MONO INC.:
Von Mono Inc. hatte ich bisher nur ein Album gehört, das irgendwann als Promo bei mir eintrudelte und das, was letztes Jahr auf dem M'era Luna von der Bühne aus zum Camp herüber schallte. Mit anderen Worten: So wirklich viel kannte ich von Mono Inc. bisher nicht, war aber von deren rockiger Mucke sowie dem sympathischen Auftreten auf der Bühne recht angetan. Erstaunlich, wie voll es am Sonntagvormittag schon vor der Bühne war. Erstaunlich auch, wie gut die Jungs auf selbiger das anwesende Publikum im Griff hatte. Die Stimmung war bei der Songauswahl, bei denen die Truppe älteres und neues Material spielte, jedenfalls sehr gut! Extrapunkte gab es für die teilweise lustigen Zwischenansagen, bei denen Sänger Martin Engler auf die Unterschriftenaktion für den Tierschutzbund verwies oder aber "die faulen Säcke" im VIP Bereich zum Mitbewegen zu animieren versuchte. Wir waren uns anschließend alle einig, das wir es hier gerade mit einem hübschen Gig zu tun hatten. Genau das richtige, um den zweiten Festivaltag zu beginnen. Endlich richtig wach konnte es dann ja auch weitergehen mit:
PANZER AG:
Das andere Projekt neben Scandy, mit dem Tausendsassa Andy LaPlegua (Combichrist, Scandy, Icon Of Coil und Panzer AG) auf dem fünften Amphi Festival für Furore sorgte. Als er offensichtlich gut gelaunt die Bühne betrat, war man als Kenner seiner anderen Projekte etwas perplex, als sich der Frontmann mal eben eine Gitarre umschnallte (welch ungewohnter Anblick!) und mit "Paper Angels" seinen ganz persönlichen Rock-/Electro-/Industrialsturm entfachte, der sicherlich auch dem Allerletzten den Schlaf aus den Augen pustete. Druckvoll und mit jeder Menge Energie bewiesen Andy und seine Truppe, dass sie auch zu so früher Zeit in der Lage sind, 110% zu geben und brachten mit Songs wie "Battlefield" oder dem in norwegischer Sprache vorgetragenen "Moerketid" das Areal vor dem Tanzbrunnen zum Kochen. Sehr coole Vorstellung hier, die übrigens auch dem einen oder anderem Security-Mann gefallen zu haben schien. Da wir inzwischen einen einigermaßen guten Platz direkt an der Bühne ergattert hatten, den wir nicht aufgeben wollten ehe wir nicht Diorama geguckt haben, blieben einfach kurzerhand genau da, wo wir waren und guckten nach Panzer AG:
DELAIN:
Auch sogenannter Symphonic Metal sollte auf dem Amphi augenscheinlich nicht zu kurz kommen und so wurde die niederländische Formation Delain verpflichtet. Mit dem Ex-Keyboarder von Within Temptation, der gleichzeitig der Bruder des WT Gründers ist, und einer Lichtgestalt am Mikrofon kann ja zunächst mal nicht so viel schiefgehen, oder? Nun ja. Die Truppe um Sängerin Charlotte Wessels und den besagten Martijn Westerholt gab sich auch sichtlich alle Mühe, das Publikum zu begeistern. Aber ähnlich wie in Arbeitszeugnissen, wo "xyz bemühte sich" einer glatten Ohrfeige gleich kommt, so verhält es sich auch beim Auftritt von Delain. Die Hardcore-Fans, die um mich herum versammelt waren, schienen ihren Spaß gehabt zu haben, für mich war das Gebotene viel zu austauschbar und belanglos. Es gab so rein gar nichts, das Delain von anderen, ähnlichen Bands abgehoben hätte. Mit Ausnahme des Sounds vielleicht, der für meine Ohren hier unglaublich dünn und schwach klang - wie bei keinem anderen Act auf dem Amphi. Musik aus der Konserve etwa? Das jedenfalls war nix. Wie es besser geht, zeigten direkt im Anschluss:
DIORAMA:
(Galerie)
Neben Agonoize und The Birthday Massacre war die Truppe um Torben Wendt die Band, auf die wir uns am meisten freuten. Wer Diorama einmal live gesehen hat, wird gerne bestätigen können, dass gerade Frontmann Torben Vollblutentertainer ist, der mit seiner Performance und seinem Mienenspiel, das von himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt und dem Wahnsinn nahe im Prinzip jede Emotion und jede Facette menschlicher Gesichtsausdrücke abdeckt und Oswald Henke ernsthaft Konkurrenz macht, zu begeistern weiß. Torben, Frozen Plasma Sänger Felix Marc, Gitarrist Sash Fiddler und Drummer Markus Halter sind einfach eine extrem spielfreudige Truppe, was sie hier einmal mehr unter Beweis stellten. Bereits ab dem Opener, "Kein Mord", hatte die Band das Publikum voll unter Kontrolle. Schön auch: Diorama hatten zwei neue Songs des kommenden Albums "Cube" im Gepäck, die sie hier erstmals spielten. Leider steht aber noch kein Release-Termin für das Album fest, aber anhand der beiden gespielten Songs kann man gut und gerne orakeln, dass es wohl die Tradition der bisherigen Diorama-Alben fortsetzen wird. Für mich wahren Diorama ganz klar DAS Highlight des Festivals. Und wenn ich mich nach dem Konzert so umschaute, scheine ich wohl damit nicht alleine gewesen zu sein.




