Ascan von Bargen - Die Legenden des AbendsternsNicht immer ist ein Erbe gleichbedeutend mit einem großen Batzen Geld, das einem die verstorbene Tante aus Übersee hinterlassen hat. Manchmal bedeutet es auch, das Unheil abzuwenden, das der eigene Vater zu Lebzeiten heraufbeschworen hat und das spontan ein bischen Weltuntergang bedeuten könnte. In Ascan von Bargens Schauermär “Die Legenden des Abendsterns” hat der junge Duncan die sehr undankbare Aufgabe, ein solches Erbe anzutreten.

England, im 17. Jahrhundert. In einem verlassenen Sanatorium bei London ereignen sich zunehmen seltsame und höchst beunruhigende Ereignisse: Insassen verschwinden auf unerklärliche Weise, obwohl eigentlich hinter meterdicken Mauern und eigentlich unüberwindbaren Türen weggeschlossen. Lediglich Blutspuren, die sich an der Decke (!) befinden, zeugen davon, dass hier etwas grauenhaftes passiert sein muss…

Duncan Clairebourne erfährt an seinem 21. Geburtstag, dass sein eigener Vater durch denkwürdige Rituale ein sehr mächtiges, sehr unheilbringendes Wesen heraufbeschworen hat. Die Hurentochter, quasi die älteste der toten Götter, ist erwacht und nun drauf und dran, sich das zu nehmen, wonach es ihr beliebt. Im aktuellen Fall nicht weniger als die Welt. Dem jungen Duncan bleibt nur wenig Zeit, das angerichtete Unheil noch irgendwie abwenden zu können, denn wenn die bevorstehende Sonnenfinsternis anbricht, ist die Hurentochter auf dem Höhepunkt ihrer Macht und in der Lage, zusätzlich ihre beiden satanischen Schwester wiederzubeleben. Ein reichlich blutiger Wettlauf gegen die Zeit beginnt…

JermaineBelgardioMit “Legenden des Abendsterns” präsentiert sich Ascan von Bargen als ein unglaublich fantasievoller Autor. Glaubwürdige Charaktere, detailreiche und bildgewaltige Sprache und vor allem aber atemlose Spannung zeichnen dieses Buch aus. Von Bargen schafft es nicht nur, eine bedrohliche, düstere und unheimliche Atmosphäre zu erzeugen und sie über die ganze Länge der Handlung hinweg aufrecht zu erhalten, nein er ist überdies in der Lage, wohlplatzierte Schockeffekte einzufügen, die ihre Wirkung nicht verfehlen. Und so ertappt man sich ein ums andere Mal dabei, dass man dieses Buch einfach nicht aus der Hand legen kann, sondern gebannt mitverfolgt, wie sich das Schicksal der Figuren entwickelt – während eigentlich sonst das reale Leben um Beachtung bittet. Ein Buch wie eine Droge: Hochgradig süchtigmachend, berauschend und noch lange nachwirkend. Erschreckend. Gut.


Wertung

Inhalt Stil/Sprache Kult-/Fan-Faktor Gesamt

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