Es war ein dicker Regenwurm,
Der rief “Es ist ein Graus!
Ich bin jetzt groß,
Was mach ich blos,
Zu klein ist mir mein Haus!”

“Ich ziehe fort und suche,
Ein neues Domizil,
Ein Eigenheim,
Für mich allein,
Mit Klasse und auch Stil.”

So sprang der dicke Ringelwurm,
Aus seiner alten Hütte,
Ein Vogel sah’s,
Und so geschah’s,
Er teilt’ ihn in der Mitte.

Der arme, halbe Regenwurm,
Er weinte dicke Tränen,
Dass er halbiert,
Hat ihn geniert,
Gar schlimm mußt’ er sich grämen.

So ringelt er sich schnell zurück,
In sein verschmähtes Haus,
Schwört sich er bleibt für immer,
In diesem, seinem Zimmer,
Und zieht nie wieder aus!

***

Es war ein kleiner Regenwurm,
Der rief “Es ist ein Graus!
Ich bin jetzt klein,
Was mach ich, nein,
Zu groß ist mir mein Haus!”

“Ich ziehe fort und suche,
Ein neues Domizil,
Ein Eigenheim,
Für mich allein,
Mit Klasse und auch Stil.”

So wurmt er sich aus seinem Loch,
Auf Umzug ganz versessen,
Ein Vogel sah’s,
Und so geschah’s,
Er ward ganz aufgefressen…


© Sybille Lengauer (www.myspace.com/hirnwichsen) | Hirnwichsen (Schädelfetzen) – Das Buch | Hospitalistische Liebeslieder


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