Mad-Goth bei FacebookMad-Goth bei Twitter  Mad-Goth bei Myspace Mad-Goth bei last.fm Mad-Goth bei Feedburner

WE GOT THIS FAR – Blunt Force Volume

We Got This Far - Blunt Force VolumeIst es bei Euch auch schon länger her, dass Ihr so richtig schnuckeligen, bisweilen gitarrenlastigen Industrial zu hören bekommen habt, welcher über bloße Instrumentevergewaltigung der maximalen Kracherzeugung wegen hinaus geht? Ok, bei mir nämlich auch. Aber seit Ende August ungefähr darf man als Freund dieser Musikrichtung die Lauscher wieder auf Empfang stellen, denn mit “Blunt Force Volume” der Neulinge WE GOT THIS FAR gibt es endlich wieder anständiges Industrial-Futter.

Wenn man in einem Gespräch den Fokus auf Industrialmucke lenkt, deren herausragendstes Klangmerkmal fette Gitarrenwände sind, dann dürfte die häufigste Assoziation wohl in Richtung der Genre-Gottväter Nine Inch Nails gehen. Und richtig, auch bei der um 2007 herum gegründeten und in San Francisco ansässigen 2-Mann-Kappelle kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass das Schaffen eines Herrn Reznor großen Einfluß auf Oliver Marsh und Jason Ames-Silva gehabt haben muss. Möglicherweise liegt es auch am Produzenten Rob Baker, der bereits bei Ministry, Rob Zombie und eben auch bei den NIN den finalen Feinschliff übernommen hat.

Egal wie – das Ergebnis jedenfalls ist höchst gefällig ausgefallen und weiß durch jede Menge Abwechslungsreichtum zu begeistern. Wie die Weltmeister jonglieren die beiden Herren mit verschiedensten Stilmitteln, dass es eine wahre Freude ist. Mal ist der Sound dermaßen fragil, dass man fast Angst bekommt, alleine durchs Hören könne man das Lied zerbrechen. Dann wiederum kippen Tempo, Stimmung und musikalische Ausgestaltung ins andere Extrem. Wo eben noch zartes Piano-Geklimper die Szenerie schmückte, herrscht nun wütendes, treibendes Gestampfe. “Cave In” ist da ein gutes Beispiel dafür. Oder hübsch auch das bereits auf der “Septic VIII” enthaltene “.Sedona”, das den mutigen Spagat zwischen akustisch-alternativem Gitarrenpop und clubtauglicher Electro-Nummer wagt – und übrigens auch ziemlich meisterlich bewältigt!

Kudos kassiert das Duo auch für “Anywhere But Here”, das dem Hörer die bereits erwähnten Gitarrenwände wie Artilleriefeuer vor den Latz ballert, dabei Ausflüge in Richtung progessiver Rockmusik unternimmt und ansonsten – wie wirklich jeder der 10 Songs auf diesem Album – vor hintergründigen Spielerein nur so strotzt. Industrial-Rock mag vielleicht als Oberbegriff für das musikalische Schaffen von We Got This Far durchgehen, so richtig passen will die Schublade trotzdem nicht. Zu vielschichtig ist dafür das, was hier serviert wird.

Dass das Album inhaltlich eine Form der Selbstherapie darstellt, bei der Jason Silva eine gescheiterte Beziehung verarbeitet, darüber kann man sicherlich streiten. Die Liebe ist eben nach wie vor das ergiebigste Thema wenn es darum geht, kreativ zu arbeiten.  Aber immerhin, Herr Silva ist überzeugt von dem, was er inhaltlich in die Songs gesteckt hat: “Ich hasse die Erfahrungen, die diese Songs inspriert haben, soetwas sollte niemand erleben…aber wir alle erleben soetwas, es ist menschlich, es ist schmerzhaft, und es trifft uns alle. Es war viel Risiko im Spiel bei ‘Blunt Force Volume’, die Worte sind so nackt, dass es fast schon zu persönlich sein kann…zu enthüllend. Aber ich bin stolz darauf, weil es real ist, weil ich mein Inneres nach außen gekehrt habe und etwas Bedeutsames auf den Tisch gebracht habe, Song für Song, Text für Text.”

Ja na dann.

JermaineBelgardioWenn man sich im Netz so umschaut, dann stellt man recht schnell fest, dass “Blunt Force Volume” mit Lorbeeren im Prinzip nur so zugeschüttet wurde und wird. Wer sich auf diese astrein produzierte Scheibe einlässt, kommt ganz schnell dahinter, warum das so ist. Mit ihrem sensationellen Debüt haben sich We Got This Far aus dem Stand weg bis in die obersten Regionen des Industrial-Genres geschossen. Die Zeit wird zeigen, ob sie dieses Level halten können. Im Moment jedenfalls gibt es aber nur wenig, was besser ist als “Blunt Force Volume”. Und auch diese Nägel werden irgendwann rostig…


Wertung

inhaltg Gesang Klang Fan-Faktor artworkg Gesamt

Trackliste

  1. Breathe Before The Plunge
  2. Like Dying
  3. .sedona
  4. Mistep
  5. .endgame
  6. Cave In
  7. Bludgeon
  8. Anywhere But Here
  9. .so.this.is.doom
  10. Someone Somewhere

Anspieltipps

  1. .Endgame
  2. Cave In
  3. .so.this.is.doom

Links


Diskussion im Forum

Bookmarken:
  • del.icio.us
  • Digg
  • Technorati
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • Facebook
  • Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Google Bookmarks
  • MySpace
  • Twitter

Verwandte Artikel:

  • Keine verwandten Artikel vorhanden.

Comments are closed.