Bereits auf dem WGT dieses Jahr wurden sie bis hinten gegen abgefeiert, Big Boy, die Pseudo Nachwuchs-Glam-Rocker aus… ja woher eigentlich? Viele Gerüchte ranken sich um die Hupfdohlen, unter Anderem eine ziemlich lustige mit Freddy Mercury, aber mal ehrlich, wen interessiert das bei ein paar so geilen, selbstbewussten Rampensäuen, die sich selbst mit „Hail“ ankündigen? „Hail The Big Boy“ heißt das am 6. Juli erscheinende Album der Hyperventilations-Auslöser und ich hatte das absolute und unbestrittene Vergnügen mich mit diesem Beweis absoluter Selbstüberschätzung auseinandersetzen zu dürfen, wobei ich selbst beinahe um den Verstand gekommen wäre! Here we go!
Beginnen tut alles mit „La Legion“, einem würdigen C-Movie Intro, einer Erzählung auf Französisch mit einem sexy mexikanischen Akzent. Das große leiden kann losgehen! „Hail The Big Boy“, meine lieben, wer sich nicht dran hält an die Wand! Spontan fällt mir das Bild ein, wie das Lordimonster und N’Sync sich paaren und das dabei herauskommt. Eine Mischung aus frisch gepudertem Boygroupfeeling, sinnentleerten Lyrics und harten ultrabösen Gitarrenriffs. Selbstüberschätzung und Arroganz vom Höchsten, na wenn das mal nichts ist.
Mehr zum drin suhlen bekommen wir mit Track drei, „Get Over It“. Da mischt sich doch glatt ein wenig Industrial in das Rockimage… von dem Crossover Hip Hop Gedöns, was sich mit Blümchen ähnlichen Loops vereint ganz zu schweigen! Gitarrenkreischen bringt mich zum weinen. „One Good Reason“ ist dagegen so ein richtig schön schrabbelig, jammeriger Dreck-Song mit türkisem Lidschatten mit so gewissen emotionalen Einflüssen aus der Richtung My Chemical Romance, wobei sich die Lyrics doch als ein etwas größeres Problem gestalten. Ist halt schon schwer die Sache mit dem sinnige Songs schreiben, da ist kein Lipgloss gegen gewachsen! Da dann ganz plötzlich bahnt sich eine Ballade an. „Let The Dead Bury Their Own Dead“ heißt dieses leidende, fast schon zu ruhige Stück, was beweist, dass da ein bisschen mehr hinter steckt, als bloß sinnloses Rumgeballer… nein halt. Das war gelogen.
„Gestasi Baby“ haut wieder voll rein und lässt mich ganz zu Anfang sogar hoffen, aufspringen um einen gelungenen Song richtig abzufeiern, hat sich dann aber doch recht schnell wieder, als sie in ihre alte Popschiene zurück fallen und es mal wieder nicht schaffen mit ihrer Kaugummiblasenmusik wirklich ernsthaft zu wirken. Beim nächsten Song hat wohl wieder jemand am Synthesizer rumgespielt, das, wie auch das vorherige, Resultat, nämlich „Catastrophe“ ist etwas erträglicher und nicht ganz so nervig-aufdringlich wie der Rest des bisher Abgelieferten.
Mit zunehmender Trackzahl scheinen die Ladys fast etwas dazugelernt zu haben, „Fake It“ kann man fast schon mit Glam-Rock in einem Satz erwähnen, einfach der nicht ganz so stümperhaft gespielten Gitarre wegen, wenn da denn nicht diese Boygroupattitüde wieder durchschimmern würde! „Sin-Sational“ macht das eigentlich nur schlimmer und weckt böse Erinnerungen an einen gewissen Debütsong von Miss Avril Lavigne, so schön poppig und quietschig wirkt das Ganze.
„Just Like We“ geht dabei wieder zurück gen ‚Industrial’, gewollt aber nicht gekonnt. Irgendwie bleibt es doch immer dasselbe, Kaugummi und harte Bass-/Gitarrenlines sehen halt nicht immer so schön zusammen wie bei den Idolen aus! Das Ende gestaltet sich mit „Give Up“ wieder etwas bekömmliches, leichter, nicht ganz so gespielt bösartig sondern lockerflockig und ruhig… beinahe balladig… und sehr beruhigend für die angestrengten Nerven.
So süß und knuffelig die Jungs auch sind mit ihrem Glitzer Make-Up und den Shorts, aber zum Musik machen gehört einfach ein wenig mehr als Instrumente halten und gut aussehen. Junges übermütiges Blut, was hier Trash mit Müll verwechselt hat. Trash ist nämlich so eine Kunst für sich und die haben die Ladys von Big Boy irgendwie mal so gar nicht drauf. Alles recht unausgereift, gestellt und irgendwie plastisch, da kommt nichts rüber als langweilige Popmucke Marke Kaugummiblasenzuckerwattenwelt. Finden sich bestimmt Anhänger und auch für alle, die es mal wieder gebrauchen können sich richtig scheckig zu lachen kann ich „Hail The Big Boy“ nur empfehlen, anderenfalls eher ein Bitte nicht zu Hause nachmachen, nur im Freien benutzen und “Kann die Gesundheit ihrer Mitmenschen gefährden”!
Wertung
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Trackliste
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Anspieltipps
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Diskussion im Forum
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