Rotersand - 1023Stil kann man nicht kaufen. Den hat man, oder man hat ihn nicht. Rotersand, die lediglich 2 Alben brauchten, um sich in der Electro-Liga ganz nach oben zu spielen, haben ihn. Mit “1023″ beweisen sie dies einmal mehr.

Namensgeber für diesen eher ungewöhnlichen Albumtitel war die Zimmernummer des Hotelzimmers in Detroit, in dem Rotersand während ihrer Tour im letzten Jahr übernachtet haben. Die Atmosphäre in dem einstmals luxuriösen, inzwischen ziemlich heruntergekommen Hotel, bei dem sich die Band laut Sänger Rasc in ein unwirkliches Szenario, irgendwo zwischen surrealem Computerspiel und Stephen King Romanen, versetzt fühlte, hat sich so sehr bei der Band eingeprägt, dass es – zumindest stimmungstechnisch – auf dem neuen Album wiederfindet.

Denn zunächst einmal fällt einem beim Hören von 1023 die sehr düstere Grundstimmung auf, die Rotersand hier verbreiten. Gut, zum Arme hochreissen und freudigen Hurra! schreien war die Musik der Band bisher eh immer nur bedingt geeignet, aber inhaltlich und musikalisch bewegen sich Rotersand hier auf einem Terrain, dass sich aus Melancholie, Fernweh und unerfüllter Sehnsucht zusammensetzt.

Aufgrund dessen will sich bei 1023 auch nicht so recht ein Song finden lassen, der sich – im Gegensatz zu diversen Stücken der Vorgängeralben – als Party- & Discotrack herauskristallisiert. Klar, “Lost” wurde schon diverse Male in Discos gespielt – passt da aber nur bedingt hin. 1023 bittet eher darum, dass man ihm die ganze -verdiente- Aufmerksamkeit schenkt und sich in dem Klangkosmos verliert, den die Leuchtturmwärter von Rotersand vor ihren Hörern ausbreiten.

JermaineBelgardioWer die Vorgängeralben kennt, sollte sich im Vorfeld klarmachen, dass er bei 1023 alles erwarten kann – nur keinen lauwarmen Aufguss der selbigen. Vielmehr untermauern Rotersand hier ihren Ruf als einer der stilvollsten Electro-Acts. 1023 ist nun quasi der Leuchtturm im Rotersand Universum, der die Vorgängeralben (und nebenbei jede Menge anderer Electro-Veröffentlichungen) überstrahlt und an dem sich die Jungs fortan messen lassen müssen.


Wertung

Inhalt Gesang Klang Fan-Faktor Artwork Gesamt

Trackliste

  1. 1023 (Given Time)
  2. Rushing
  3. I Don’t Know
  4. Lost
  5. I Am With You
  6. I Cry
  7. Shelter
  8. The Gods Have Gone Insane
  9. Meaning Is The Drug
  10. I Don’t Remember
  11. Inner World

Anspieltipps

  1. Lost
  2. I Cry
  3. Meaning Is The Drug

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