Im Bereich der elektronischen Musik ist wohl inzwischen nahezu alles miteinander kombiniert worden, was an komplementären Musikgenres nur vorstellbar ist. Und da der Electro-Bereich der populärste unserer Szene ist, wird es natürlich auch zunehmend schwerer, hier noch mit frischen, innovativen Ideen zu punkten. THE SYNTHETIC DREAM FOUNDATION ist angetreten, um einem breitgetretenen Genre neue Facetten zu verleihen. “Mechanical Serpent” nennt sich der Versuch und wir wollen doch mal schauen, ob und wie das gelungen ist.
The Synthetic Dream Foundation, im Folgenden der Einfachheit halber nur noch TSDF, ist keine Band, bei der die grosse Masse der Elektronikjünger mit den Fingern schnippen wird und ausrufen “ach diiieeeee….”. Komisch eigentlich, denn TSDF gibt es inzwischen auch schon ein paar Sommer lang; gegründet wurde dieses Projekt nämlich bereits im Jahre des Herren 2003 von einem Mr. Brett Branning. Dieser Branning, seines Zeichens diplomierter Komponist aus dem schönen Tampa, Florida (USA), verdiente sich seine ersten Sporen mit TSDF durch diverse Compilation-Beiträge (unter anderem für Dependent, Alfa Matrix oder Metropolis) und Remix-Arbeiten für namhafte Acts wie Suicide Commando, Rabia Sorda, XP8 und diverse andere.
“Mechanical Serpent”, um das es hier und heute geht, ist das inzwischen dritte Album des Projekts. Und ich glaube so langsam wird es wohl auch Zeit, Euch zu erzählen, wie sich TSDF anhören. Wie anfangs erwähnt gibt es ja bereits diverse Kombinationen von elektronischer Musik mit anderen Musikstilen. Auf “Mechanical Serpent” wird einem oftmals ziemlich technoiden Gestampfe, dem Grundgerüst quasi, wunderschöne, sich zwischen Neo-Klassik und Filmmusik bewegende Arrangements als Aufbau aufgesetzt.
Nehmen wir doch mal das Eröffnungsstück “Glittered Ripple From The Depths”. Zauberhafte Kompositionen schmiegen sich um einen Down-Tempo Beat, der Gesang von Elfonia Stimmchen Marcela Bovio erinnert an genau das: elfenhafte (von mir aus auch feengleiche) Liedkunst aus einer anderen Zeit und einer anderen Welt. Das Cover-Artwork tut wohl sein übriges, um diese Assoziationen zu wecken. Das zweite Stück “Invoking The Beast” hingegen wirkt wie Filmmusik, die gerade eine dramatische, spannende Szene untermalen soll, ehe sich die Handlung einem Höhepunkt zuwendet. Quasi so, als würde sich der berühmteste Geheimagent der Welt gerade an seinen schurkischen Widersacher heranpirschen, ehe es zum finalen Showdown kommt. So in etwa.
Zwei Beispiele, die demonstrieren sollen, wie sich der Spannungsbogen des Albums in einem Wechselspiel aus märchenhafter und filmreifer Musik ausgestaltet. An mangelnder Abwechslung leiden die orchestralen Passagen jedenfalls nicht. Harfen sind zu hören, Streicher, Synthieflächen die so weit sind das man meint, darauf Fußball spielen zu können und gefühlt nahezu omnipräsenter, polyphoner Gesang im Hintergrund. Dazu gesellen sich in jedem Fall elektronische Beats, die mal mehr, mal weniger schnell ausfallen aber immer so gegenwärtig sind, dass das Album nicht womöglich zu einem Heavenly Voices oder Ambient Werk mutiert. Zwischendurch wird zusätzlich zu den ansonsten ausschließlich weiblichen Vocals auch noch mal der scheinbar obligatorische, verzerrte Flüstersingsang bemüht. Ihr merkt also: “Mechanical Serpent” ist ganz sicher keine belangloses, schon x-mal gehörtes Electro-Gedudel sondern viel mehr eine spannende Mixtur, das vor allem um die Aufmerksamkeit von Liebhabern orchestraler Musik buhlt.
Eigentlich müsste ich voll des Lobes sein für dieses Album. Und in der Tat, The Synthetic Dream Foundation (höchst passender Bandname übrigens!) verfolgen auf “Mechanical Serpent” ein paar spannende und interessante Ansätze, die durchaus gerne Nachahmer finden dürfen. Aber gerade das, was dieses Album ins Electro-Genre schiebt, die treibenden Rhythmen und der allgegenwärtige Sequenzer sind es, die mich irgendwie stören. Vielleicht liegt es daran, dass das Gerumse so durchdringend ist, dass die schönen Kompositionen fast in den Hintergrund treten, vielleicht aber auch daran, dass die Beats nicht eben durch Abwechslung oder Ideenreichtum glänzen. Schade. Somit bleibt “Mechanical Serpent” zwar immer noch ein besitzens- und hörenswertes Album, Luft nach oben ist aber noch da. The Synthetic Dream Foundation ist sicherlich noch nicht an der eigenen Kapazitätsgrenze angelangt.
Wertung
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Trackliste
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Anspieltipps
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