
Etwas erstaunt war ich schon darüber, dass es Arise- X schon seit 2003 geben soll. Sie sind aus mechanical Horizon entstanden und konnten bisher einige Stücke auf Samplern plazieren. In diesem Fall haben sie ihren Amateurstatus noch nicht so ganz überwunden, zumindest habe ich hin und wieder den Eindruck einer leichten Holprigkeit. Trotzdem oder vielleicht sogar gerade deshalb ist mir X Nation auf Anhieb gut ins Ohr gegangen, nicht zuletzt, auch weil ich eine gewisse Nähe zum österreichischen Act Yade sehe, der mir ja auch sehr gut gefällt.
Arise-X sind sehr gut tanzbar, aber anders als Extize sind sie nicht platt und einfallslos. Die Texte drehen sich angeblich um Alltagsthemen, das wäre allerdings nur dann der Fall, wenn wir bereits mittendrin im Dritten Weltkrieg wären, der zufällig mit dem Jüngsten Tag zusammenfiele. Anders ausgedrückt: es lohnt sich tatsächlich, mal bei den Texten hinzuhören. Das Schöne dabei ist, dass viele Texte zwecks besseren Verständnisses in deutsch verfasst und insgesamt sogar als Wortlaute wahrnehmbar sind. Die Kehrseite schiebe ich gleich mal hinterher: mich erinnert der kratzige Gesang und – leider Gottes – auch der manchmal drastische Inhalt bisweilen stark an Centhron. Beides geht mir in solchen Momenten auf den Puffer. Glücklicherweise überwiegen die guten Anteile ganz eindeutig, so dass der Nachgeschmack von X Nation durchaus positiv bleibt.
Arise-X greifen gerne und reichlich auf Samples zurück und da wir offenbar die gleichen Filme sehen, erlebe ich gleich zu Beginn einige Reminiszenen aus Fightclub und Interview mit einem Vampir. Muss man zwar nicht unbedingt haben, aber es schadet eigentlich in diesem Fall auch nicht. Bei einigen Stücken gibt es Verstärkung von einer weiblichen Gesangsstimme à la Blutengel, was durchaus nicht negativ gemeint ist. Reich der Nacht zum Beispiel ist eine – durchaus gelungene – Mischung zwischen Blutengel und Das Ich, übrigens auch in Hinblick auf die Prosa. In Necromanie gibt es ein Wiedersehen mit Totes Fleisch, aber lediglich in thematischer Hinsicht. Das Gleiche gilt auch für Ground Zero.
Mir fällt auf X Nation eine sehr wünschenswerte Abwechslung auf, prinzipiell müsste hier darauf für jeden was dabei sein. Schöne heterogene Mischung bisweilen sehr tanzbarer Tracks. Für alle, die auf die etwas härtere elektronische Gangart stehen und trotzdem auf satte Synthie-Melodien bestehen, ist X Nation wärmstens zu empfehlen. Unbedingt antesten!
Trackliste
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Anspieltipps
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