Woran erkennt man zweifelsfrei, dass es Frühling wird? Riiichtig, genau. Und außerdem erscheint nahezu jedes Jahr im Frühling ein neues :WUMPSCUT: Album. Mit einer Verlässlichkeit, die man sonst nur noch allenfalls von Schweizer Uhren kennt, kann man quasi selbige danach stellen und abwarten. Und richtig, auch dieses Jahr beehrt Rudy R. seine Hörerschaft im April mit neuem Tonmaterial, das in versammelter Form dieses Jahr auf den Namen “Fuckit” hört. Sympathisch.
Sympathisch geht es denn dann auch weiter mit dem Opener “Schlechter Mensch”, bei dem Herr Ratzinger Samples diverser Nachrichtensendungen verwurstet, in denen Amokläufer und die Musik von :Wumpscut: – wie so oft – in kausalen Zusammenhang gebracht werden. Hier erklärt sich wohl das erste Mal der Albumstitel. Von Musik jedenfalls kann da aber noch nicht die Rede sein.
Die nämlich setzt erst mit dem zweiten Lied ein, getauft auf den schönen Namen “The Boo”. Typisches :W:-Programm möchte man sagen, jedenfalls was die Songstrukturen angeht.Hübsch fette Bässe, flüstergrunzige Vocals und Lyrics, die aus mehrmaliger Wiederholung gleicher Textzeilen bestehen. Dazu dann ein paar nette klangliche Spielereien, so wie in diesem Fall einigermaßen treibende Synthies sowie – Obacht jetzt! – Streicher. Dürfte wohl auch aus der Konserve kommen, klingt aber interesant. Danach geht es dann ohne weitere Umwege mit dem Titelstück weiter. Tanzbar hin oder her, wird es nicht zuletzt wegen des Namens und der permanenten Wiederholung des bösen F-Wortes den Weg in die Clubs finden. The same procedure as every year, James.
Nach diesem Schema wird dann auch über die restliche Laufzeit des Albums verfahren: Schnelle Nummern im wechsel mit weniger schnellen, aber alle angefüllt mit allerhand Samples, Rudys Singsang, einigen interessanten klanglichen Spielereien. Den goldenen Blumentopf für ganz besonders herausragende Innovationen wird :Wumpscut: auch in diesem Jahr nicht einkassieren; allerdings hege ich auch leise Zweifel, ob das die Intentionen des Herrn R. sind.
Im Prinzip wird es also auch diesmal wieder so sein wie jedes Jahr: Die einen werden den nur dezent veränderten Sound :Wumpscut:s mögen – die anderen nicht. Ein dazwischen wird es auch in 2009 nicht geben. Eines werden aber Gruppierungen beider Lager gemeinsam haben: Egal ob man :W: mag oder nicht, tanzen kann man dazu allemal.
Wertung
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Trackliste
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Anspieltipps
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