jade von Blaqk Audio, die beide durch eine gehörige Portion Ideenlosigkeit glänzen und anmuten wie heruntergespultes Pflichtprogramm. Da hat man schon besseres gesehen. Oder eben gehört.

JermaineBelgardioNa bitte, geht doch. Endlich mal eine im Vorfeld veröffentlichte Single, die auch tatsächlich Lust auf das nachfolgende Album macht! Was Tom Shear mit “Spark” abgeliefert hat, klopft schon an den Türen der Genialität. Er hat es nämlich verstanden, den Sound von Assemblage behutsam weiter zu entwickeln, ohne dass er den Stil und das Konzept dabei aus den Augen verloren hätte. Oder sich den Vorwurf gefallen lassen müsste, auf der Stelle zu treten. Hoffen wir nur, dass der Rest des Albums hält, was “Spark” verspricht…


Wertung

Inhalt Gesang Klang Fan-Faktor Artwork Gesamt

Trackliste

  1. Spark (Album Version)
  2. Hellicopter Girl
  3. Spark (Combichrist Remix)
  4. The Poison Moon
  5. Spark (Whiteout Mix by Jade of Blaqk Audio)

Anspieltipps

  1. Spark (Album Version)

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