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Newcomer des Dark Rock: DOMMIN – Interview mit Kristofer Dommin

dommin

Ich habe das überaus unzweifelhafte Vergnügen, euch endlich mal eine ordentliche Rock-Newcomerband vorstellen zu können. Die Jungs kommen ausnahmsweise nicht aus dem Norden – und klingen auch nicht so. In einer Zeit, in der die 69 Eyes nicht mehr nach sich selber klingen, bei HIM der Lack ab ist und auch sonst der Gothic Rock meist ein Gähnen verursacht, hört sich diese amerikanische Kapelle direkt frisch und authentisch an. Klar, das Rad erfinden Dommin auch nicht neu – aber es läuft einfach wieder runder. Vom Sound erinnert das Quartett an eine Mischung aus Horrorpunk, den 69 Eyes und noch einem kleinen Schuss Geheimzutat.  Manchmal muss ich an Elvis denken, ihm hätte die Musik sicher Spaß gemacht. Also tut mir und euch den Gefallen und haltet hier bis zum Schluß durch – auch wenn’s mal wieder länger dauert. Herr Dommin war sehr mitteilsam, das sollte honoriert werden. Am ende gibt es auch ein schönes Video, drum aufgemerkt und viel Spaß.

Kristofer Dommin im Interview

Kristofer Dommin im Interview

Pentehazard: Ihr seid eine Band aus der Gegend um Los Angeles, stimmt das?

Kristofer Dommin: Das ist richtig. Wenn man es genauer nehmen will, leben wir alle um die 25 Meilen östlich von Los Angeles, aber für alle, die von außerhalb dieser Region kommen, sagen wir halt einfach Los Angeles. Das vermittelt jedem einen allgemeinen Eindruck, wo wir aufgewachsen sind.

PH: Bitte stell uns deine Band Dommin und eure Musik in eigenen Worten vor.

KD: Ich bezeichne Dommin gewöhnlich als „Dark Rock“. Wir hatten Schwierigkeiten damit, kategorisiert zu werden, und in meiner Vorstellung ist es immer nur Rockmusik gewesen. Aber ich will nicht abstreiten, dass die Musik dunkel und emotional eher düster ist. Um uns also von der durchschnittlichen, straighten Rockband zu unterscheiden, ist „Dark Rock“ eine gute Beschreibung, finde ich.

PH: Ihr nennt Danzig, Type ‘O’ Negative und Depeche Mode als eure Einflüsse. Würdest du zustimmen, wenn man Dommin der Gothic Szene zuordnet, vielleicht sogar mit einem Quentchen Rockabilly in eurer Musik?

KD:  Ich nehme an, das kann man so sagen. Ich mag eine Vielfalt von Musik. Alles von den alten Standardsachen von Sinatra und andere Musik im Stil der 40er Jahre-Bigbands bis hin zum frühen Rock der Fünfziger. Ich weiß, dass sowohl Rockabilly als auch die moderneren Musikrichtungen, die du genannt hast, definitiv ihren Einfluss haben. Dommin ist ein Cocktail vieler verschiedener Einflüsse und meiner eigenen persönlichen Reflexion, die, wie ich meine, eine ganz einzigartige Note hinzufügt.

PH: Wie lange hast du schon Musik vor Dommin gemacht, Kristofer, und wie lang gibt es Dommin jetzt bereits? Euer Debütalbum Love Is Gone erscheint im Februar, aber darauf sind auch einige Song aus einer früheren Veröffentlichung namens Mend Your Misery zu finden, also warum sprecht ihr dann trotzdem von eurem Erstling?

KD: Ich mache das, was man wahrscheinlich richtig schlechte Songs nennen würde, schon seit ich neun war. Aber da ich [mit der Zeit] mehr Lebenserfahrung und mehr Tiefe entwickelt habe, sind auch die Songs besser und tiefer geworden bis ich dann mit Dommin angefangen habe. Ich mache jetzt seit zehn Jahren Songs für Dommin. Und die Band selbst hat sich über die Zeit langsam entwickelt, es wurden auch einige Bandmitglieder ausgewechselt. Billy kam 2002/2003 dazu, Konstantine 2006 und Cameron 2008. Wir freuen und auf unsere Albumveröffentlichung im Februar und ja, ein paar Lieder hatten wir selber als Independent Release rausgebracht. Aber das war eine sehr limitierte CD-Pressung und ich hasse es, wenn Songs, das ich als wirklich gut betrachte, im Dunkeln bleiben, weil sie nie den Absatz bekommen, den sie verdient hätten. Deshalb sehe ich Mend Your Misery mehr als ein Demo-Projekt der Band und Love Is Gone als unser offizielles Debüt. Nur vier Songs haben es nicht auf unser Debütalbum geschafft, aber die plane ich auf späteren Veröffentlichungen rauszubringen. Ich will, dass alle Lieder ihr volles, maximales Potenzial bekommen.

PH: Erzähl uns mehr über Love Is Gone, was verbirgt sich hinter dieser Aussage? Wenn man Songs wie My Heart, Your Hands, The Scene und I Still Lost vergleicht, erkennt man ein Konzept aus unglücklichen Erfahrungen in der Liebe. Offenbar dreht sich alles um Täuschung, Besessenheit und unerfüllter Liebe auf Love Is Gone. Beziehen sich die Songtexte dabei auf dein eigenes Liebesleben oder geht es doch eher um das gebrochene Herz an sich?

KD: Ich denke, das Statement „Love Is Gone“ fasst das Gefühl des Albums ganz gut zusammen. Es ist ein emotional schmerzvolles Album und was ist schmerzlicher als der Verlust bzw. die Abwesenheit von Liebe? Diese Lieder beziehen sich definitiv auf meine eigenen Erfahrungen. Ich kann ja für niemanden sonst sprechen als für mich. Aber da wir alle gar nicht so verschieden sind und einen Großteil unseres Lebens die gleichen Erfahrungen machen, spricht das Album letztendlich für alle mit gebrochenem Herzen.

PH: Das Musikvideo zu My Heart, Your Hands ist ein wundervoller kleiner Film über einen Mann, dem ganz buchstäblich das Herz herausgeschnitten wird, und zwar von Frau die er liebt, die sich jedoch als ziemlich bösartig herausstellt. Aus welchem Grund gibt es jetzt zwei Versionen des Musikvideos auf Youtube?

KD: Das Original-Video haben wir selbst gedreht, mit unserem Konstantine als Director. Das war ganz einfach festgelegt, es zeigt was tatsächlich passiert und wie es sich anfühlt. Die roten Szenen zeigen die Realität mit einer Wendung und die blauen Chirurgie-Szenen sind das, wie es sich anfühlte. Das war unser erster Versuch in Richtung Musikvideo und war nicht in der besten Ausstrahlungs-Qualität, also haben wir uns überlegt, wir probieren es noch mal. Aber auch das zweite [Video] kam nicht an das ran, wie wir uns ursprünglich als Band darstellen wollten. Also werden wir noch ein Video für My Heart, You Hands im November drehen und das wird dann hoffentlich auch bald on Air gehen. [Anmerk.: Und ich dachte immer, Adrian Hates sei Perfektionist]

PH: Ihr wart mit Lacuna Coil auf US Tour und seid gerade mit den 69 Eyes auf Tour unterwegs. Gibt es Unterschiede, mit welcher Band ihr unterwegs seid oder reagiert das Publikum davon abhängig anders auf euch? Sind das bisher eure einzigen großen US Tourneen?

KD: Wir waren schon vorher mit Birthday Massacre auf der wohl lustigsten Tour, und davor sind wir regional mit Combichrist und Wednesday 13 getourt. [Anmerk.: Interessante Mischung, wird Zeit, dass ihr rüberkommt] das die 69 Eyes-Tour noch im gange ist, ist es schwierig, die beiden Tourneen objektiv zu vergleichen. Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, aber ich beginne, mir eine Meinung darüber zu bilden, dass die Leute im Publikum bei den 69 Eyes zum großen Teil der Szene angehören, wobei die Reaktionen großartig waren. Ich glaube, wir gewinnen die Mehrheit für uns mit unserer Performance. Aber ein kleiner Prozentanteil scheint das Gefühl zu haben, dass wir nicht Goth genug sind für sie. Lacuna Coil scheinen dagegen Fans zu haben, die ganz allgemein Musikliebhaber und offen für alles sind. Vielleicht irre ich mich auch und liege völlig daneben, aber da du diese Frage gestellt hast, habe ich darüber nachgegrübelt, was es für einen Unterschied gibt und das könnte er sein.

PH: Ihr werdet im Februar in Europa aufschlagen – wieder mit Lacuna Coil, wie ich glaube. Ist das richtig und gibt es schon bestätigte Termine? Wart ihr schon einmal in Europa?

KD: Ja, und wir sind diesen wunderbaren Leuten von Lacuna Coil so dankbar, dass sie uns dahin eingeladen haben. Wir hatten eine großartige Zeit zusammen und hatten schon daran gedacht, wieder gemeinsam zu touren, aber keine Ahnung, dass es so bald sein würde. Ich glaube, die grundsätzliche Route steht fest, nur einzelne Termine müssen noch bestätigt werden. Für unsere Band wird es die erste Reise nach Europa werden.

PH: Was erwartest du vom deutschen Publikum und was können wir von Dommin erwarten?

KD: Nach dem, was mir andere Leute erzählen, wird das deutsche Publikum wirklich begrüßen, was Dommin sind. [Anmerk.: Also, Leute, reißt euch zusammen, wenn die Jungs herkommen]. Ich kann es wirklich nicht sagen. Ich selbst gehe absolut ohne Erwartungshaltung dahin. Ich kann nur das Beste hoffen.

PH: Woher stammt ein Name Kristofer Dommin ursprünglich? Hier in Deutschland gibt es den Nachnamen Dommin oder Domin ebenfalls.

KD: In erste Linie habe ich eine sizilianische, schwedische und irische Abstammung. Aber ich weiß, dass es auch deutsches und französisches Blut in meiner Familie gibt. [Amerk.: rasante Kombination, dabei sieht  er ganz normal aus] Wie bei vielen Amerikanern ist meine Ahnenreihe eine tolle Mischung. Ich bin mir nicht sicher, wo Dommin seinen Ursprung hat. Ich weiß, es gibt noch andere, die den Nachnamen haben.

PH: Gibt es etwas, das du unseren Lesern auf Mad-Goth sagen möchtest?

KD: Ja! Ich danke euch allen, dass ihr das hier lest und hoffe, ihr kommt und ckeckt uns auf unserem ersten Trip in eurer Land mal ab. Ich freue mich darauf zu sehen, was es mit Deutschland und den Deutschen auf sich hat und darauf, diejenigen zu treffen, die zu unseren Shows kommen werden. Und wenn ihr nicht zu unserer Show kommen könnt, besucht uns auf Myspace und leiht uns euer Ohr. Findet raus, ob wir euer Ding sind.



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