Der Winter hatte uns nun ja wirklich lange genug in seinen eisigen Klauen. Dummerweise ist es damit aber offensichtlich noch nicht vorbei, denn gerade als man dachte, das schlimmste sei überstanden und es ginge nun endlich mal temperaturtechnisch aufwärts kam der Schlag ins Gesicht in Form neuerlichen Schneefalls. Was bleibt also? Nun, wie wäre es denn damit, etwas kalifornische Sonne zu importieren? In Form des aktuellen LIFEHOUSE Albums “Smoke & Mirrors” zum Beispiel?
Mit “Smoke & Mirrors” präsentiert das Quartett aus Mailbu, Kalifornien (USA) ihr inzwischen fünftes Studioalbum. Und während Lifehouse drüben in den Staaten in schöner Regelmäßigkeit mit ihren Alben und Singles hohe Chartpositionen für sich verbuchen können, fristen sie in unserem Lande eher ein Nischendasein. Wer Lifehouse einmal gehört hat wird sich fragen: Warum eigentlich? An der Musik selbst kann es jedenfalls wohl kaum liegen. Denn auch auf “Smoke & Mirrors” zeigen sich die Kalifornier als sehr spielfreudige Truppe mit einem sicheren Händchen für eingängige, pop-rockige Songs. Veränderungen am Sound nehmen die Herren um Sänger, Songwriter und Gitarrist Jason Wade nur behutsam vor. “Here Today Gone Today” beispielsweise ist aufgrund des verwendeten, reichlich elektronischen Rhythmuses ein kleiner Exkurs in Sachen Experimente.
Ansonsten bleiben Lifehouse aber so ziemlich genau bei dem, was sie immer schon gemacht haben und das sie auszeichnet: erstklassige Rocksongs, die sofort gudde Laune erzeugen (wie etwa das Eröffnungsstück “All In”), die ab und zu mit Blues-Elementen spielen (“Nerve Damage”) oder dank ihres Balladencharakters zum Schmachten und/oder Träumen einladen (“From Where You Are”). Akustisch bleiben Lifehouse dabei angenehm traditionell. Vom erwähnten Schlenker abgesehen finden sich hier vor allem genau die Elemente, die man von einer guten Rockband erwartet: Gitarre, Bass, Drums, gelegentliches Tüdeln einer Hammond-Orgel oder das zarte Geklimper eines Klaviers. Das eingängig arrangiert und dazu Texte (oder besser: Hooklines) die spätestens nach dem zweiten Durchgang zum Mitsummen animieren und über allem die angenehm rauchig-raue Stimme von Herrn Wade.
Als wäre das Album nicht schon genug gefüllt mit Hits, liegt der Deluxe Edition des Albums ein zweiter Silberling bei, auf dem sich unter anderem eine live im Studio neu eingespielte Version des Lifehouse Überhits “Everything” befindet. Das allein rechtfertigt eigentlich schon den Kauf.
Wem der Winter inzwischen auch so richtig auf den Zeiger geht und wer überdies in seiner Musiksammlung dringend nach Abwechslung sucht, sollte mal einen Hördurchgang bei Lifehouse wagen. “Smoke & Mirrors” ist für mich ganz klar das gudde Laune Albums des Frühlings. Diese unerhört schnuckelige Rockmusik schafft, was die Szene-Musik (vermutlich naturgemäß) nicht zu bewegen vermag: Man hört sie und fühlt sich auf einmal irgendwie lebendig. Mit “Smoke & Mirrors” lässt sich der Winter zumindest aus dem eigenen Gemüt vertreiben.
Wertung
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Trackliste
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Anspieltipps
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