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BLUTENGEL – Soultaker

Blutengel - SoultakerNachdem es in diesem Jahr bereits ein (im Höchstfall 3 CDs umfassendes) Album und eine Tour durch die Clubs gab, präsentieren BLUTENGEL quasi pünktlich zur Weihnachtszeit noch einmal eine EP. Und da Chris Pohl und seine Ladys ihre Fans über die Jahre mit schnuckeligen Limited Editions “erzogen” haben, ist klar, dass es sich bei einer neuen Veröffentlichung inzwischen fast zwangsweise um ein Goodie mit Mehrwert handeln muss. So ist auch “Soultaker” gleich eine Doppel-CD geworden, welche die nicht ganz unberechtigte Frage aufwirft, ob Quantität gleichbedeutend mit Qualität ist.

Rückblickend betrachtet muss man unseren Lieblings-Berlinern ja leider bescheinigen, in der Vergangenheit nicht immer ein glückliches Händchen gehabt zu haben, was Non-Album Veröffentlichungen angeht. Deshalb wohnen bei der Ankündigung einer neuen EP bei so manchem Blutengel-Hörer zwei Herzen in einer Brust – noch dazu, wenn es im gleichen Jahr bereits ein songtechnisch üppig ausgestattetes Album gab. Manch einer fürchtet, die neue EP könnte womöglich mit heißer Nadel gestrickt sein.

Wer solche oder ähnliche Gedanken hegt sei an dieser Stelle beruhigt – “Soultaker” macht alles richtig!

Das fängt schon beim Titelsong an: eine höchst eingängige Electro-Pop-Nummer, die alle Tugenden der Band in sich vereint: tanzbarer Beat, weite Synthieflächen, Samples, prägnante Melodie und eine Hookline, bei der man sich schon beim ersten Hören darauf freuen kann, den Song bei einem kommenden Konzert live mitzugröhlen. Blutengel ist hier nicht weniger als einer der großartigsten Songs der Bandgeschichte gelungen, mindestens aber die schnuckeligste Gudde-Laune-Hymne seit “Engelsblut”!

Angenehme Überraschungseffekte bieten auch auch die anderen neuen Songs dieser EP, vor allem das sehr schwermütige “Why Do Even Angels Have To Die”, bei dem Blutengel Fans früher Tage erfreut mit der Zunge schnalzen dürfen. Die musikalische Ausgestaltung des Songs wird wohl nicht nur mich an die “goldenen Seelenschmerz”-Zeiten denken lassen. Die Drums, die synthetische Orgel und all das – der Song hätte auch gut und gerne direkt im Anschluss an “I’m Dying Alone” auf “Seelenschmerz” stattfinden können.

“Addictet To The Night” und “World Of Ice” passen hingegen ganz gut zum letzten Album “Schwarzes Eis”. Quasi wie ein nachgereichter Abschluss. Beides ganz hübsche Songs, allerdings dürfen Chris und die Damen beim nächsten Album nun wieder experimentierfreudiger werden.

Auch bei den obligatorischen Remixen lassen sich die Blutengel nicht lumpen. Ok, die beiden neuen Fassungen von “Engelsblut” unterscheiden sich jetzt nicht so dramatisch vom Original, unterstreichen in den vorliegenden Versionen aber die Partytauglichkeit des Songs. Cooler ist da schon der so genannte Shadow Remix von “Behind The Mirror”, der eines der schicksten (aber eh schon nicht schnellsten) Songs des letzten Albums in eine sehr pianogeschwängerte Ballade verwandelt. Möglicherweise sogar die beste seit “No Eternity”. Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle der City Nights Remix des Songs “City Lights” aus dem Hause Ashbury Heights, der den Song in eine Tanzgranate mit hohem Spaßfaktor im typischen Ashbury Heights Stil verwandelt.

Ich erwähnte bereits, dass Blutengel wissen, was sie ihren Fans schuldig sind und daher kommt diese EP mit einem zweiten Silberling daher. Auf der zweiten Scheibe findet sich das Berlin-Konzert, das während der “Schwarzes Eis” Tour aufgezeichnet wurde. Dieser Mitschnitt zeigt deutlich, was jedem Besucher eines Clubkonzerts der Band eigentlich sicherlich längst klar ist: Blutengel live sind eine sichere Garantie für Gudde Laune. Der hier präsentierte Konzertmitschnitt fängt die Atmosphäre gut ein und lässt das Konzert vor dem geistigen Auge des Hörers lebendig werden.

JermaineBelgardioIch muss gestehen: Ich gehöre zu denen, die bei der Ankündigung der “Soultaker” EP ebenfalls zwiegespalten waren. Zwar freue ich mich immer, wenn neues Material der Berliner in meiner Stereo-Anlage landet, andererseits hab ich es in der Vergangenheit auch schon oft genug erlebt, dass unter dem (eigentlich lobenswerten) Arbeitseifer der Band die Qualität gelitten hat. Diesmal allerdings nicht. “Soultaker” hinterlässt einen verdammt guten Eindruck. Die Doppel-EP, die nicht zuletzt durch den günstigen Preis punktet, darf also durchaus als Geschenk an die Fans angesehen werden.


Wertung

Inhalt Gesang Klang Fan-Faktor Artwork Gesamt

Trackliste

Soultaker:

  1. Soultaker
  2. Addicted To The Night
  3. World Of Ice
  4. Why Do Even Angels Have To Die?
  5. Engelsblut (Fallen Angel Remix)
  6. Engelsblut (Eternal Life Remix)
  7. Behind The Mirror (Shadow Remix)
  8. The Princess (Princess Of Ice Remix)
  9. City Lights (City Nights Remix by Ashbury Heights)
  10. Soultaker (Black Soul Remix)
  11. Soultaker (Grove Mix by Lost Area)
  12. World Of Ice (Clubfire Remix by Miss Construction)

Live in Berlin:

  1. Behind The Mirror
  2. Dreh Dich nicht um
  3. Kind der Nacht
  4. The Dream
  5. The Only One
  6. Dancing In The Light
  7. My Nightmare
  8. Soul Of Ice
  9. Lovekiller
  10. Schneekönigin
  11. Engelsblut
  12. Vampire Romance

Anspieltipps

  1. Soultaker
  2. Why Do Even Angels Have To Die?
  3. City Lights (City Nights Remix by Ashbury Heights)

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