Irgendwie waren wir ja alle schon einmal Teenager, nicht war? Und was macht einen Teenager aus? Richtig: die Suche nach dem eigenen richtigen Weg. Manchmal begeht man dabei den Fehler sich von den falschen Freunden führen zu lassen oder man verhaspelt sich selbst in den eigenen widersprüchlichen Vorstellungen vom Leben. So oder ähnlich geht es auch Bobo – aber dieser ist eigentlich harmlos.
Bobo ist jung, naiv und irgendwie noch auf der Suche nach sich selbst. Das einzige was er wirklich versteht ist seine Kamera. Irgendwann wird er von seinen Freunden überredet bei deren Pornodreh als Kameramann zu fungieren. Doch während des Drehs plaudert Bobo über ein Haus voller Wertgegenstände eines Bekannten um die angespannte Stimmung zu vertreiben. Das hätte er mal lieber nicht getan denn die anderen wittern schnelles Geld. So nimmt die Katastrophe ihren Lauf und der arme Bobo weiß nicht mehr wo oben oder unten ist.
Kurz gesagt: ein faszinierendes Buch. Eine faszinierend verkorkste Story und noch viel faszinierender ist das was uns diese Story sagt und was am Ende aus ihr wird. Was Andreas Kurz hier abliefert ist ein kompakt eingewickelte Paket aus Sarkasmus, Zynismus und schwarzen Humor.
Und wenn wir von der Geschichte an sich einmal absehen und uns nur dem Schreibstil widmen, so schlägt uns dieser direkt als trockene Staubwolke entgegen. Einfach hervorragend, ohne Schnörkel, ohne hochtrabende Schachtelsätze. Einfach nur das blanke Wort wie es da steht und sich selbst erzählt.
Wie mit dem Fahrrad auf Pflastersteinen rattert man hier durch die Erzählung. Keine Sekunde Ruhe, von einem Schlamassel zum nächsten führt uns Kurz durch Bobos Jugend, die alles andere als einfach ist. Manchmal möchte man nur noch die Hände vor das Gesicht schlagen und rufen „Nein, tu es nicht du Trottel!“ Aber wie wir ja alle wissen, hören Jugendliche nicht auf älter, erfahrene Menschen und somit passiert was passieren muss und man liest kopfschüttelnd über diese jugendliche Naivität weiter. Doch mal ehrlich, jung und dumm waren wir alle schon und keiner von uns hat eine weiße Weste im Bezug auf diverse dumme Ideen der Teenagerzeit. Oder?
Man ist doch irgendwie erleichtert, wenn das Buch ein (ich muss zugeben, eher erschreckendes) Ende nimmt und man aufatmen kann und weiß: jeder wird einmal erwachsen. Kurz’ kurzer Dauerlauf in Buchformat kann ich aber empfehlen für jene die etwas für außergewöhnliche Literatur übrig haben. Denn harmlos war gestern…
Wertung
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