Sonne wie WinterWas bedeutet Literatur? Die Freiheit, schreiben zu können wie und was man möchte? Wie weit geht diese Freiheit wenn man sich die modernen Romane so ansieht? Diese Frage musste ich mir stellen als ich „Sonne wie Winter“ zu lesen bekam. Nur soviel vorweg: Freiheit ist eine feine Sache wenn man in der Lage ist sie literarisch niveauvoll zu gebrauchen.

Es gibt keinen Grund warum Tom eines Tages einfach in einen Flieger nach Ust-Kamenorgorsk steigt. Er weiß es selbst wohl auch nicht. Doch auch ohne die Sprache oder Gebräuche des Landes zu kennen findet er dort Freunde. Den Arzt, einen Kommisar der es mit Regeln nicht so genau nimmt und natürlich Irina. In diesem Land, welches er weder kennt noch versteht, in welchem ihm alles und jeder fremd ist und die Plattenbauten wie Berge gegen den Himmel ragen kann er aber freier atmen und das tut er so viel er kann.

Es fiel mir schwer diesen Roman zu lesen, da ich einfach der Meinung war, es wäre Zeitverschwendung. Liest man sich den Inhalt auf der Rückseite des Einbands durch könnte man den Eindruck gewinnen es handle sich hier um einen tiefgründigen Roman welcher ein Thema behandelt welches schon jeden einmal beschäftigt hat. Das Thema „Weglaufen“. Einfach ohne Sinn und Verstand in ein anderes Land reisen. Sich treiben lassen, frei sein und sehen was passiert. Aber schon nach den ersten Kapiteln merkt man, dass das zwar die Grundessenz der Story sein könnte jedoch anscheinend dem Auto weniger wichtig war als das Trink- und Sexualverhalten sowie der Drogenkonsum des Hauptcharakters.

Natürlich ist es Mode modern zu schreiben, sich locker, ungezwungen und weltoffen zu zeigen. Meiner Meinung nach sollte das aber nicht unbedingt durch die möglichst häufige Benutzung obszöner Worte zur Geltung kommen. Denn welchen Sinn macht eine eigentlich gute Idee für eine Geschichte, wenn es doch auf den meisten Seiten des Buches nur ums Saufen, Drogen nehmen und Sex geht und das möglichst so niveaulos wie es nur geht? Ich denke keinen.

DSC00075-1Mein Fazit ist, dass mich die Story wirklich interessiert hätte, ich aber wenig Lust verspürte bis zum Ende weiter zu lesen und das schließlich auch unterließ. Wer auf oben beschriebenen obszönen Schreibstil steht (und ja, meiner Meinung nach ist er nichts anderes als das) der mag hier an der richtigen Adresse sein. Wer jedoch eher Wert auf anspruchsvolle Literatur legt sollte von „Sonne wie Winter“ die Finger lassen. Eine Meisterleistung ist es in Sachen Ausdrucksweise nämlich beim besten Willen und zwei zugedrückten Augen nicht. Nächstes Mal bitte mehr Story und weniger Drogenporno bitte, danke.


Wertung

Inhalt Stil/Sprache Kult-/Fan-Faktor Gesamt

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