Letzte Nacht gab sich das Electro-Duo SEABOUND nach langer, langer Abstinenz von der Löwenstadt im Braunschweiger Jolly Joker die Ehre. Mitsamt der geschmacklich ähnlich gelagerten Leipziger Combo Liquid Divine im Schlepptau schickten sich Frank Spinath und Martin Vorbrodt an, das Rolling Stone des Jolly Joker zum Beben zu bringen. Seabound haben gerufen und wir sind gefolgt.
Das Rolling Stone des Jolly Joker ist nicht eben die größte Location für Konzerte. Bei einem gefühlten Fassungsvermögen von gerade mal etwa höchstens 70 Leuten eine reichlich kuschelige Angelegenheit. Angesichts der Temperaturen gestern abend in dem Bunker erst recht. Man möchte sagen, es war gut geheizt. Davon ließ sich die versammelte Menge aber nicht weiter irritieren, sondern bekämpfte eventuell aufkommenden Durst mit den dargebotenen Getränken an der Bar.
Pünktlich gegen 22 Uhr gingen dann die Showlichter für die Leipziger Liquid Divine an, die das anwesende Publikum zunächst mit einem fröhlichen “Hallo Leipzig” begrüßten. In ungefähr einer dreiviertel Stunde boten die Herren einen Querschnitt ihres bisherigen Schaffens, so unter anderem das Stück “Technocrazy”. Es war jedoch ziemlich auffällig, dass der überwiegende Teil der Gäste definitiv wegen Seabound gekommen waren und das Gebotene nicht notwendigerweise auf überschwengliche Gegenliebe stieß. Zumal Sprüche wie “(…) Lied Nummer 5 auf dem Album, für alle Downloader” auch nicht unbedingt hätten sein müssen.
Wie auch immer. Nach einer guten dreiviertel Stunde verließen Liquid Divine die Bühne und selbige wurde für die Helden des Abends vorbereitet. Gegen 23 Uhr hatte das lange Warten endlich ein Ende und die ersten Klänge von “Scorch The Ground”, den Opener des Auftritts, ertönten. Als Sänger Frank Spinath dann die Bühne (nach Musikus Martin Vorbrodt und Live – Drummer Daniel Wehmeier) die Bühne betrat, kannte die Menge kein Halten mehr. Tanzend und singend wurde die energische Performance des Frontmanns gefeiert. Wie ein Derwisch fetzte er über die kleine Bühne, deutlich energischer als noch auf dem WGT dieses Jahr. In der genialen Setlist des Konzerts jagte ein Highlight das nächste; kein Fan-Favorit wurde ausgelassen: Ob nun Contact, Poisonous Friend, Castaway, Hooked oder Watching Over You – gespielt wurde alles, was das Fanherz höher schlagen ließ. Die, wie Oberkapellmeister Frank mitteilte, sogar aus den USA angereisten Fans dankten es der Band durch begeisterten Beifall und Mitgesinge. Apropos mitsingen: Mad-Goth Fotograf Ash und meine Wenigkeit stimmten in freudiger Erwartung der Zugabe schon mal “Watching Over You” an – und bekamen prompt das Mikro hingehalten!
Irgendwann ist allerdings auch das tollste Konzert zu Ende und nach 2 Zugaben verließen Seabound endgültig die Bühne. Und hinterließen ein verschwitztes, zufriedenes, wenn nicht sogar glückliches Publikum. Seabound schienen während des Auftritts richtig Spaß gehabt zu haben – die Gäste hatten ihn auf jeden Fall. Dies war eines dieser Konzerte, an das man sich auch in Jahren noch erinnern wird, wenn man bei geselliger Runde Seabound hört und wird sagen: “Weißt du noch, damals…?”.
Danke, Seabound!
Fotos gibt es übrigens hier.
Links
- www.seabound.de
- www.myspace.com/seabound




