Die Top-Alben des Jahres 2009
Alle Jahre wieder kommt Ende Dezember (scheinbar ganz überraschend) nicht nur der lustige ältere Herr mit seinem Sack voller Geschenke angerauscht, nein, zum Jahresende hin ziehen wir noch einmal Billanz und überlegen: Was waren denn jetzt unterm Strich die Alben, die uns im Laufe dieses Jahres am meisten, am nachhaltigsten gefallen bzw. beeindruckt haben? Wer unsere Reviews in diesem Jahr verfolgt hat wird festgestellt haben, dass uns viele, eigentlich schon als “sichere Bank” geschätzte Acts in 2009 teilweise arg enttäuscht haben. Dafür haben sich Newcomer aus dem Nichts manifestiert, die niemand von uns auf dem Schirm gehabt hat. Lange Rede, kurzer Sinn: Im Nachfolgenden präsentieren wir Euch wie gehabt unsere berühmt-berüchtigte Jahresendwertung. Mit diesen Scheiben, die auch 2010 noch gefallen werden, könnt Ihr Eurer Sammlung viel Gutes tun.
Ash
01: Project Pitchfork – Dream, Tiresias!:
Die NUN-Trilogie (das “Inferno”-Album sowie die EPs “Trialog” und “View from a Throne”) stieß selbst in Fankreisen nicht auf sonderlich hohe Resonanz. Der Nachfolger “Kaskade” war zu unausgereift und konnte bis auf wenige Stücke ebenfalls nicht vollends überzeugen. Spilles und Co machten sich den Trend zu Nutze, back to the roots zu gehen und veröffentlichten im Februar mit “Dream, Tiresias!” ein Album, das sich sowohl vom Coverartwork und den Pressefotos her (der uralte PP-Schriftzug ist genauso wieder da wie die Forke oder die blauen Streifen in Peters Gesicht) sehr an PP aus den 90ern orientiert. Auch soundmäßig haben sich die Hamburger hier vom Rocksound der letzten Zeit verabschiedet und ein lupenreines elektronisches Album rausgehauen, das irgendwo zwischen “IO” und “Chakra: Red” angesiedelt klingt. Neben ganz tollen Titeln wie “The Tide”, “If I could”, “Passion” oder “An End” kann mein Gewinner 2009 auch endlich mit neuem Futter für die Clubs aufwarten: “Feel!” ist zwar keine Wachabslösung für den “Timekiller”, aber zumindest eine überfällige Abwechslung. Gold für ein grandioses Jahr für Project Pitchfork mit einer erfolgreichen Tour, grandiosen Festival-Auftritten und dem besten Album des Jahres.
02: Down Below – Wildes Herz:
Keine Frage, die Meßlatte nach dem Vorgänger “Symphony 23″ lag sehr hoch für die Thüringer Düsterrocker Down Below. Umso größer waren die Ängste als Frontmann Neo Scope in einem Interview verkündete, daß der neue Longplayer zu 100% in deutsch eingesungen werden sollte. Die Befürchtungen waren jedoch umsonst, “Wildes Herz” ist ein Fulltimealbum geworden, das wieder einmal alle Stärken der Band vereint: Kraftvolle und gleichzeitig melodiöse Rockmusik, die zwar keinem weh tut und durchaus Mainstream-Potential besitzt, die aber niemals kitschig ist und sich damit gekonnt von so vielen anderen Vertretern abhebt. Lückenfüller sucht man auf dem Album vergebens. “Wildes Herz” aus dem Monat Juni gehört ob seiner Schlüssigkeit aufs Treppchen und verdient sich meine Silbermedaille.
03: Lily Allen – It’s Not Me, It’s You:
Eine Scheibe aus den Charts aus 2009 in den Top 5? Warum nicht, wenn es sich nicht um solch Katzenjammer handelt, der einem sonst den ganzen Tag aus dem Radio entgegendudelt? Lily Allens “It´s not me, it´s you” ist kein R´n´B, kein Soul und dennoch genauso erfolgreich im Mainstream unterwegs wie Lady Gaga, Rihanna und wie sie alle heißen mögen. Es ist also doch noch nicht alles verloren und etwas Licht am Ende des Tunnels erkennbar. Dieses Popalbum ist quasi fromm, frisch, fröhlich, frei. OK, fromm nicht wirklich, aber mit den Hits “Not Fair” (das übrigens im Radio an einer Stelle zensiert wird), “Fuck you”, “22″ oder “The Fear” trifft die schnuckelige Engländerin einfach voll ins Schwarze! Wollen wir hoffen, daß die Zeit des Souls mit Ablauf dieses Jahrzehnts endlich vorbei ist. Wenn die Zukunft des Pops sich dann ungefähr so anhört, dann graut es mir auch nicht mehr, auf der Arbeit mal das Radio einzuschalten.
04: Rammstein – Liebe ist für alle da (Neue Version):
Trotz aller Skeptik hinsichtlich der letzten Studioalben und der peinlichen “Pussy”-Nummer, stellte sich “Liebe ist für alle da” erstaunlicheweise als ein rundum gelungenes Rammstein Album mit großem Hitpotential heraus. Druckvolle Tracks wie “Wiener Blut” oder “Waidmanns Heil” wechseln sich gekonnt mit melodiösen Tracks (“Frühling in Paris”) oder dem poppigen “Haifisch” ab. Und auch wenn Zensursula “Ich tu Dir weh” nicht gepaßt hat, die Reaktionen der Hörer beweisen das Gegenteil. Insgesamt also ein eigenwilliges Konzeptalbum, das thematisch mit viel Witz und Ironie von Rammstein verarbeitet wurde und dennoch die fehlende Härte nicht vermißt. Meine persönliche Überraschung des Jahres, wenn wir die Vorabsingle mal ausklammern mögen.
05: Placebo – Battle For The Sun:
Ich bin erst vor kurzem auf dieses Werk aufmerksam geworden und habe es aufgrund des günstigen Preises von 10,- im Laden einfach blind mal mitgenommen. Daß ich jedoch so positiv überrascht werden würde, hätte ich nicht gedacht.
Ähnlich wie bei Down Below läßt sich diese straighte Rockplatte problemlos am Stück durchhören, ohne daß die Skip-Taste betätigt werden muß. Das alleine ist schon mal eine gute Basis für ein erfolgreiches Album. Wenn dann jedoch noch Ohrwürmer am Stück serviert werden (“Devil in the Details”, “Bright Lights”, “King of Medicine”, “The Never-Ending Why”), dann komm selbst ich nicht drum herum, als Placebo mit in die Top 5 aufzunehmen und dadurch Lacrimosa die Tür vor der Nase zuzuschlagen. “Battle for the Sun” ist also eines der vielen Überraschungsalben von einer Band, die ich so definitiv nicht auf dem Zettel hatte. Beim nächsten Mal beschäftige ich mich eher mit euch, versprochen!
JermaineBelgardio
01: KiloWatts & Vanek – Focus & Flow:
Mit großem Abstand das Album, das mich am meisten beeindruckt hat. Schon zig mal gehört und trotzdem ist es noch immer mein ständiger Begleiter im Auto sowie in den Abendstunden. Ganz großes Kino! Für mich ganz klar die Band, die so manche Genregröße in den wohlverdienten Ruhestand schickt.
02: Assemblage 23 – Compass:
Einer der wenigen namhaften Electro-Acts, die mich in diesem Jahr nicht enttäuscht haben. Statt auf der Stelle zu treten erfindet sich Herr Shear neu und liefert das beste Album seiner Karriere ab. Zudem enthält “Compass” die wohl schönste Ballade des Jahres: “The Cruelest Year”. Maximaler Gänsehautfaktor hier, jede Menge Hörgenuss bei den restlichen Songs.
03: Leichtmatrose – Gestrandet:
Deutschsprachige Popmusik kann so gut sein. Was der Leichtmatrose hier mit seinem Debüt auf die Beine gestellt hat, grenzt schon an Genialität. Intelligente Texte, ein todsicheres Gespür für funktionierende, eingängige Melodien und ein wunderbar hohes Maß an Melancholie. So muss das aussehen, dann klappt’s auch mit Bestwertungen und Begeisterung.
04: We Got This Far – Blunt Force Volume:
Noch ein Newcomer, der mich in diesem Jahr nachhaltig beeindruckt hat. Aus dem Stand einen Meilenstein im Industrialgenre aus dem Ärmel zu ziehen nötigt schon Respekt ab. Die einzig sinnvolle Alternative zu den ewigen Genre-Göttern Nine Inch Nails.
05: The Awakening – Tales Of Absolution + Obsoletion:
In Zeiten, in denen dem Gothic-Rock schon an vielen Orten der Totenschein ausgestellt wurde kommen The Awakening daher und zeigen höchst eindrucksvoll: Pustekuchen, Gothic-Rock lebt. Und wie! Besser hat das in diesem Jahr keiner hinbekommen als die Exil-Südafrikaner. Schade nur, dass es in Deutschland nur als Import erhältlich ist.
Neo
Ohne Reihenfolge:
Marilyn Manson: The High End of Low:
Tolles Album, ungewohnter Weg von Manson und abwechslungsreiche Musik. Genial besonders “Four Rusted Horses“.
Diary of Dreams – (If):
Es gab meiner Meinung nach nicht viel neues bzw. überraschendes, dennoch gutes Album mit guten Songs. Tips: The Wedding und King of Nowhere
Mono Inc.:
Voices of Doom – Für mich die Band, die in naher Zukunft den richtigen Durchbruch schaffen wird. Als Vorband von ASP das erste Mal live gesehen, haben sie richtig Stimmung gemacht. Der neueste Ableger von ihnen bestätigte den guten Live-Eindruck. Es wird von Mal zu Mal besser beim Hören. Tips: “Voices of Doom” und “Gothic Queen”.
Agonoize – Hexekosioihexekontahexa:
Agonoize halt, hart und gut. Tips: “Vollrauschfetischist” und “Ohnetitel”
Rammstein – Liebe ist für alle da (Neue Version):
Habe ich mich zunächst lange gewehrt überhaupt das Album zu hören, landet es doch in den Top Five. Wieso? Weil es einfach cool ist. Das erste Rock Album seit langem, wo sich bei den meisten Liedern der Head-Bang Effekt eingeschlichen hat. Über Sinn und Unsinn der Texte kann man zwar diskutieren, aber Spaß macht das Teil.
Pentehazard
01: Life Cried – Banished Psalms (All Time Favourite!):
Life Cried haben mit ihrem 2. Album für mich den Olymp erklommen. Seid P9 in Ungnade gefallen sind, bin ich absoluter Life Cried-Fan geworden; die klingen so, wie P9 klingen sollten.
02: NoLongerHuman – Antipathy (s.o.):
Diese Band habe ich für mich erst vor Kurzem entdeckt und bin total begeistert. Sind genauso gut wie Life Cried, nur anders. Super Harsh Elektro, oder wie man das jetzt nennt.
03: A Spell Inside – Log Inside:
Ich bin schon seit Mitte der 90er ein glühender Spell Inside-Fan und das hat sich auch mit dem aktuellen Album nicht geändert. Tolle Stimme, großartige Melodien, sehr hoher Wiedererkennungswert.
04: FGFC820 – Law & Ordnance:
Nicht ganz so abwechslungsreich wie der erste Schlag, aber immer noch ein ziemlich gutes Album und typisch FCFG820. Oder war es FGFC820?
05: Agonoize – Hexakosioihexekontahexa:
Ich hätte mir weniger deutsche Titel gewünscht und etwas mehr Back to the Roots. Allmählich hören sich auch alle Songs ähnlich an. Aber tanzbar immerhin.
silentmessiah
01: IAMX – Kingdom Of Welcome Addiction
Ich könnte jetzt natürlich von der klanglichen Qualität oder der Eindringlichkeit diese Albums schwärmen.. Aber das hier soll ja ein rein subjektiver Rückblick sein.. von daher: Was für ein Album! Wenn schon ein Silberling in diesem Jahr das Etikett “Geil” verient hat, dann das Werk von Chris Corner! Und das von mir, nem Elektriker…
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02: Nachtmahr – Alle Lust will Ewigkeit
Eigentlich ein ziemlich unspäktakuläres Album für mich. Keine absoluten Kracher und auch keine Revolution des Generes oder anderweitig großen Inovationssprünge.. Trotzdem hör ich’s irgednwie ständig…
03: ASP – Von Zaubererbrüdern
Das Album zu einer einmaligen Tour. Zwar fehlt der schwarze Schmetterling schon, aber is halt ma was ganz anderes vom guten ASP.. ein Beispiel für Kreativität und Charme, an dem sich ein Großteil der anderen Bands ruhig ein Beispiel nehmen kann =)
04: Menschdefekt – Projekt Tremor
Extrem tanzbar, extrem geil. Hier gibts was mal was auf die Ohren.. und weils so schwer ist, dabei die Füße still zu halten, sind die beiden natürlich mit dabei..
05: Assemblage 23 – Compass
Eigentlich hab ich von A23 immer nur einzelne Songs so richtig gut gefunden.. ein ganzes Album konnt ich nie am Stück hören, da der Nervfaktor stets zu hoch für mich war.. hier is des aber anders. -Einfach schön zu hören! Auch wenn ich wie viele meiner Kollegen nicht die Ansicht vertrete, hier ein revolotionäres Meisterwerk vor mir zu haben, gehörts doch schon irgendwie in meine Top5..
Soul69
01: The 69 Eyes – Back in Blood:
Hier kann ich nur auf die Rezension verweisen. Ein Glanzstück und mein Highlight für dieses Jahr. Da heran zu kommen war auch wirklich unmöglich.
02: Ich & Ich – Gute Reise:
Einfach nur wieder wunderschön und perfekt zum entspannen und um sich selbst mal etwas gutes zu tun.
03: Creed – Full Circle:
Endlich! Da hab ich drauf gewartet und das hat sich gelohnt. Das Ergebnis ist einfach toll und besser als erwartet! Schniekes Album.


