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Musik-Reviews, Reviews, Wumpscut — Veröffentlicht am 3. April 2007 um 14:59

:WUMPSCUT: – Body Census

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:Wumpscut: - Body CensusAuch von dem Herrn Rudi Ratzinger (mit der prominenten Verwandtschaft) steht schon wieder ein neues Studioalbum in den Plattenläden. 11 Songs hat der fleißige Mann mit „Body Census“ vorgelegt, das Album erscheint in einer limitierten Luxus Edition im Digipack mit Aufkleber plus Download und einem aufwendigen Booklet, der normalen Variante im Jewel Case und als Box.
Inhaltlich fällt auf, dass Wumpscut sich diesmal besonders stark mit der Gothic Szene befasst hat, so findet man gleich mehrere bezugnehmende Titel auf dem Album, z. B. „Homo Gotikus Industrialis“ oder „You Are A Goth“.

Ich persönlich meine, da auch eine gewisse Ironie aus den Texten zu hören, allerdings könnte es auch sein, dass ich mich da etwas zu weit aus dem Fenster lehne. Andererseits scheut sich Rudi nie, auch heikle Themen zynisch anzuschneiden, man denke nur an die Ruda-Affäre. Den Industrialhörer als eigene Gattung darzustellen ist in jedem Fall ein witziger Einfall.

Musikalisch ist „Body Census“ die konsequente Weiterentwicklung von „Cannibal Anthem“, auch hier stehen Melodie und moderater Gesang im Vordergrund. Harte Klänge wie „Embryo Dead“ gehören hier der Vergangenheit an, daher würde ich eher von einem Elektro- als einem Industrial-Album sprechen, obwohl durchaus Industrialklänge vertreten sind. Das empfindet vielleicht jeder anders. Meine persönlichen Favoriten auf dem Album sind wie folgt:

  • The Beast Sleeps Within You: starker Rhythmus wie Paukenschläge, toller Eröffnungssong.
  • Remember One Thing: gliedert sich musikalisch elegant an den ersten Song an. Melodiöse Keyboardklänge, wie sie auch gut zur 80er Miami-Vice-Serie gepasst hätten, gepaart mit Rudis heiser geflüstertem Gesang als schöner Gegensatz.
  • We Believe, We Believe: Ebenfalls ein hymnenartiger Refrain, sehr prägnant. Natürlich wieder mit der so wumpscut-typischen Zeilenwiederholung als gesungenes Echo.
  • My Dear Ghoul: Rasanter Song mit druckvollem, sehr kratzigen Gesang. Erinnert wieder mehr an härtere Wumpscut-Stücke und hat spinnetartig gespielte Synthesizer-Passagen.
  • The Fall: Dieses Lied besticht mit lieblichem Frauengesang und Entspannungsklängen, ist also teilweise sehr ruhig gehalten und somit was für die Kopfhörer zu Hause.

PentehazardDie eröffnenden ersten drei Songs legen die Messlatte ziemlich hoch, dieser Level ist schwer ein ganzes Album lang aufrechtzuerhalten. Und so gehen im weiteren Verlauf einige an sich gute Songs etwas unter, aber insgesamt ist es ein gelungenes Werk, was schön wie aus einem Guss daherkommt. Die Scheibe bietet sowohl tanzbare Stücke als auch viel Material, was sich für den ungestörten Hörgenuss im stillen Kämmerlein eignet.


Wertung

Inhalt Gesang Klang Fan-Faktor Artwork Gesamt

Trackliste

  1. The Beast Sleeps Within You
  2. Remember One Thing
  3. We Believe, We Believe
  4. Ain’t That Hungry Yet
  5. You Are U Both
  6. My Dear Ghoul
  7. Hide And Seek
  8. Homo Gotikus Industrialis
  9. Body Census
  10. Adonai, My Lord
  11. The Fall

Anspieltipps

  1. The Beast Sleeps Within You
  2. My Dear Ghoul
  3. The Fall

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