Berlin hat unendlich viel zu bieten – auch (und vielleicht gerade) für Schwarzträger und Freunde der Nacht. Am 05.06 und 06.06.2010 war es dann nach einem Jahr des Wartens wieder soweit und die Zitadelle Spandau öffnete ihre Pforten zum diesjährigen „Zita Rock & Folk“ Festival um besagtem Klientel Musik und Party vom Feinsten zu bieten. Und Mad-Goth (vertreten durch Soul69 und meine Wenigkeit TheVoice) war natürlich auch wieder für euch mittendrin statt nur dabei!
Da wir die Location ansich in den Berichten der vergangenen Jahre ausführlich beleuchtet und vorgestellt haben, den ihr beispielsweise hier nachlesen könnt, verzichten wir diesmal auf die Anfahrts- und Übernachtungsmöglichkeiten des Umfelds und widmen uns direkt dem Geschehen:
Um es ganz eindeutig und unmissverständlich vorneweg zu sagen: Das „Zita Rock & Folk“ Festival 2010 war definitiv das beste Festival dieser Reihe! Die Veranstalter haben alles richtig gemacht und es gibt sogar für uns (und das ist sehr selten) überhaupt nichts zu beanstanden!
Am Ende des Zita Rock 2009 wurde das Publikum mit der Nachricht überrascht und erfreut, dass sich das Festival im Jahre 2010 über 2 Tage erstrecken wird. Durch Ankündigungen auf der Zita Rock Homepage wurde schnell Kund getan, dass sich die einzelnen Tage auf ein Motto konzentrieren. Tag 1 sollte voll und ganz unter dem Motto „Zita Rock“ stehen und der zweite Tag dann dem Motto „Zita Folk“ folgen. Wir waren eher skeptisch ob sich diesem Konzept viele Festivalbesucher anschließen und beide Tage (Samstag und Sonntag) gut besucht werden würden. Doch im Laufe der Monate nach dem „Zita Rock“ 2009 wurde durch die ersten Informationen zum Lineup 2010 diese Skepsis mehr und mehr zerstreut. Die Veranstalter haben für beide Tage ein Lineup auf die Beine stellen können, das absolut sehens- und hörenswert ist:
Samstag, der 05.06.10:
1.) Staubkind (15:00 – 15:40 Uhr)
2.) Lacrimas Profundere (16:00 – 16:50 Uhr)
3.) Terminal Choice (17:10 – 18:00 Uhr)
4.) Megaherz (18:20 – 19:10 Uhr)
5.) Eisbrecher (19:30 – 20:30 Uhr)
6.) ASP (21:00 – 22:00 Uhr)
Sonntag, der 06.06.10:
1.) Coppelius (15:00 – 15:40 Uhr)
2.) Faun (16:00 – 16:50 Uhr)
3.) Tanzwut (17:10 – 18:00 Uhr)
4.) Saltatio Mortis (18:20 – 19:10 Uhr)
5.) Letzte Instanz (19:30 – 20:30 Uhr)
6.) Subway to Sally (21:00 – 22:00 Uhr)
Ergänzend zu den Auftritten wurde auch wieder ein ausführliches Rahmenprogramm geboten, das zum Beispiel Sven Friedrich (einschlägig durch seine Band Zeraphine bekannt) als DJ für die After-Show Party am Samstagabend beinhaltete. Doch dazu später mehr!
Da Soul und ich ein sehr spezielles Verhältnis zum Zita Rock haben (wir outen uns mal: 2008 hatten wir dort unser 2tes Date), war die Vorfreude auf das diesjährige Festival mit diesem Lineup umso größer. Doch es gab einen Faktor, der uns in den Wochen davor Sorgen gemacht hat: Das Wetter!
Doch hier muss ganz klar festgestellt werden: Der Wettergott liebt Zita Rock!
Zu dem bisherigen Wetter in Deutschland im Jahre 2010 müssen wir nicht zu viel sagen außer vielleicht: Es war Sche…e! Doch dann geschah das Wunder: innerhalb von 3 Tagen wurde alles gut und die Temperaturen stiegen um knappe 20 Grad von regnerischen 11 Grad am Dienstag auf knapp 30 Grad bei strahlendem Sonnenschein und blauen Himmel am Samstag.
Bereits die Anreise für Soul und mich ist jedes Jahr aufs Neue die perfekte Einstimmung aufs Zita Rock und birgt etliche Lacher. Da wir in Berlin wohnen, sind wir lediglich ca. 45 Minuten mit der U-Bahn und einem Bus unterwegs, bevor wir die Zitadelle in Spandau erblicken. Während der Busfahrt lässt sich aufgrund der Farbwahl der Kleidung und deren Stil bereits eindeutig erkennen, wer ebenso zum Zita Rock unterwegs ist. So wurden wir also im Bus mit den Worten begrüßt „wir wissen wo ihr hin wollt – Volksmusik hören oder?“. Dies wurde dann an jeder Haltestelle fortgeführt: „Da schau – noch mehr Volksmusikfreaks, die so farbenfroh angezogen sind“.
Der Tisch ist also wieder einmal gedeckt und so wollen wir zum Mahle schreiten:
Tag 1 (Samstag, der 05.06.10):
Obwohl wir ca. 1.5 Stunden vor dem Beginn des ersten Auftritts vor Ort waren, hatte sich bereits eine ansehnliche Schlange vor dem Eingang gebildet. Dank guter Organisation ging es aber zügig voran und keiner musste mehr als ein paar Minuten warten, bevor diese Hürde überwunden war und man im Innenhof der Zitadelle stand. Die Organisatoren haben am gut durchdachten Konzept der letzten Jahre (glücklicherweise) wenig geändert und es nur weiter optimiert. Der Innenraum der Zitadelle, welcher die Bühne sowie den „Technik- u. Lichtturm“ enthielt, wurde wieder von Ständen eingefasst, welche zu angemessenen Preise Nahrung in fester u. flüssiger Form sowie in allen Variationen bot. Ergänzend gab es natürlich wieder Stände die den Besuchern angepasstem Schmuck, Kleidung und Musik zum Erwerb anboten. Die Anzahl und Verteilung der vorhandenen Dixi-Toiletten war ausreichend und gut durchdacht. Die größte Änderung zum letzten Jahr wurde bezüglich des Standortes der Autogrammstunden vorgenommen, da diese nun näher zum Innenraum und der Bühne stattfanden und die gewillten Autogrammjäger somit weniger Zeit auf das Wechseln der Standorte investieren mussten.
Band Review – Die Auftritte:
1.) Staubkind:

Der Opener eines Festivals hat es nie einfach die Menge für sich zu gewinnen und auf Partykurs zu bringen. Doch auch hier waren wir, ähnlich wie letztes Jahr bei Tanzwut, positiv angetan. Staubkind unter der Führung von Louis Manke war von der ersten Sekunde an voll da und zeigte sich überraschend agil. Trotz der durchaus vorhandenen Affinität zur Melancholie in Louis Stimme, war diese kraftvoll und ging unter die Haut. Dank extrem gut eingestellter PA kamen sowohl die leisen Töne, als auch der vorhandene Druck der Songs unverkennbar beim Publikum an. Jeder Song und auch die persönlichen Ansagen zwischen den Songs wurden mit nachhaltigem Applaus honoriert. Vor dem Auftritt waren wir noch skeptisch ob Staubkind ausreichend Kraft und Schwung mit sich bringt, um ein Festival wie das Zita Rock & Folk zu eröffnen, doch nach dem Auftritt bleibt uns nur eine huldvolle Verbeugung: Respekt – Das war mehr als gut und ein perfekter Auftritt!
2.) Lacrimas Profundere:

Die stetig steigende Zuschaueranzahl begrüßte Lacrimas Profundere lautstark und die Herren um Roberto Vitacca legten direkt los als gäbe es kein Morgen mehr! Wir mussten beim Betreten der Bühne zwar zwei mal hinschauen um Roberto zu identifizieren, da Verwechslungsgefahr mit dem Sänger der (nicht auf dem Zita vertretenen 69Eyes) bestand, doch nach den ersten paar Takten und dem Gesang, war klar, das alles seine Richtigkeit hat. Die Songauswahl war perfekt und es gab daher auch bei Lacrimas alles, aber keine Langeweile! In Anlehnung an den Bodenbelag des Festivalplatzes war klar, dass dieser Auftritt Staub aufwirbelte. Es war der kompletten Band anzumerken wie viel Spaß ihnen der Auftritt in der Zitadelle gemacht und daher wurde wirklich jede Minute zelebriert. Dies kam auch in den Pausen zwischen den Songs zu tragen als das Publikum aktiv mit eingebunden und bei zu leisem Feedback ironisch animiert wurde, noch mehr zu geben.
Zwischenspiel:
Generell müssen wir hier mal ein großes Lob an die Damen und Herren der Sound- u. Lichttechnik sowie den Roadies loswerden:
Der Umbau zwischen den Gigs lief reibungslos und war immer im Zeitplan. Durch einen kurzen, aber professionellen Soundcheck konnte die PA perfekt auf die kommende Band abgestimmt werden und der komplette Innenraum der Zitadelle wurde ausreichend laut und trotz allem klar und ohne Hall und Übersteuern beschallt! Grandiose Leistung!
3.) Terminal Choice:

Die generelle Grundausrichtung von Terminal Choice ist ja eher elektrolastig und daher gab es bei uns doch einige Fragezeichen, ob diese Buchung eine gute Wahl war. Anhand des vertretenen Publikums war jedoch klar erkennbar, dass Terminal Choice eindeutig richtig auf dem Zita Rock & Folk platziert war. Das Publikum, in dem etliche Terminal Choice Fans durch Bandshirts u. Co. auffielen, war auch hier wieder von der ersten Minute an voll dabei. Auffällig war, dass beim perfekten Auftritt wesentlich mehr getanzt wurde, als zum Beispiel noch zuvor bei Lacrimas oder Staubkind. Dies dürfte aber im speziellen Louis Manke gleich gewesen sein, da er ja auf dem Zita Rock doppelt vertreten war. Mit seinem Solo Projekt „Staubkind“ und als Gitarrist in Chris Pohls Combo „Terminal Choice“. Da Chris Pohl gerade (und völlig unverständlicher Weise) in Berlin nicht den besten Ruf hat, möchten wir hier mal ganz klar eine Lanze für ihn brechen. Sein Auftritt mit Terminal Choice war perfekt, energiegeladen und wir sind uns sicher, dass dies nicht der letzte Auftritt von Terminal Choice war, den wir uns angeschaut haben!
4.) Megaherz:

Die ersten Sekunden vom Auftritt von Megaherz machten bereits klar: Jedes Miststück, jeder Heuchler und alle falschen Propheten waren hier absolut richtig! Was die Jungs um den charismatischen Powersänger Lex hier geboten haben war brillant. Songs wie Miststück würden vom Publikum fanatisch angenommen und textsicher (zumindest bei dem jedem eingänglichen Refrain) mitgegröhlt. Wer die Geschichte von Megaherz kennt, weiß um den Sängerwechsel von Gründungsmitglied Alexx und dessen eigene Band Eisbrecher, die direkt nach Megaherz auftraten. Das auf einmal dann Alexx und Lex im Duett zusammen auf der Bühne zu finden waren, brachte die Menge zum toben. Dies war aber nicht die einzige Überraschung: Das am 01.04 erschienene Megaherz Album „Loblieder“ bot noch einem weiteren Künstler die Möglichkeit zum Duett mit Lex. Das Publikum hat besagten Herren bereits zweimal an diesem Nachmittag bejubeln dürfen: Als Sänger von Staubkind und als Gitarrist von Terminal Choice: Der (fast omnipräsente) Louis Manke. Und die hier zusammen vorgetragene Ballade „5. März“ zeigte wieder einmal wie flexibel das Zita Rock Publikum ist und wie selbst solche Darbietungen mit frenetischem Applaus honoriert werden.
5.) Eisbrecher:

Durch den Gastauftritt von Alexx bei Megaherz ließ sich schon erahnen was nun folgte: Energie pur! Der Auftritt von Eisbrecher schloss nahtlos an Megaherz an und stand diesem in keinster Wiese nach. Treibende Drums, düstere Melodien, energiegeladene Riffs und die Stimme von Alexx, die bei korrekter Lautstärke neuen Schaum aufs schale Bier gezaubert hat. Das Publikum hat dies unverkennbar und unüberhörbar ebenso angenommen und ging trotz der Umbaupause zwischen beiden Band, die der neuen deutschen Härte zuzuordnen sind, ab wie der Teufel. Wir sind uns in jedem Falle einig: Eisbrecher gehört auf die Bühne und jeder, der dieser Band nur ansatzweise gern hört, wird bei deren Live Auftritt keine Sekunde ruhig stehen können.
Zwischenspiel:
Während der Umbaupause vor dem Hauptgig des Abends bat eine sichtlich angetrunkene Besucherin des Zita Rock um Auskunft, ob denn nun A…Pause…S…. Pause… P (englische Aussprache der Buchstaben) folgen würde. Die Antwort „Nein, jetzt kommen ASP“ hatte die gute Dame sichtlich aus der Bahn geworfen, denn die irritierte Nachfrage „Wie, heute spielt gar nicht A…Pause…S…. Pause… P???“ lies einiges an Grinsen im Rahmen der anwesenden Gäste aufkommen. 3 Minuten später war aber auch diese Anekdote abgeschlossen und besagte Dame widmete sich glücklich dem nächsten Gerstenkaltgetränk.
6.) ASP:

Wer ASP jemals schon mal live gesehen hat, weiß was uns hier nun erwartet hat: Eine Performance, die beim diesjährigen Zita Rock & Folk zu den zwei besten Auftritten gezählt hat. Wir könnten hier nun eine lange Aufzählung von Superlativen zu diesem Auftritt zum Besten geben, doch das wäre monoton. ASP hat die Zitadelle gerockt wie keine andere Band an diesem Tag und waren der perfekte Abschluss der Live Auftritte.
Die Aftershowparty:
Auch nach Beendigung der Live Auftritte gegen 22 Uhr war für die feierwütigen Anwesenden noch lange nicht Schluss. Wer denn wollte beziehungsweise noch konnte, dem Stand noch die Aftershowparty im „Gotischen Saal“ zur Verfügung. Hier trafen wir einen alten Bekannten wieder: Sven Friedrich. Diesmal aber nicht mit seiner Band Zeraphine, sondern als DJ. Das Angebot hier weiter kräftig zu feiern und abzuzappeln wurde rege angenommen und es kam eine extrem gut gelaunte Menge im gotischen Saal zusammen. Dies durften wir im speziellen bei den Gesprächen mit den Anwesenden und auch den Kommentaren zu Fotoanfragen immer wieder feststellen. Als dann auch noch Sven gut gelaunt vor der Tür mit anwesenden Schwarzträgern ins Gespräch kam war eines klar: Auch hier hatten die Organisatoren alles richtig gemacht. Es gibt nur einen klitzekleinen Verbesserungsvorschlag für die nächste Aftershow Party, der uns in den Sinn gekommen ist. Stattet den DJ mit einem Micro aus, das in diesem Jahr gefehlt hat.
Zwischenspiel:
Die Security war im Bezug auf das Rauchen auf den Treppenstufen außerhalb des gotischen Saales mehr als genau. Denn das war dort verboten und man musste ein paar Stufen nach unten in den Hof. Das lernte dann auch Sven Friedrich. Mit einigem Schmunzeln kam er jedoch der Bitte nach, denn was muss, das muss nun mal.
Nachdem wir kräftig auf der Aftershow-Party (auch den Geburtstag unserer Soul) gefeiert hatten verließen wir den ersten Tag des Zita Rock & Folk gegen 1 Uhr und können nur ein Fazit ziehen: Ein perfekter Tag, der Appetit auf mehr und Vorfreude auf den Sonntag macht.
Tag 2 (Sonntag, der 06.06.10):
Leicht verkatert fanden wir uns gegen 14:30 Uhr wieder in der Zitadelle zu Spandau ein und waren positiv überrascht wie viele Besucher bereits vor Ort waren. Unser Eindruck war eindeutig, dass die Besucherzahl gegenüber Samstag zur gleichen Zeit höher war. Auffällig war auch das es noch mehr Familien mit Kindern gab, als wir am Samstag bereits gesehen hatten. Nach einer ersten Erfrischung im VIP Bereich (die sogar antialkoholisch war) stürzten wir uns dann wieder ins Geschehen:
1.) Coppelius:

Über die Musik von Coppelius kann man sicherlich streiten. Entweder man hasst sie oder man liebt sie. Etwas ist jedoch über jeden Zweifel und jede Kritik erhaben: Die Liveshow von den Herren Coppelius! Wir haben schon länger keine Band mehr gesehen, die so schräg (im positiven Sinne) aufgetreten ist. Die ersten 3 Minuten gehörten alleinig Bastille, dem Butler von Coppelius, der erstmal für Ordnung gesorgt hat durch Staub wischen und Co. und an einem Radio (geschätztes Baujahr 1960) den richtigen Sender gesucht hat. Nach diesem Vorgeplänkel ging es dann direkt richtig zur Sache und nacheinander betraten die Musiker die Bühne und legten los. Das Publikum war direkt voll bei der Sache und keiner konnte sich dem Auftritt entziehen. Dies lag vielleicht auch wiederum an Bastille, der mit einem High-Hat bewaffnet erstmal durchs Publikum stürmte um wirklich jeden mit Schlägen aufs High-Hat auf den Auftritt aufmerksam zu machen. Was uns besonders beeindruckt hat, war die perfekte Abstimmung der PA und den dadurch ebenso perfekt eingestellten Klang. Selbst sowohl anstrengende, als auch anspruchsvolle Songs wie „Operation“ kamen glasklar aus den Boxen und der Wechsel von sattem Sound zu leisen a capella Gesangseinlagen waren perfekt. Die eindrucksvolle Performance auf der Bühne wurde von den bereits anwesenden Gästen mehr als gefeiert und wir sind der Meinung, dass dieser Auftritt Coppelius etliche neue Fans beschert hat!
2.) Faun:

Wo Coppelius noch laut und auffällig waren, so war der Auftritt der Faun genau das Gegenteil, aber nicht weniger beeindruckend. Alleinig die musikalische Ausrichtung auf Pagan Folk von Faun brachte hier den Wechsel mit. Umso beeindruckender war, dass sich das Publikum in der kurzen Umbaupause darauf eingestellt hatte und Faun noch frenetischer als der Opener Coppelius begrüßt wurde. Faun gelang es trotz der leiseren Töne und feineren Melodien etwas wie „Magie“ auf das Publikum zu übertragen, denn es wurde von fast allen mitgetanzt, geschunkelt und sonst in allen Arten und Weisen zum Takte der Musik Bewegung gezeigt. Ein besonderes Lob gilt unserer Meinung nach der neuen Sängerin Rairda! Sie schloss sich Faun erst knapp 2 Wochen vor dem Zita Rock an und hatte dementsprechend wenig Zeit sich sowohl mit den Instrumenten wie zum Beispiel der Harfe und auch gesanglich auf die Band einzustellen und die Arrangements zu erlernen. Doch es war kein Missklang zu hören und die Integration in die Band war perfekt! Als Faun dann noch Lieder zum Besten gab, während der auf anderen Festivals (original Zitat) „Kinder gezeugt wurden vor Liebe“, war das Publikum nicht mehr zu halten. Dem Sänger Oliver gelangt es durch eine absolut charmante und charismatische Art auch während Songpausen mit dem Publikum zu flirten und hat hier sicherlich so einige Damenherzen gebrochen. Der Auftritt war viel zu schnell vorbei und es wurde mit Nachdruck um Zugabe gebeten, was sich aber aufgrund des engen Zeitplanes leider nicht realisieren ließ. Uns bleibt nur zu sagen: Respekt – Man muss nicht auf Krawall gebürstet sein um wirklich jeden Besucher in seinen Bann zu ziehen!
Zwischenspiel:
Nach dem Auftritt von Faun suchte ich aufgrund der brütenden Hitze nach Erfrischung und daher kam ich zu der Entscheidung: Voice – Du brauchst ein Gerstenkaltgetränk! Ich lief darauf zielstrebig zum Bierstand meines Vertrauens, den ich am Tage zuvor doch mehr als einmal besucht hatte. Als ich diesen erreichte wurde ich von einer Bedienung mit den folgenden Worten begrüßt „Na schau an, der Ingo hat wieder Durst“. In diesem Moment war mir klar: Wer auf einem Festival mit 8000 Besuchern an einem Bierstand namentlich begrüßt wird, hat am Vortag doch mehr als in Erinnerung geblieben ist getrunken!
3.) Tanzwut:

Bei Tanzwut war der Teufel los und das lag nicht nur am selbigen Namen des Frontmannes! Wer sich noch an unseren Bericht vom Zita 2009 erinnert, weiß was ein Auftritt von Tanzwut bedeutet: Energie pur mit einem kaum zu haltenden Sänger! Auch in diesem Jahr hat Tanzwut wieder einmal gezeigt, warum sie uns so positiv in Erinnerung geblieben sind. Eine perfekte Darbietung von Songs bei denen sowohl drückende Gitarren als auch melodische Dudelsäcke direkt ins Ohr gehen. Dazu noch die unverwechselbare Stimme des Herren Teufel und man kann die Beine nicht mehr still halten. Genau dies geschah auch auf dem Festplatz des Zita Rock & Folk wieder. Unabhängig davon, dass Tanzwut in Berlin quasi ein Heimspiel haben, so wurden sie überschwänglich mit Applaus und Jubelschreiben bedacht. Hier kann man den Veranstaltern nur raten: Aller guten Dinge sind drei und Tanzwut darf nächstes Jahr nicht fehlen!
4.) Saltatio Mortis:

Der Stil von Saltatio Mortis passte ideal, um die Menge nach dem Auftritt von Tanzwut weiter anzutreiben. Die ganze Band sprühte vor Energie und es machte einfach Spaß zuzuhören und mitzutanzen. Speziell Sänger Alea, der hier ganz und gar nicht bescheiden aufgetreten ist, wollte einfach nur feiern und suchte dementsprechend jede Möglichkeit das Publikum einzubinden. Dies geschah sowohl während der Songs, als auch in den Pausen. Als er dann noch, als einziger auf dem diesjährigen Zita Rock & Folk, zu einem ausgiebigen Stage Diving ansetzte, war die Menge am toben. Er lies sich über 2 Minuten lang vom Publikum über den Plenum tragen und performte sogar während dessen weiter und sang fehlerfrei! Auch der (Originalzitat Saltatio Mortis HP) „Quotenadlige“ Falk konnte die gute Laune mehr als angesehen werden, denn der gute kam einfach aus dem Grinsen und flirten mit dem Publikum nicht heraus. Nach einer Beichte, das Alea am Vortag sowohl ein Stückweit seiner Bekleidung, als auch seiner Stimme auf einem Mittelaltermarkt beraubt worden war, kam im Publikum natürlich tiefsten Mitgefühls auf und jeder Song wurde noch inbrünstiger mitgesungen. In Summe ein rundherum gelungener Auftritt der eine Bereicherung für das Zita war!
Zwischenspiel:
Was macht ein Reporter der zum Notieren eines Interviews keinen Kugelschreiber findet, da der wohl verlustig gegangen ist? Man bittet einen Grünen um den Grünen! Soul wollte zwischen den Auftritten noch ein Interview für unsere Reihe „5 aus der Menge“ führen. Hätte sicherlich auch funktioniert wenn wir nicht den letzten Kugelschreiber verloren hätten. Meine Augen erblickten aber einen Besucher der anderen Art, den „Freund und Helfer“. So bekam dieser Berliner Polizist, der auf dem Zita für Ordnung sorgen sollte, also von mir Besuch um mir einen Kugelschreiber für Soul auszuleihen. Und siehe da – ich bekam vom Grünen einen grünen Kugelschreiber. Das darauf Werbung für Windows 7 gemacht wurde, lasse ich vielleicht besser unerwähnt! ;-) Nach dem Interview bekam der Herr Polizist dann natürlich den Kugelschreiber wieder (um einer Verhaftung wegen Kugelschreiberdiebstahls zu entgehen) und ich versprach dem wirklich netten Polizisten kein Foto von ihm zu veröffentlichen (um wiederum den Handschellen zu entgehen). Aber mal völlig ernsthaft: Sowohl die Security, als auch die anwesenden Polizisten waren nett, hilfsbereit und gut drauf und auch das macht nun mal ein gutes Festival aus!
5.) Letzte Instanz:

Nachdem das Zita Rock & Folk und besonders das Publikum Fahrt aufgenommen hatte, war der Auftritt von Letzte Instanz genau das Richtige um weiter zu feiern. An der Performance gab es in keinerlei Hinsicht etwas auszusetzen und Letzte Instanz haben gerockt was die Hitze und das Publikum hergegeben haben. Speziell dem Publikum muss hier ein Lob gemacht werden. Jede Bad wurde frenetisch gefeiert und es wurde getanzt, gemosht und rumgewirbelt, was der staubige Boden und die wirklich brütende, schwüle Hitze zugelassen haben. Gerade die Hitze dürfte auch der Hauptgrund gewesen sein, das Holly im Laufe des Auftritts immer mehr von seiner Geraderobe verloren hat um sich Luft zu verschaffen. Das war auch mehr als nötig, denn er und die Kollegen von Letzte Instanz wirbelten während des gesamten Auftritts wie Derwische über die Bühne! Der Auftritt war ein 1A Fitnessprogramm um überflüssige Kilos zu verlieren, was aber bei genauerer Betrachtung eher einigen Zuschauern, als der Band gut getan hat! So gesehen war es absolut nötig, die letzte Umbaupause für Getränkenachschub zu nutzen, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen und nochmals Luft zu holen für den Headliner des Abends.
6.) Subway to Sally:

Was soll man zu einem Auftritt von StS sagen? Die Kurzform ist: Perfekt, beeindruckend, tolle Pyro Effekte und einfach nur gut! Und diese Attribute lassen sich wieder einmal nur bestätigen. Eric & Co. haben es wieder einmal geschafft die Zitadelle zu rocken und als Headliner zum Kochen zu bringen! Wer noch keinen StS Live Auftritt gesehen hat und sich mit der Musik anfreunden kann, so kann hier nur gesagt werden: Nix wie hin! Einigen Besuchern rutschte sichtlich das Herz (und vielleicht noch mehr) in die Hose, beim ersten Auslösen der Pyro Effekte und es gab hier und da doch sehr sehr erschrockene Gesichter, doch das hat sich auch schnell wieder gelegt. Ein kleines Manko gab es leider während des Auftritts: Das Micro von Eric ist mehrfach ausgefallen und somit war er nicht mehr zu hören. Da StS jedoch schon ein paar Tage auf der Bühne stehen, wurden diese Aussetzer, die teilweise 10-20 Sekunden dauerten, perfekt überspielt und nicht weiter berücksichtigt. Da das Publikum sich spontan nicht entscheiden konnte, was denn nun der Abschlusssong werden sollte (Sieben oder Julia und die Räuber), wurde spontan mal beides dargeboten. In Summe kann man es nur wiederholen: StS machen live einfach nur Spaß und waren die perfekte Besetzung für den 2ten Tag des Zita Rock & Folk.
Das Zita Rock & Folk 2010 war definitiv das beste Festival dieser Reihe und schreit nach einer ebenbürtigen Fortsetzung! Die Veranstalter haben ein tolles Festival auf die Beine gestellt, das sowohl organisatorisch, als auch mit den gebuchten Bands glänzen konnte! Ein besonderes Lob gilt dem Publikum, das wieder einzigartig bei jedem Gig mitgegangen ist und einfach nur gut gelaunt und friedlich feiern wollte. So kennen wir das Zita! Wir werden im nächsten Jahr wieder mit dabei sein und hoffen noch mehr feierwilliges Volk dort vorzufinden, denn das Zita Rock & Folk ist auf dem besten Wege seinen Status als das beste Live Festival in Berlin weiter auszubauen!
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Diskussion im Forum:
- http://www.madgoth.de/forum/partys-konzerte-events-usw/5994-zita-rock-and-folk-2010-der-bericht.html
Das Zita Rock & Folk 2010 war definitiv das beste Festival dieser Reihe und schreit nach einer ebenbürtigen Fortsetzung! Die Veranstalter haben ein tolles Festival auf die Beine gestellt, das sowohl organisatorisch, als auch mit den gebuchten Bands glänzen konnte! Ein besonderes Lob gilt dem Publikum, das wieder einzigartig bei jedem Gig mitgegangen ist und einfach nur gut gelaunt und friedlich feiern wollte. So kennen wir das Zita! Wir werden im nächsten Jahr wieder mit dabei sein und hoffen noch mehr feierwilliges Volk dort vorzufinden, denn das Zita Rock & Folk ist auf dem besten Wege seinen Status als das beste Live Festival in Berlin weiter auszubauen!

