Wenn eine Band einen Song irgendwo veröffentlicht – sei es nun als Single, als kostenloser Appetitanreger bei MySpace oder als Beitrag auf einer Compilation – dann steckt dahinter oftmals sicherlich auch die Hoffnung, damit auf sich aufmerksam zu machen und neue Hörer für sich zu gewinnen, die dann, im absoluten Idealfall, lostigern und sich das Album der Band kaufen. Bei den BLACK KIDS reichte der Titel “Partie Traumatic” im Soundtrack des Videospiels Midnight Club 3: Los Angeles aus, um zumindest in meinem Fall dieses Ziel mit dem gleichnamigen Album zu erreichen. Schön ist es dann natürlich, wenn man feststellen kann, dass sich der vorab vermutete positive Gesamteindruck auch beim restlichen Album fortsetzt.
Die fünf Bandmitglieder der aus Jacksonville, Florida, stammenden Band lernten sich im Jahr 2006 auf einer Sonntagsschule kennen und anscheinend war die Begegnung so ergiebig, dass man kurzerhand beschloss, eine Band zu gründen und fortan unter dem Namen Black Kids anzutreten, um die Musikwelt zu erobern. Mit diversen Live-Auftritten und einer knappen handvoll Songs, die sie auf ihrer MySpace Seite präsentierten, machten sie auch tatsächlich schnell auf sich aufmerksam, so dass sie bereits 2008 vom renommierten Rolling Stone Magazin und der BBC zu den potentiellen Aufsteigern des Jahres erklärt wurden. Es folgten Plattenverträge, ein in Großbritannien produziertes Album, eine erfolgreiche Single (“I’m Not Gonna Teach Your Boyfriend How to Dance with You”, Platz 11 im UK) und der ebenfalls erfolgreiche, hohe Charteinstieg für das Debütalbum “Partie Traumatic”, das aus dem Stand auf Platz 5 der britischen Charts einstieg.
Und tatsächlich, hört man sich das Album an fällt es nicht schwer nachzuvollziehen, warum die Truppe auf Anhieb so erfolgreich war. Die 10 fröhlich-beschwingten Pop-Songs stecken einer wie der andere voller Ohrwurmqualitäten. Zudem wirkt es fast so, als hätten sich die Damen und Herren beim Swing der 60er, dem lässigen Groove der 70er und dem Elektro-Pop der 80er bedient und mit alternativen Gitarren-Pop ummantelt, der durchaus Assoziationen an Skater-Punk weckt. Dazu eine Leadstimme, die dezent an den frühen Robert Smith erinnert.
Wäre die Musik der Black Kids ein Spaziergang durch eine nächtliche Großstadt wie New York oder Tokio, dann bliebe der Spaziergänger sicherlich andauernd staunend stehen und würde all den Glitzer und das viele Bling-Bling bewundern. Analog dazu ist auch der Sound von “Partie Traumatic” bis zum Rand angefüllt mit hintergründigen, nicht aufdringlichen aber eben doch wahrnehmbaren Spielereien, welche die inhaltlich unschuldigen, manchmal fast schon teeniehaften (“I’m Not Gonna Teach Your Boyfriend How To Dance With You” ) aber nie wirklich weltbewegenden Texte zu einem unterhaltsamen, kurzweiligen Hörerlebnis machen. Einziger Wehrmutstropfen: Die kurze Spielzeit von höchstens 40 Minuten. Aber es macht so rein gar nichts, wenn der CD Player nach einem Durchgang wieder zurück zum Start springt und der Spaß von vorne beginnt.
Um es kurz zu machen: “Partie Traumatic” mag inhaltich vielleicht nicht das anspruchsvollste Album sein, aber das muss es auch gar nicht. Für den unbedarften Hörer ist das, was die Black Kids hier auf einen Silberling gepresst haben, gudde Laune deluxe! Es macht einfach Spaß, den fröhlich vor sich hin fließenden Songs zu lauschen, die gelungenen, eingängigen Melodien mitzusummen und dabei mit den Füßen zu wippen. Oder auf dem Lenkrad herum zu trommeln. Gerade wenn man morgens Schwierigkeiten damit hat, in die Gänge zu kommen, empfiehlt sich “Partie Traumatic”. Das auf dem Weg zur Arbeit im Auto oder über mp3-Player gehört und der Tag kann schon gar nicht mehr sooo schlimm werden.
Wertung
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Trackliste
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Anspieltipps
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