Zeromancer - Sinners InternationalBevor nun die Norweger von ZEROMANCER in unseren Breitengraden halt machen, um da unter anderem unsere Wohnzimmerverlängerung, die Meier Music Hall in Braunschweig, zum Beben zu bringen, ist es vorab vielleicht angebracht, sich mit dem zugehörigen Album “Sinners International” zu beschäftigen, wa? Here we go.

Zeromancer.. Zeromancer.. da war doch mal was? Sind das nicht jene Senkrechtstarter, die – hervorgangen aus der Band Seigmen – im schönen Jahre des Herren 2000 mit ihrem Debütalbum “Clone Your Lover” Musikliebhaber wie Fachpresse gleichermaßen in äußerste Verzückung versetzten? Richtig. Genau von der Truppe, die anno dunnemals mit ihrer ganz eigenen Mischung aus Industrial, Elektronik und vor allem verdammt noch mal der richtigen Prise Rock von sich hören ließ, ist hier die Rede. Nach dem dritten Album “Zzyzx” aus 2003 wurde es still um Zeromancer. Nicht, dass die Bandmitglieder in der Zwischenzeit untätig gewesen wären. So wurde unter anderem eine Seigmen DVD in die Welt gesetzt und Songwriter Kim Ljung ging mit seinem Nebenprojekt Ljungblut an den Start.

Na wie auch immer; es wurde wie gesagt still um Zeromancer. Aber das scheinbar nur, damit sich die Truppe am 13. Februar dieses Jahres mit einem Paukenschlag zurückmelden konnte. Und was für einen! Liebe Leute, in dem nach wie vor noch recht jungen Musikjahr ist mir eine derartig rockende und energiegeladene Scheibe wie “Sinners International” noch nicht untergekommen. Die feinen Herren aus dem hohen Norden lassen sich auch nicht viel Zeit mit Vorgeplänkel wie etwa alberne Intros oder ewig lange instrumentale Einleitungen. Ganz im Gegenteil: Eingeleitet wird “Sinner’s International” durch das Titelstück – und gleich zu Beginn servieren die Norweger hier einen extrem geschmeidigen Rocksong, dessen Hookline sich sofort und gleich beim ersten Hören im Gehör festsetzt. Man muss wohl kein Prophet sein oder Glaskugeln polieren um zu erkennen, dass einer der Fan-Favourites des neuen Albums gleich am Start wartet.

Rock’n'Roll in jeder Hinsicht gibt es dann gleich darauf beim wirklich nur dezent zynischen “Doppelgänger I Love You”. Ich sehe schon völlig gelöste und komplett abtickende Konzertbesucher vor meinem geistigen Auge. Das ist ganz klar musikalischer Fußball, wie wir ihn lieben! Und so reiht sich ein treibender, rockender, krachender und mächtig in Ohren und Beine gehender Song an den anderen, die allesamt neben der Ohrwurmtauglichkeit vor allem eine fürchterlich kurze Spielzeit gemeinsam haben. Egal, in der Kürze liegt die Würze – und “Sinners International” ist in der Tat sehr würzig. Lediglich bei “Ammonite” schlagen Zeromancer etwas ruhigere Töne an und lassen ein ziemlich cooles Album auf denkbar großartige Weise ausklingen.

JermaineBelgardioSo also noch mal kurz und knapp: Wer es rockig braucht, wem die Gitarrenwände nur so um den Latz geballert werden wollen und wer dazu noch auf Songs stehen, die eingängig sind und einfach Spaß machen, kommt an “Sinners International” nicht vorbei. Die Norweger zeigen hier sehr eindrucksvoll, dass der Rummel um ihre Band auch nach gut 6 Jahren Pause noch immer berechtigt ist. Ich jedenfalls freu mich auf die zugehörige Tour. Wenn auch nur ansatzweise etwas von der Energie und dem Elan des Albums bei den Live-Gigs mitschwingt, dann dürfte so manche Wohnzimmerverlängerung definitiv erzittern!

Wertung

Inhalt Gesang
Klang Fan-Faktor Artwork Gesamt

Trackliste

  1. Sinners International
  2. Doppelgänger I Love You
  3. My Little Tragedy
  4. It Sounds Like Love (But It Looks Like Sex)
  5. Filth Noir
  6. Fictional
  7. I’m Yours To Lose
  8. Two Skulls
  9. Imaginary Friends
  10. Ammonite

Anspieltipps

  1. Doppelgänger I Love You
  2. It Sounds Like Love (But It Looks Like Sex)
  3. Ammonite

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