ASHBURY HEIGHTS waren wohl eine der spannendsten Neuentdeckungen des vergangenen Jahres. Nicht nur, dass sie mit ihrem Debüt “Three Cheers For The Newly Dead” wohl das schnellste Signing in der Geschichte der (schwarzalternativen) Musikwelt einheimsen konnten – auch ausserhalb des Out Of Line Entscheidungsgremiums sorgte das Debüt für Begeisterung. Bei uns zum Beispiel. Mit “Morningstar In A Black Car” muss das schwedische Synthie-Duo nun beweisen, ob sie mehr als nur ein One-Hit-Wonder darstellen.
Nun ja. Irgendwie groove hat das Titelstück ja schon. “Morningstar In A Black Car” schwingt fröhlich vor sich hin und ginge fast schon als “rock&rollende” Synthiepop-Nummer durch. Aber der entscheidende Funke, der ein Song von “ganz nett” und “ziemlich cool” trennt, will hier irgendwie nicht überspringen. Auch nach mehrmaligem Hören bleibt so ein fader Beigeschmack erhalten, der just immer dann entsteht, wenn man Musik serviert bekommt, bei dem die Künstler hinter ihren Möglichkeiten geblieben sind.
“Spiders” hingegen ist schon eher die, ja man möchte sagen fast schon typische, Ashbury Heights Nummer. Mit jeder Menge 80er Jahre Popappeal ausgestattet entfaltet sich hier geradezu hypnotische Synthesizertanzmusik, die in die Ohren geht – und in die Beine. Und, meine lieben Schweden, über das “tick, tack, tick, tack…” müssen wir noch mal reden…
Das nächste Stück, “Die By Numbers”, tut auch keinem Weh. Hübsche Beats, gefällige Melodie und ganz eingängie Hookline. Auch wenn der mitgelieferte Agonoize Remix dieses Stücks über mehr Wumms und somit mehr Clubpotential verfügt. Hört sich so weg, hat man nach Hörgenuß aber auch ganz schnell wieder vergessen. Ähnlich sachgelagert verhält es sich übrigens auch mit dem nachfolgenden “Smile”. Ebenfalls auch in neugemischter Variante vertreten, diesmal von den Damen von Marsheaux, die das eh schon dezent kitschige Liedchen mit einer Extraportion Zuckerguss überzogen haben.
Das letzte wirklich neue Stück auf dieser EP ist “World Coming Down”. Und was soll ich sagen? Bidde! Geht doch. Der bis zu diesem Zeitpunkt vermisste Drive, den das Debüt von Ashbury Heights auszeichnete, kommt hier endlich mal zum Vorschein. Und überstrahlt ganz geschmeidig die vorangegangenen vier Lieder um einiges! Einigermaßen treibend, feierbar, ohrwurmlastig und irgendwie schlicht nur cool. Warum nicht gleich so?
Neben den bereits erwähnten Remixen von Agonoize und Marsheaux findet sich überdies ein Aerial Mix des Songs “Stormbringer” auf dem Silberling, der dem ganzen etwas mehr Clubtauglichkeit verleiht, ansonsten an der Struktur nicht viel ändert. Ergo: Höbsch, aber öberflössig. Labelkollegen UnterART durften auch noch mal ran und haben “Spiders” ihren Stempel aufgedrückt. Gefällt mir persönlich nicht so wie die Originalfassung.
Was gibt es also unterm Strich zu sagen zur neuen Ashbury Heights? Tja. Das gleiche Arme hochreissen und Hurra schreien wie seinerzeit bei “Three Cheers [...]” ist hier nicht angebracht. Zwar ist die “Morningstar [...]” EP bei weitem kein schlechtes Electro-Menü, aber, um mal bildhafte Vergleiche zu bemühen: Das Debütalbum war ein lecker Essen in einem 5 Sterne Restaurant, die EP hingegen nur ein Happy Meal im Restaurant zum goldenen M. Lecker, aber schnell verdaut. Kinders, das könnt ihr besser!
Wertung
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Trackliste
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Anspieltipps
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