WAVE-GOTIK-TREFFEN 2010 – Der Bericht

Leipzig lud in diesem Jahr bereits zum insgesamt 19. Mal zum Wave Gotik Treffen ein. Da über Pfingsten ansonsten lediglich die überall stattfindenden Schützenfeste als Alternativprogramm angeboten werden, empfanden wir das Programm des WGTs doch als weitaus spannender als auf irgendwelche Hasen oder Röhrchen an der Schießbude zu ballern.   

Bereits am Donnerstag reisten die Kollegen Vicepoint, Predator und Jan an, um wieder einen ordentlichen Platz für unser Camp in Beschlag zu nehmen. Und so hatten wir tatsächlich wieder einen perfekten Ort gefunden, irgendwo zwischen der Wassertränke (dessen Zaun wieder perfekt mit Bierdosen geschmückt war), dem Weg zum Heidnischen Dorf, in Nähe der Dixis (dieses Mal erstaunlich sauber), nicht weit weg von den Duschen und – irgendwie auch schon normal – die benachbarte Camp David Flagge im Visier.   

 

Aber was nützt der beste Standort, wenn es mit den Nachbarn nicht klappt? Doch das stellte sich in diesem Jahr als absolut unkritische Frage heraus, denn schon am Donnerstag wurde sofort mit sämtlichen Leuten aus der unmittelbaren Umgebung Freundschaft geschlossen und aus einem Pavillon wurden prompt zwei. Schon konnte man von einem richtigen Camp sprechen, zu dem nun auch u.a. Daniel, Katja und Treknor dazugehörten.  


FREITAG

Am Freitagmittag stoßen dann Guybrush, Dagmar und Wolfgang hinzu. Gemeinsam besuchte die Mannschaft dann zunächst das Heidnische Dorf, um sich dort diverse mittelalterliche Waffen und Rüstungen erklären zu lassen sowie einen Vikingerkampf zu beobachten. Auch für die Getränkevernichtung wurde sich brav gekümmert.   

  

Am Nachmittag trudelten dann noch die Nachzügler Nadine, Desi und Ash ein. Dank Bollerwagen gestaltete sich der Transport vom traditionell weit entfernten Parkplatz zum Camp glücklicherweise als herrlich unkompliziert. Kaum auf dem Gelände angekommen, traf man direkt auf den ersten Wolfsburger: Gorden Wehle von Grief of God war so ziemlich die erste Person, die beim WGT bewußt wahrgenommen wurde. Tja…is ja fast wie zu Hause hier LOL   

   

   

Nachdem am Camp die üblichen Begrüßungszeremonien stattfanden, kam auch Ash in den Genuss zu erkennen, daß Wiener Schmäh nicht immer sofort (oder überhaupt) für den normalsterblichen Deutschen zu verstehen ist, wie uns die beiden Ösi-Lichtgestalten von nebenan bewiesen haben. Mal ehrlich: wienerisch ist echt eine Sprache für sich, aber man lernt ja nie aus!  Da hat sogar Mantenna große Augen gemacht… 

  

Als letztes gesellten sich noch unser Cyber-Gothic vom letzten Jahr aus dem Schwabenländle sowie sein Weibchen Elisa (aka Steffi) zu uns.   

Nachdem unsere Truppe nun also endlich komplett war, konnte es ja losgehen. Das Konzert sollte auch direkt vor Ort stattfinden: Zeromancer luden zum Strafzanz in der agra-Halle ein.   


ZEROMANCER @ agra-Halle, 21.05.2010, 18:30 Uhr

Die Norweger Zeromancer haben einmal mehr unter Beweis stellen können, daß ihr Ruf, eine hervorragende Live-Band zu sein, nicht von ungefähr kommt. Glücklicherweise spielte zu diesem Zeitpunkt auch (noch) der Sound in der agra mit, sodaß die Norweger Synth-Rocker ihrem Publikum eine gute Stunde lang ordentlich einheizen konnten. Die Halle war zu diesem Zeitpunkt bereits sehr gut gefüllt und so wurden Hits wie „Clone your Lover“ genauso abgefeiert, wie Material aus dem neuen Album „The Death of Romance“. Für Guybrush, Predator, Jan, Wolfgang und Vicepoint stand jedenfalls fest: Zeromancer ist ein Garant für gute Laune. Und die ist ja bekanntlich bei uns ein gern gesehener Gast.   

   



SAMSAS TRAUM @ agra-Halle, 21.05.2010, 19:50 Uhr  

Direkt im Anschluß sollte abermals das Land Österreich im Mittelpunkt des Geschehens stehen. Die von Alexander Kaschte 1996 gegründete Band Samsas Traum stand als nächstes auf dem Zettel und wir stellten uns voller Skepsis erneut die spannende Frage: stehen wir wieder umsonst hier? Wird das Ganze wieder nur ein nerviges Geknüppel-Konzert wie in den letzten Jahren auch oder springt Kaschte endlich über seinen Schatten und gestaltet sein Set wieder musikalisch vielfältiger als zuletzt? Wer sich an unseren Bericht vom Blackfield Festival 2008 erinnern kann, der wird noch in Erinnerung haben, daß Samsa hier [b]der[/b] Verlierer des Festivals waren mit ihrem Black Metal-Gig. Daher freut es uns an dieser Stelle sehr euch mitteilen zu können, daß es beim WGT nicht so schlimm gewesen ist. Zunächst einmal war das Auftreten von Kaschte höchst bemerkenswert für ein Gothic-Event wie es das WGT ist. In blauer Jeans-Hose und grünem (!) T-Shirt enterte Alex die Bühne und schien darüber hinaus auch noch richtig gut gelaunt zu sein. Seine Haare hatte er zu einem Zopf gebunden, wahrscheinlich deshalb, weil er permanent am Rumspringen war und es sogar vermochte, auch das Publikum zum Hüpfen zu animieren. Ein Zustand, der noch vor einem Jahr schier unmöglich vorzustellen wäre. Das Set bestand demnach also nicht nur aus Tracks jüngster Zeit, sondern es schlichen sich auch Klassiker wie „Stromausfall im Herzspital“ oder „Die Zärtlichkeit der Verdammten“ aus der „Tineoidea“-Ära ein. Live zeichnet sich also im Hause Samsas Traum mit diesem Quasi-Best-of-Gig deutlich eine Verbesserung ab. Wenn jetzt auch noch die Studioalben wieder an Qualität hinzugewinnen, ist mit den Österreichern wieder ernsthaft zu rechnen. Das Potential ist da, Dickkopf Kaschte muß eben nur mitspielen, so einfach ist das!   


SCHOCK @ Sixtina, 21.05.2010, 20:00 Uhr  

Parallel zu Samsas Traum sollte um 20:00 Uhr in der Sixtina ein kleines schnuckeliges Open Air Konzert von Schock beginnen, welches allerdings mit ca. 30 Min Verspätung angepfiffen wurde. Unter den ca. 150 an Bierzeltgarnituren sitzenden Zuschauern tummelten sich auch Guybrush, Wolfgang und Dagmar, die den rockigen Klängen bei Absinth und Odin Bier lauschen wollten. Leider gestaltete sich das Vorhaben als nicht so einfach, denn der Sound im Innenhof der Sixtina war extrem schlecht abgemischt, sodaß v.a. dem Gesang nicht gefolgt werden konnte. Festzuhalten bleibt jedoch, daß die Sixtina eine sehr angenehme Atmosphäre für kleine Konzerte unter freiem Himmel bietet.   

 


CONJURE ONE @ agra-Halle, 21.05.2010, 21:10 Uhr  

Zurück in der agra stoßen Vicepoint und Ash während der Warterei auf Kirlian Camera auf Neu-Bayer silentmessiah mit Anhang, die ebenfalls den Auftritt der Italiener herbeisehnten. Also blickte die Gruppe gemeinsam auf die Bühne als um kurz nach 21:00 Uhr der Vorhang für Conjure One aufging. Electro-Urgestein Rhys Fulber (ehemals FLA, Delerium) sorgt heutzutage mit dem Projekt Conjure One für ruhigere Töne. Tja, was soll man sagen… eine Bühnenshow gab es nicht, die Sängerin konnte die hauptsächlich wegen Kirlian Camera gekommenen Zuschauer nicht wirklich in ihren Bann ziehen. Und so plätscherte das Konzert ohne nennenswerte Höhepunkte  so vor sich hin. Das monoton langweilige Treiben wirkte so ein bißchen wie Schiller für Arme. Conjure One waren für uns daher nicht mehr als ein Lückenfüller, den es braucht, um in Ruhe die Tankstelle aufzusuchen.   


KIRLIAN CAMERA @ agra-Halle, 21.05.2010, 22:30 Uhr  

Eines der ganz großen Highlights des WGTs sollte der Auftritt der Italiener Kirlian Camera am Freitagabend in der agra-Halle werden. Niemand von uns kam bis jetzt in den Genuß, die bereits 1980 von Angelo Bergamini gegründete Ausnahmeformation live bewundern zu können. Daher waren die Erwartungen an diesen Auftritt ganz besonders hoch. OK und nicht zuletzt war da natürlich auch die Vorfreude auf Lichtgestalt Elena Alice Fossi (seit 2000 Bandmitglied), die im männlichen Teil des wartenden Publikums schlummerte. Auch wenn das Herr silentmessiah in diesem Moment wahrscheinlich nicht zugeben würde ;)  

 

Doch das Schlimmste, was passieren konnte, trat tatsächlich ein: Elenas Mikrophon war total verzerrt. Teilweise hat es derart starke Rückkoppelungen gegeben, daß es einem in den Ohren wehtat. Das ist umso bedauerlicher, da die Stimmung in der Halle wirklich sehr gut gewesen ist, die Band eine sehr ordentliche Setlist aus Italien mitbrachte (Überraschung: die Coverversion zu „Hymn“), man eben nur sehr schwer verstehen konnte, was Frau Fossi da gerade so von sich gab. Unterm Strich können wir daher leider nur sagen, daß es theoretisch ein gutes Konzert war, wenn die Technik mitgespielt hätte. So jedoch hat der agra-Fluch einmal mehr dem Freund guter Musik einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dennoch: Kirlian Camera haben wir sicherlich nicht zum letzten Mal gesehen!   

 


LEICHTMATROSE @ Moritzbastei, 21.05.2010, 23:10 Uhr  

Newcomer Leichtmatrose alias Andreas Stitz durfte nicht nur das M´Era Luna 2009 eröffnen, auch die ehrwürdige Moritzbastei öffnete gerne ihre Tore für den sympathischen Münsteraner, der nicht zuletzt durch die Unterstützung von Joachim Witt nicht lange um Aufmerksamkeit bitten brauchte. Doch diesen Prominentenbonus hat er eigentlich gar nicht nötig, denn das Material auf seinem Debüt-Album „Gestrandet“ ist so gut, daß Leichtmatrose die 50 Minuten Spielzeit in der zwar gut gefüllten, aber nicht ausverkauften Moritzbastei locker füllen konnte – und das einzig und allein mit Songs aus dem Debütalbum. Das atmosphärische Bild der Location und die sehr an Peter Heppner erinnernde klare Stimme des Sängers kamen beim Publikum genauso gut an, wie die Tänzerin, die gelegentlich das Bühnenbild mit ihrer Darbietung verschönerte. Wolfgang, Dagmar und Guybrush konnten nach Ende des Konzertes erkennen, daß der Live-Sound von Leichtmatrose deutlich rockiger daherkommt als von CD. Wir sind gespannt, wann es neues Material geben und wie es mit der Entwicklung von Leichtmatrose weitergehen wird. Genügend Potential ist allemal vorhanden.   

Setlist Leichtmatrose:
01. Der Mond trägt ein trauriges Gesicht
02. Leichtmatrosen habens schwer
03. In Wahrheit gelogen
04. Der einsame Astronaut
05. Sexi ist tot
06. Studentenfutter
07. Junge von nebenan
08. Herztransplantation
09. Vom Esel im Galopp verloren
10. Der letzte Zug   

Zum Ausklang des Abends gesellten sich die einen zurück ans Camp, wo noch etwas Musik gehört und der erste gemeinsame Abend bei einem letzten Bier zusammengefaßt wurde. Jan und Vicepoint zogen es hingegen vor, noch das Städtische Kaufhaus zu besuchen, wo eine Batcave Party stattfand. Da der Floor aber für zu klein befunden wurde, handelte es sich hierbei nur um einen relativ kurzen Ausflug.   


SAMSTAG  

Zu Beginn des Tages haben wir zunächst einmal der Messehalle einen Besuch abgestattet. Die Halle war, wie eigentlich zu jeder Tageszeit, recht gut besucht und die Herrschaften an den Ständen hatten alle Handvoll zu tun. Besonders witzig waren die vielen Kuscheltiere, die Sensenmänner aus Plüsch oder die Bondage-Teddybären, die der Besucher käuflich erwerben konnte. 

 

Ash war nicht allzu traurig darüber, daß es in diesem Jahr keinen DVD-Verkaufstand gab. Dafür mußte er dennoch zweimal sündigen und kaufte sich vier CDs, bei denen es sich jedoch um wirkliche Schnapper handelte. Wer will kann in der Messehalle nämlich richtig Kohle lassen, gibt es hier gerade im Musikbereich viele Raritäten zu teilweise Preisen, wie man sie auch bei eBay vorfindet. Da uns jedoch ein langsames Hungergefühl überkam, beließen wir es bei einem Rundgang durch die Halle und schlichen wieder nach draußen. 

 

Der Samstagmittag sollte in erster Linie dafür herhalten, zu prüfen, ob die Federweißer und das Kirschbier im Tonkrug im Heidnischen Dorf noch genauso gut schmecken würden wie im vergangenen Jahr. Die Frage läßt sich natürlich mit „Ja!“ beantworten. Und so gestaltete sich dieser Vormittag bei bestem Fußballwetter sehr angenehm in chilliger Atmosphäre.  Und auch die eine oder andere Lichtgestalt war bereits auf den Beinen und ließ sich von den Foto-Grafen ablichten.  

Guybrush erblickte dann einen Baumstumpf, an dem eine Axt gelehnt war. Und da seine Lieblingstodesart die Enthauptung ist, durfte es seiner Leidenschaft dank Ashs Unterstützung nachkommen. Der Kopf ist mittlerweile übrigens wieder nachgewachsen… 

 

Als wir da so rumsaßen mit unserem Zaubertrank machte sich gegenüber im Badezuber eine Gruppe nackter Menschen lautstark bemerkbar. Bewaffnet mit Trinkhorn, Bechern und Jack Daniels Flasche (!) ging es den Damen und Herren sichtlich gut. Guude Laune war hier also schon so früh angesagt, alle Hemmungen (und Hemden) sind gefallen. Na dann, Prost!   

 

So viel Arbeit zu solch unchristlicher Zeit macht natürlich hungrig, also haben wir uns diverse Köstlichkeiten zu uns genommen, wie z.B. Steak, Bratwurst oder Krrrrrustenbraten.  Dazu erneut ein kühles Kirschbier zum Hinterherspülen… eine ganz feine Angelegenheit! 

Dabei lauschten wir den Klängen der Band, die zu diesem Zeitpunkt gerade auf der kleinen Bühne im Heidnischen Dorf spielte. 

Nach dem Mittagessen in Form von totem Fleisch wollten wir uns dann  auf den Weg zum Völkerschlachtdenkmal machen. 

Tja, nur leider konnten wir noch nicht losdüsen, da Guybrush noch etwas Zeit benötigte, um sein Handy aufzuladen. Handy aufladen in einem mittelalterlichen Dorf? Rrrriiiichtiiiich, genau! Guybrush, seines Zeichens verantwortlich für Recherchen und Archiv, fand doch tatsächlich eine Feuerstelle, äähhh Stromstelle für sein iPhone, während Desi Besuch vom Bösen Wolf bekam. Doch da dieser bereits gefressen hatte, bestand keinerlei Gefahr für unsere Gefährtin. 

 

Auf der Flaniermeile angekommen erblickte Ash jedoch Bekannte aus der Hauptstadt, bei dem einer von ihnen in einem pinken Bunny-Kostüm verkleidet war, der mit seinem Hello Kitty Ventilator auf der Mauer saß und die BRAVO las… Anscheinend ein echter Zuschauermagnet, denn sogar im WGT-Forum wurde bereits nach Fotos gefragt… Alter, du kommst nochmal ganz groß raus, wennde so weiter machst! :D 

Doch was ist schon das Pinke (!) Kaninchen ohne seine Alice? Genau, nüscht! Und deshalb war auch Alice natürlich immer “An Deiner Seite” und machte höchstens mal Platz, wenn mexikanische Lacrimosa-Fans um ein gemeinsames Foto baten. 

Nach diesem netten Treffen mit den Kameraden vom Fantasy Filmfest aus Berlin ging das muntere “Berlinern” weiter, denn während gerade diverse Besucher auf der Flaniermeile vor die Linse genommen wurden, lief gerade Chris Pohl vor der agra rum. Klar, kein Festival ohne Chris. Und kein Festival ohne “Ash trifft… Chris”-Foto – irgendwie auch so eine Art Standard hier.  :) 

 

Ash hatte vorsorglich sein Bayern-Trikot mitgenommen, da an diesem Abend das Champions League Finale stattfinden sollte. Auf dem Weg zum Ausgang des agra-Geländes erblickte er dann doch tatsächlich einen weiteren Bayern-Fan mit Schal. Nach kurzem Handshake und einem Foto wurden die Handy-Nummern ausgetauscht und sich zum Fußballgucken verabredet. Läuft!   

 

Bevor die Reise dann endlich losgehen konnte, mußten wir noch in der Hitze auf die Bahn warten. Was wäre da also angemessener als dies bei einem leckeren Bum Bum Eis zu machen? Also ab zur Tanke und erstmal ein schönes Eis gekauft. Lecker! 

Als wir unser Ziel erreicht hatten, nutzten wir die Gelegenheit, noch einige Impressionen vom Völkerschlachtdenkmal zu machen, bevor wir uns hinein begaben.  Auch einige Damen in Barockkleidern standen oder saßen auf den Treppenstufen und waren begehrtes Futter für die Fotographen. Eigentlich ein Bild, welches sich hier jedes Jahr aufs Neue abspielt. 

 

„Die Edda – Ein Mythos im Klang“ nannte sich das Gesamtwerk, eine mit klassischen Instrumenten begleitete Lesung. Hierbei handelte es sich konkret um den Auszug „Der Seherin Weissagung“, welches von Schauspieler Axel Thielmann und Pianist Tilo Augsten sowie den restlichen Musikern der Band Midgards Boten an den Blas- und Streichinstrumenten vorgetragen wurde.   

Die Kulisse war sicherlich sehr angemessen für ein solches Schauspiel, die Stimme war allerdings trotz Halleffekt nur sehr schwer zu verstehen. Daher gestaltete es sich als äußerst schwierig, der Handlung über germanische Mythologie vollends folgen zu können.   

 

Spätestens als jedoch von Naturkatastrophen die Rede war und daß die Sonne schwarz werden würde, bekam Guybrush Angst. Schon wieder die Schwarze Sonne! Wenn daß der Asp hören würde… ;-)   

Für Vicepoint war es daher auch nicht so tragisch, daß er ob seines Stachelarmbands nicht hineingelassen wurde und stattdessen mit Jan wieder zum Heidnischen Dorf zurückfuhr, wo sich die beiden zusammen mit Treknor bei Dämmerung den ersten Auftritt der dänischen Valravn anschauten, der sehr zu überzeugen wußte.   


VALRAVN @ Heidnisches Dorf, 22.05.2010  

Valravn. Ein Geschöpf halb Rabe, halb Wolf. Das wußte Treknor allerdings noch nicht, als er sich am Samstag ins Heidnische Dorf aufmachte, wo er eher zufällig Valravn aus Dänemark auftreten sah. Was er dort erlebte war schon einmalig. Die Künstler schafften es in kurzer Zeit nicht nur die ganzen Samtlappen und Neofolkleute zu verzaubern, sondern auch Metaller und sogar unsere geliebt/gehassten Glühwürmchen, was nicht zuletzt an der Instrumentierung lag. Eine Geige, die elektronisch so bearbeitet wird, daß sie auch einen Bordun hat, eine Nyckelharpa, verschiedene Trommeln, Gesang der mal elektronisch verzerrt, mal völlig unbearbeitet ins Ohr kriecht. Dazu noch die genau richtige Dosis Elektronik. Wooohuuuuu! Nach diesem Ereignis stand fest: am Montagabend Valravn in der agra angucken!   

Auch Ash war nicht allzu sauer darüber, daß er die Veranstaltung im Völkerschlachtdenkmal bereits nach der Hälfte verlassen mußte, da er mittlerweile eine SMS des kennengelernten Bayern-Fans erhielt, in der Ort und Zeit des Treffens mitgeteilt wurden. Also ging es schleunigsten Schrittes mit übergestreiftem Bayern-Trikot die Stufen des Völkerschlachtdenkmals herab und in Richtung Bahnhaltestelle. Am Hauptbahnhof angekommen wurde Ash dann von einem WGT-Besucher angesprochen, ob er Fußballgucken fahren würde. Roland war der Name des ebenfalls fußballbegeisterten WGTlers aus Bayern. Tja und was soll man sagen? Der Kollege blieb bis zum Ende des Festivals an unserer Seite und lernte dadurch noch die eine oder andere Band kennen und schätzen, die er sich wohl ansonsten nicht angeschaut hätte. Also liebe Kinder: wollt ihr nette Leute kennenlernen: lauft mit Schal oder Trikot über Pfingsten durch Leipzig rum! Da wißter bescheid.   

Unser gemeinsames Ziel war der Laden „Kicker-In“, der seinem Namen alle Ehre machte, gab es hier doch überall unzählige Kickertische. Im TV-Bereich angekommen stießen sie dann auf den Bayern-Fan der agra und seiner Frau. Später gesellte sich dann noch Predator dazu, der aber nicht viel vom Spiel mitbekam, sondern es vorzug, sich auf der Bank schlafen zu legen. Ein Zustand, der noch öfter vorkommen sollte…   

 

Leider meinte es der Fußballgott nicht gut mit den Bayern-Fans. Der FCB hatte sehr schlecht gespielt und das Finale gegen Inter Mailand zurecht verloren. Während der „agra-Bayern“-Fan der Verzweiflung ob des verlorenen Endspiels nahe war, wollten Roland und Ash sich die Stimmung nicht vermiesen lassen und fuhren mit Predator direkt nach Abpfiff  weiter zur Moritzbastei, wo sie sich Schneewittchen anschauen wollten. Leider hatten das auch noch sehr viel mehr Menschen vor, sodaß die Hütte restlos ausverkauft war. Ihr merkt schon: Das war nicht unser Abend!   


THE VISION BLEAK @ Kohlrabizirkus, 22.05.2010, 20:50 Uhr  

Während Ash und Predator also Fußball schauten, machte sich die Gruppe um Guybrush, Wolfgang, Dagmar, Nadine und Desi auf die Reise zum Kohlrabizirkus, der heute ganz im Rahmen der härteren Gitarrenklänge stehen würde. Entsprechend gut besucht war der Auftritt der Horror-Metaller von The Vision Bleak, was sicherlich nicht zuletzt daran liegen dürfte, daß später noch Moonspell auftreten würden. Der Sound war in der Halle gewohnt ordentlich. Der harte, aber melodische Metal wurde mit einer Prise Elektronik angereichert, die dem Klangbild den nötigen Kontrast und die nötige Abwechslung bescherte. Titel wie das abschließende „The Long Night Rider“ stellten dies eindrucksvoll unter Beweis. Nach 50 Minuten verstummten die Gitarren und die Gruppe machte sich ebenfalls auf den Weg, Schneewittchen anzusehen.   

Setlist The Vision Bleak
01. Descend into Maelstrom
02. Night of the Living Dead
03. Carpathia
04. Wolfmoon
05. Kutulu!
06. A Romance with the Grave
07. I Dined With the Swans
08. By our Brotherhood with Seth
09. The Lone Night Rider   

So kam es, daß sie eher zufällig am Städtischen Kaufhaus vorbeikamen, bei dem quasi direkt neben dem Bratwurststand ein Open Air Konzert der Magdeburger Band  Zadera im Gange war. Leider nahmen dabei nur ca. zwei Handvoll Leute teil, was sehr schade ist, da sowohl die von Batcave und Post Punk beeinfluste Musik als auch die Stimme von Sängerin Conny weitaus mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.   

Daher kann eigentlich nur die Location und der Zeitpunkt die Ursache dafür sein, nicht die Qualität der Musik, diese klang nämlich sehr ordentlich.   

Kurzum: Aus Schneewittchen wurde wie gesagt für keinen von uns etwas, also ging es mit der eigens für das Festival installierten Bahnlinie Nr. 31 (Chapeau!) zurück von der Moritzbastei, wo noch einige Fotos gemacht wurden, zurück zum Messegelände. Dort haben wir dafür noch bis in die frühen Morgenstunden in der agra-Disco abgefeiert und einige höchst interessante Leute gesehen. 

 


SONNTAG  

Am Sonntag ging es zunächst einmal wieder geschlossen ins Heidnische Dorf, wo wir auf einen weiteren Wolfsburger trafen: Absinth gesellte sich ebenfalls zu unserer Tafel. Nachdem wir dort mit lecker Steak und kaltem Kirschbier unser Frühstück einnahmen, nutzten wir die wenige Zeit, die uns an diesem Tage blieb, für den übligen Rundgang im Dorf und besuchten sowohl den Metstand als auch die diversen Händler für entsprechende Impressionen. 

 

 

Insgesamt läßt sich sagen, daß die Besucher - seien es WGTler oder eben “normale” Besucher – wie jedes Jahr großen Spaß im Heidnischen Dorf hatten. Sei es nun das reichhaltige Angebot an Essen und Zaubertränken, die vereinzelten Attraktionen (v.a. für Kinder wurde wieder jede Menge geboten), die diversen Stände, die Bands, die für die mittelalterliche Atmosphäre sorgten, die Möglichkeit sich im Dorf abzukühlen oder einfach ein Schläfchen in einer der Hängematten zu machen… hier kann man (und Frau) so viel erleben, daß man locker einen ganzen Tag im Heidnischen Dorf verbringen könnte. Vorausgesetzt die Zeit würde nicht schon wieder drängen und wir hätten noch genügend von selbiger. Hatten wir natürlich nicht, denn um 15:30 Uhr war bereits Anpfiff bei Dr. Mark Benecke. Da wir aus dem letzten Jahr wußten, daß der Andrang dort entsprechend groß sein würde, haben wir uns rechtzeitig auf den Weg gemacht. 

 

Ash hatte aus Spaß an der Freude die beiden Masters-Figuren Mantenna und Leech mitgenommen. Als Treknor und Ash dann in der Bahn anfingen, die Figuren rauszuholen und vor den Augen zweier Besucher in Von Trohnstahl Hemden alberne Fotos in der Bahn zu schießen, hatten sie zwar mit allem gerechnet, aber nicht damit: Der eine Kollege der beiden zeigte uns seine Masters-Gürtelschnalle und fand die Aktion total cool, sodaß hier sofort ein denkwürdiges Masters-Foto in der Bahn geschossen wurde. Absolut witziges Highlight – aber daß diese grundsätzlich in der Bahn passieren, ist ja auch keine Neuigkeit. 

Nachdem dann irgendwann die lange Reise zu Ende war und der Fahrgastwunsch be[b]s[/b]tätigt wurde :winner: reihten wir uns schließlich in die bereits vorhandene Schlange am Schauspielhaus ein und warteten auf Deutschlands bekanntesten Kriminalbiologen, den Forensiker Dipl.-Biol. Dr. rer. medic. M.Sc., Ph.D. Mark Benecke. 


DR. MARK BENECKE @ Schauspielhaus, 23.05.2010, 15:30 Uhr  

In 2009 hielt der Forensiker seine Präsentation noch im Werk II, dieses Mal lud er im Schauspielhaus ein, ein Theater mit Oberrang, in dem wir im Vorjahr das Theaterstück „Rappacinis Tochter“ sahen. Und siehe da: die Entscheidung, früh genug loszufahren, war richtig, war das Schauspielhaus doch auch am Sonntag ausverkauft, obwohl Mark Benecke bereits am Samstag seinen Vortrag abhielt. Im Vergleich zum Jahr 2009 waren die beiden Vorträge am Sa und am So die gleichen und wurden nicht vom Publikum abgestimmt, sondern vom Kriminalbiologen Benecke selbst ausgewählt. Das Thema in diesem Jahr war „Serienmörder“, ein ernstes und v.a. hartes Thema, bei dem das eine oder andere gezeigte Foto sicher nichts für zartbesaitete Gemüter war.   

Bevor es mit dem eigentlichen Vortrag losging, unterhielt Benecke das Publikum mit diverse Youtube-Videos, so u.a. mit dem animierten Clip zu Knorkators „Wir werden alle sterben“. Das war bis jetzt also nichts Neues für uns, da wir gleiches bereits im vergangenen Jahr zu Gesicht bekamen. Auch seinen Hinweis, daß ihn als Kriminalbiologe das „Warum hat der Täter das gemacht?“ nicht interessiert, er es sich in seinem Job nicht leisten könne, die emotionale Komponente bei den Opfern zu hinterfragen, scheint dem Standard zu entsprechen. Er betonte deutlich, daß ihn lediglich die Art und Weise der Beschaffenheit der Leiche nach einer bestimmten Zeit interessiere, um darauf schließen zu können, wie der Mord von statten gegangen sein könnte. Natürlich kamen von den Rängen dennoch diverse Fragen, die auf eben genau diese emotionale Schiene zielten. Doch Mark war darauf natürlich nicht unvorbereitet. Er stellte seine Ehefrau Lydia vor, die hauptberuflich Psychologin ist. Sie erhielt ab nun das Wort und versuchte so gut es ging zu erklären, was die Beweggründe für die Taten der Serienmörder sein könnten. Die beiden haben sich also in ihrem Vortrag hervorragend ergänzt. Nach zwei spannenden und v.a. unterhaltsamen Stunden („Wir alle hassen ja Cyber Gothics“) entließ Benecke sein Publikum. Er stand jedoch eine Etage tiefer noch bereit, weitere Fragen zu beantworten, Autogramme zu geben oder abgelichtet zu werden. Abermals sehr vorbildlich, Herr Benecke!   

Danach löste sich die Gruppe auf. Während die einen zurück zum Camp fuhren, zogen Guybrush, Wolfgang & Co weiter in den Kohlrabizirkus.   


AUTO-AUTO @ Kohlrabizirkus, 23.05.2010, 18:30 Uhr  

Synthetische Musik aus Schweden erfreut sich seit jeher großer Beliebtheit und so lud die Band mit dem albernen Namen zum Straftanz im Kohlrabizirkus ein, in dem es am diesem Tag eher seichtere elektronische Klänge zu hören gab. Anscheinend haben Auto-Auto jedoch nicht laut genug gebrüllt, denn so besonders gut war die Halle leider noch nicht besucht. Dennoch vermochten es die Elektroniker wie es sich für ordentliche Schweden gehört, mit Songs wie „Hastwerk“ oder „Where the Buffalo Roam“ dem Publikum ordentlich einzuheizen. Das eigentlich als Duo bestehende Projekt trat auf der Bühne als Drilling auf und verstand es, den synthetisch poppigen Sonntag im Kohlrabizirkus entsprechend auf Temperatur zu bringen.   

Setlist Auto-Auto
01. Someone out there
02. Zombies on MTV
03. Do you need some Space
04. Backstabber
05. Starcharts
06. Obstacles
07. Where the Buffalo Roam
08. Shadowlands
09. Hastwerk   

Leider können wir über den weiteren Verlauf dieses Abends in dieser Location nicht berichten, da wir alle woanders entsprechend wichtigere Termine hatten. Sehr schade war es um Welle: Erdball, die mit ihrem Soundtrack zu „Operation: Zeitsturm“ gerade von sich Reden machen, aber so ist das nun mal mit den Überschneidungen auf dem WGT.   


[:SITD:] @ Parkbühne, 23.05.2010, 19:30 Uhr  

Während es den Großteil in die agra-Halle zog, machte sich Predator alleine auf den Weg zur Parkbühne, um die Ruhrpott-Elektroniker [:SITD:] zu sehen. Leider kann unser Korrespondent nicht allzu viel wiedergeben, da er… – richtiiich, genau – mal wieder den Schlaf des Gerechten vorzug und sich knallhart in die erste Reihe zum Pennen legte. Respekt, bei dem Krach! :winner: Was er allerdings zu berichten wußte war die Tatsache, daß die Parkbühne ausverkauft war, viele Menschen sind also umsonst zu dieser Location angereist. [:SITD:] eröffneten ihr Set mit dem Titeltrack ihres aktuellen Albums „Rot“.   

Fast schon als normal sind Überraschungen bei einem [:SITD:]-Gig zu bezeichnen.  Da ist es schon mal vorgekommen, daß ein gewisser Ronan Harris auf die Bühne kam und einen VNV-Song im [:SITD:]-Gewand sang oder den Jungs einfach nur ein leckeres Kaltgetränk verabreichte. Dieses Mal verließ Carsten Jacek die Bühne und Rotersand-Frontmann Rascal enterte selbige. Der Hühne aus Gelsenkirchen sang zu seinem eigenen Hit „Electronic World Transmission“ die Vocals, der im – logisch – [:SITD:]-Remix dargeboten wurde.   

Nachdem sie irgendwann ihr „Richtfest“ zelebriert hatten, schlossen die Jungs nicht gerade überraschend mit ihrem Future-Pop-Überhit „Snuff Machinery“.   

Setlist [:SITD:]
01. Rot
02. Rose Coloured Skies
03. Pharmakon
04. Kreuzgang
05. Redemption
06. Electronic World Transmission [feat. Rasc]
07. Laughingstock
08. Wegweiser
09. Richtfest
10. Snuff Machinery   

Vor der agra-Halle hingegen war zu dieser Zeit natürlich wieder munteres Schaulaufen angesagt und z.T. ganze Gruppen in Einheitskleidung liefen die Flaniermeile auf und ab. Auch wenn wohl das eine oder andere Outfit etwas aufgesetzt wirkte und lediglich dazu diente, Aufmerksamkeit zu erzielen, ist es dennoch immer wieder spannend zu sehen, wie vielfältig und kreativ die Besucher des Wave-Gotik-Treffens sein können.

  

  


 

FAITH AND THE MUSE @ agra-Halle, 23.05.2010, 20:20 Uhr  

Seit 1993 existiert die Band um William Faith und Monica Richards bereits, deren Musik nicht in eine einzige Schublade einzusortieren ist. Dafür ist ihre Musik viel zu vielseitig und könnte als eine Mischung aus Gothic Rock, Celtic Folk und Dark Wave bezeichnet werden. Auf ihrem aktuellen Album von 2009 „Ankoku Butoh“ gesellen sich Taiko-Trommeln ins ethnische Klangbild hinzu. So machte es mehr als Sinn, daß die Bühnenshow mit Trommel- und Tanzeinlagen versüßt wurde. Im Allgemeinen war die Bühnenshow wirklich beeindruckend, was nicht zuletzt an Sängerin Monica Richards lag, sondern auch an den anderen Lichtgestalten auf der Bühne, die sehr phantasievoll gekleidet und geschmickt waren. Die Kapazität der großen agra-Bühne wurde perfekt ausgenutzt. Leider kamen wir erst recht spät in die Halle, sodaß wir nur noch den Rest des Auftrittes erleben sollten. Was wir jedoch Von dieser Formation gesehen haben, hat uns so positiv überrascht, daß dieser Act auf dem kommenden M´ Era Luna Festival als gesetzt gilt.  

 


DIARY OF DREAMS @ agra-Halle, 23.05.2010, 21:40 Uhr  

Was gibt es Schöneres, wenn das Warten auf den Headliner des Abends in den ersten Reihen gar keine Warterei ist? Adrian Hates und Gaun:A eröffneten wieder einmal ihr Traumtagebuch und brachten wie gewohnt als Live-Verstärkung am  Keyboard Dioramas Torben Wendt mit. Diary-Konzerte sind sowieso nie schlecht und wenn man sich u.e. Setlist ansieht, dann läßt sich erahnen, daß es auch beim WGT 2010 nicht anders war. Schon beim Opener „The Wedding“ hatten Adrian & Co leichtes Spiel mit dem Publikum. Das nicht minder peitschende „The Plague“ sorgte dafür, daß im Nu kaum einer mehr stillstehend zur Bühne schaute, sondern sich überall die Hüften bewegten. Die zehn gespielten Songs können getrost als Best of-Set angesehen werden, reihte sich hier doch Hit um Hit, sodaß die Zuschauer lauthals ihre DoD-Lieblingssongs mitträllern konnten. Die Show wurde sogar durch einige Lasereffekte angereichert, wie z.B. beim „Traumtänzer“ oder beim finalen „Kindrom“. Ein sehr passender Zusatz zu der emotionalen Musik des Traumtagebuches. Zwar hat es schon ein gesangslustigeres Publikum gegeben, als es darum ging, den Chorus vom „Traumtänzer“ alleine weiter zu singen, aber dieser fast mißglückte Versuch tat der Stimmung keinesfalls Abbruch.   

Der klare Höhepunkt war wieder einmal der explosionsartige Vorstoß Torben Wendts weg vom Keyboard hin an die Front, um mit Adrian zunächst den Klassiker „Butterfly:Dance!“ und anschließend das energiegeladene „The Curse“ im Duett zu singen. Zugegebenermaßen ist auch das kein Novum für diejenigen Zuschauer gewesen, die Diary of Dreams regelmäßig besuchen, dennoch ist es immer wieder ein solch magischer Moment, wenn Torben ins Geschehen eingreift, der einfach mitreißt und nicht angestaubt wirkt. Fakt ist: Diary of Dreams machen einfach immer Spaß und gehören genau in dieser Konstellation auf die Festivalbühnen!   

Setlist Diary of Dreams
01. The Wedding
02. The Plague
03. Chemicals
04. The Chain
05. She and her Darkness
06. Traumtänzer
07. King of Nowhere
08. Butterfly:Dance!
09. The Curse
10. Kindrom   


LACRIMOSA @ agra-Halle, 23.05.2010, 23:00 Uhr  

Um 23:00 Uhr war es dann endlich soweit! Lacrimosas 20-jähriger Geburtstag sollte gebührend mit einem zweistündigen Konzert gefeiert werden. Während es Nadine, Desi, Vicepoint und Ash nach ganz vorne verschlagen hat, genossen Guybrush, Wolfgang und Roland das Konzert aus den hinteren Rängen. Doch… Moment mal! Wo war eigentlich Dagmar auf einmal abgeblieben? Die ist doch tatsächlich zum Zelt zurück, da sie echt Diary of Dreams für Lacrimosa hielt. Öhm… wie würde Helge sagen: „Ich habe mich vertan!“   

Ash kamen vor Beginn des Konzertes nun Gedanken an den Freitagabend in der agra, wo der Sound bei Kirlian Camera so verhunzt war. Fest stand: dieses Malheur durfte zu diesem besonderen Anlaß nicht wieder passieren! Zwar war der Sound bei den beiden vorherigen Acts schon astrein, aber das muß ja in dieser Halle nichts heißen. Bei der agra verhält es sich halt wie bei der M´Era Luna Hauptbühne oder der berüchtigten Schachtel Pralinen: man weiß nie was drin ist. Doch Perfektionist Tilo Wolff wird schon im Vorfeld dafür gesorgt haben, daß hier ja nichts anbrennt, schließlich sollte dies ein ganz besonderer Abend werden – und das wurde er auch!   

Bereits Wochen vor dem WGT riefen Lacrimosa zur Bewerbung auf der bandeigenen Homepage auf, bei der die Volontärinnen einen Showauftritt beim Intro sowie beim letzten Song des WGT-Konzertes gewinnen konnten. Und so betraten während des Lacrimosa-Intros nach und nach die Mädels in stilechtem schwarz/weiß-Karomuster die agra-Bühne, die z.T. Lacrimosa-Fahnen mit dem Harlekin-Logo schwangen oder kreuzten. Daß die eine oder andere Dame dabei etwas unbeholfen wirkte, machte nichts, dafür wirkte die Inszenierung wenigstens natürlich und wenig aufgesetzt.  

 

Als das Lacrimosa Thema zu Ende war, ertonte Tilos Stimme zu den ersten Klängen von „Schakal“. Und Ashs Befürchtungen waren im Nu verflogen: die Stimme war perfekt zu verstehen.   

Was in den nächsten zwei Stunden folgen sollte war ein buntes Programm aus nahezu allen Schaffensperioden der Bandgeschichte – eben so, wie es sich für eine Jubiläumsshow gehört. Erstaunlich dabei ist die Tatsache, daß ausgerechnet der Song, mit dem alles angefangen hat („Seele in Not“), nicht gespielt wurde. Das ist einerseits unglaublich schade, andererseits zu verschmerzen, da anstatt dessen Song Nr. 2 vom „Angst“-Album „Requiem“ den Platz in die Setlist fand. Und wer dachte, das wäre der Überraschung schon genug, der wurde mit dem genialen „Flamme im Wind“ von 1993 sowie dem Titel „Bresso“ von der „Einsamkeit“ eines besseren belehrt. Letzter Titel war Teil der ersten Zugabe und feierte 18 Jahre nach seiner Entstehung seine Live-Premiere – Wahnsinn! Wenn das kein Dankeschön an die Fans war!   

Durch das kürzlich von Ash mit Tilo gehaltene Interview wußte die MG Fraktion bereits, daß es weitere Weltpremieren geben sollte. Das bis zum Release der „Schattenspiel“ unveröffentlichte Stück „Mantiquor“ (bereits 2005 in der „Lichtgestalt“-Ära produziert) und der brandneue Titel „Ohne Dich ist alles nichts“ wurden demnach ebenfalls erstmalig vor Publikum live gespielt. Zu den Premieren gesellten sich dazu Klassiker wie „Alles Lüge“, „Ich bin der brennende Komet“ oder „Stolzes Herz“. Tilo – seit einiger Zeit mit gewöhnungsbedürftigem Kurzhaarschnitt – war offensichtlich sehr gut aufgelegt, denn seine Bewegungen während „Feuer“ waren doch sehr ungewöhnlich für den ansonsten so ernst und konzentriert wirkenden Sänger auf der Bühne.   

Auch Anne Nurmi war sehr gut gelaunt, wie man ihrem ständigen Lächeln im Gesicht entnehmen konnte. Sie selbst sang, wie man es von einem Fulltime-Konzert Lacrimosas gewohnt ist, die Songs „Not every Pain hurts“ und „The Turning Point“, während dessen Tilo ihren Platz am Keyboard einnahm.   

Nach zwei Zugaben war dann gegen 1:00 Uhr aber endgültig Schluß und Tilo bedankte sich artig für die vergangenen 20 Jahre. Tilo: „Damals spielten wir hier vor 150 Leuten, heute vor einer ausverkauften Halle!“ Das trifft es auf den Punkt: so wie das WGT gewachsen ist, so ist auch das ehemalige Ein-Mann-Projekt Lacrimosa gewachsen.  

 

Bei all diesen Premieren und Überraschungen sowie der riesigen Stimmung auf und vor der Bühne ist es ein Jammer, daß dieses Konzert nicht mit Kameras für eine Live-DVD festgehalten wurde. Gerade die o.g. alten Stücke wären es wert gewesen, sich zu Hause noch einmal anschauen zu können. Diese Jubiläumsshow hätte eine Aufzeichnung jedenfalls verdient gehabt.   

Setlist Lacrimosa
01. Schakal
02. Ich bin der brennende Komet
03. Alleine zu zweit
04. Requiem
05. Mandira Nabula
06. Not every Pain hurts
07. Alles Lüge
08. Mantiquor
09. Flamme im Wind
10. Lichtgestalt
11. Malina
12. Feuer
13. The Turning Point
14. Stolzes Herz   Z1
15. Bresso
16. Ohne Dich ist alles nichts  

 Z2
17. Der Morgen danach
18. Copycat  

Nach dem furiosen Konzertfinale am vorletzten WGT-Abend 2010 ging es zunächst einmal zum Camp zurück, um Kräfte zu tanken, sich umzuziehen und später noch bis es wieder hell wurde die agra-Disco zu besuchen. Wicked!  


MONTAG  

Eigentlich wollten Guybrush, Wolfgang und Dagmar am letzten Tag dem Lesemarathon von Christian von Aster lauschen, doch dort war es leider schon zu überfüllt, sodaß das Trio sich spontan für die Villa entschied, wo zeitgleich zwei Theaterstücke vorgetragen wurden. Im Großen Keller fand „Die seltsamste Liebesgeschichte der Welt“ statt, das Wolfgang jedoch als zu ernst empfand und daher den Großen Saal vorzug. Dort präsentierte die Gruppe Lubina Hilal eine Art visuelles Hörspiel. Bei der Fantasygeschichte „The Mystery of a dark Night“ traten ungefähr 10 Leute auf, bei der die Musik und die Geräusche vom Band kamen. Demnach gab es auf der Bühne also keine Live-Band bei diesem ungewöhnlichen Tanztheater. Zu den teils orientalischen Klängen wurde ein Bauchtanz geboten und zu mittelalterlicher, stellenweise an Soundtracks erinnernder epischer Musik wurde sogar ein humoristischer Schwertkampf inszeniert. Trotz der langen Dauer von zweieinhalb Stunden wurde genügend Abwechslung geboten, um das Publikum bei Laune zu halten. Schade nur, daß das Interesse der WGTler nicht das Größte zu sein schien, denn es fanden sich ungefähr nur zwei Dutzend Zuschauer in den Großen Saal ein, wie Guybrush zu berichten wußte.  Da Desi und Nadine aus arbeitstechnischen Gründen bereits am Montag abgereist sind, haben Nadine und Ash noch einen Rundgang durch das Heidnische Dorf gemacht, noch etwas getrunken, ein paar Fotos gemacht und mit den Herrschaften von dem VW-Bulli (!) gequatscht, an dem man im Dorf Zigaretten kaufen konnte. Naja, wenn man da schon sein Handy aufladen kann, worum dann nicht auch in einem alten Volkswagen eine Schachtel Kippen kaufen?

Während Guybrush & Co sich also eher für das kulturellere Programm an diesem Nachmittag entschieden, schlug es Vicepoint, Predator, Jan, Roland und Ash in den Kohlrabizirkus, wo heute Electro auf der Agenda stand.  


KIEW @ Kohlrabizirkus, 24.05.2010, 18:10 Uhr  

Um 10 nach 6 hatten KiEw Sprechstunde. Tja, was soll man groß zu dem Gig der Berliner sagen? Der beste Track „Feierabend in Kiew“ wurde gleich zu Beginn verheizt, als wir gerade die Halle betraten. Der Rest mag vielleicht zum typischen kiew´schen Industrialsound gepaßt haben, aber spätestens als die ersten Hip Hop artigen Sprechgesangseinlagen auf das Publikum losgelassen wurden, fanden wir es albern und zogen ein gepflegtes Abendbrot vor der Halle dem weiteren Konzertverlauf vor. Sorry Jungs, das war mal gar nichts!  

 Nach einer leckeren Thüringer Bratwurst probierte Predator noch einen sehr fruchtigen Shake, der von drei sehr netten Damen kredenzt wurde. Dabei trafen wir auf ein Pärchen, die lustige Schilder um den Körper trugen, wie z.B. “Mehr Gothic als wie du”. :cool: :D

Das Konzert der Hannoveraner Trial haben wir nur mit einem Ohr mitbekommen. Zum einen, wegen der Besucherherumknippserei, zum anderen weil das Bier langsam schon wieder schmeckte. Was wir vernahmen, hat uns jedoch recht gut gefallen. Für ein konkretes Urteil reichen die wenigen Eindrücke allerdings nicht aus.  

Daß man beim WGT des öfteren mit Überschneidungen leben muß, haben wir nicht nur bei Leichtmatrose vs. Kirlian Camera oder Welle: Erdball vs. Lacrimosa erfahren dürfen. So erging es auch Jan und Vicepoint am Montagabend, als die beiden sich zwischen In Strict Confidence und Valravn entscheiden mußten. Der Auftritt Valravns im Heidnischen Dorf hinterließ offensichtlich so gute Spuren, daß die beiden sich dann entschieden haben, zur agra zurück zu fahren und ISC sausen zu lassen.   


VALRAVN @ agra-Halle, 24.05.2010, 20:30 Uhr  

Nach dem überzeugenden Konzert auf der kleinen Bühne am frühen Samstagabend im Heidnischen Dorf war für Treknor sonnenklar, daß der agra-Auftritt definitiv mitgenommen werden mußte. Gesagt getan. Während des Umbaus und Soundchecks passierte etwas, daß Treknor so noch nicht oft erlebt hatte. Während die Sängerin Anna Katrin Egilstrøð (stammt von den Färöern) ihr Mikro einsang, hagelte es den ersten Applaus. Soweit nicht überraschend, hat sie doch eine interessante, kantige Stimme, die einen schnell in den Bann zieht. Nein, was Treknor  überraschte war das Gesicht von Anna. Sie war total überrascht und wußte auch im ersten Augenblick gar nicht so richtig, wie sie reagieren sollte…. total niedlich!   

Als das Konzert begann war schnell klar, daß sich hier tatsächlich Rabe und Wolf vereint haben. Die Musik umspielte den Kopf, flatterte herum und man ahnte nichts Böses, bis dann der Wolf in die Beine sauste und man keine Chance mehr hatte.  Man mußte hierbei einfach total ausflippen! Das betraf aber nicht nur das Publikum in der sehr gut gefüllten agra-Halle. Auch auf der Bühne wurde alles gegeben. Das war besonders beim mitreizenden Stück „Kelling“ zu spüren. Mit Gastsängerin Maria Franz zusammen, schafften es Valravn spästens hier auch den letzten Skeptiker von der Qualität ihrer Musik zu überzeugen. Der Funke der Begeisterung sprang jedenfalls auf das Publikum über. Es wird für Treknor, Jan und Vicepoint auf jeden Fall ein unvergessliches Konzert bleiben und alle drei freuen sich schon jetzt auf neue Konzerte mit Valravn.   

Als Jan und Vicepoint den Kohlrabizirkus verließen, sind dafür Guybrush, Wolfgang und Dagmar eingetroffen. Gemeinsam war der Sechser also bereit für den Straftanz zur Musik von In Strict Confidence.   


IN STRICT CONFIDENCE @ Kohlrabizirkus, 24.05.2010, 20:30 Uhr  

Lange Zeit war es still um die Formation von Dennis Ostermann gewesen. Selbst die im Frühjahr erschienene Single „My Despair“ rief eher verhaltene Jubelschreie hervor. Doch dann meldeten sich ISC mit dem überragenden Konzeptalbum „La Parade Monstrueuse“ mit einem Paukenschlag zurück. Die Verstärkungen im Line-up durch Neuzugang am Mikrophon Nina de Lianin sowie HayDee Sparks an der Gitarre taten dem Sound ungemein gut und sorgten für frischen Wind im Hause In Strict Confidence. Der Erfolg dieses wahrhaft monströs guten Albums schreite förmlich nach einer Live-Aufführung. Dabei war es natürlich interessant zu beobachten, wie die Live-Gitarren sich in das synthetische Klangbild integrieren würden. Genügend Negativbeispiele diesbezüglich haben wir ja in der jüngeren Vergangenheit mittlerweile häufiger verzeichnen können. Doch bei ISC sieht die Sache dankenswerterweise anders aus. HayDee Sparks sorgt (nicht nur optisch) für erfrischende Abwechslung auf der Bühne und selbst als Feuerspuckerin machte sie eine außerordentlich gute Figur! Der geile Sound in der Kuppelhalle klang nun deutlich mächtiger und organischer, als es der Fall sein würde, wenn die Musik lediglich vom Band käme, wie es bei Elektronikbands in der Regel üblich ist. Unterstützt wurde die Optik durch eine Leinwand im Hintergrund, auf der die entsprechenden Videoclips zu den aufgeführten Songs parallel abgespielt wurden. Keine wirklich neue Idee, aber wer die phantasievollen Clips der Band kennt und schätzt (z.B. „Forbidden Fruit“), der wird daran sicherlich seine Freude gehabt haben.   

ISC begannen ihr Konzert eher verhalten mit den beiden im Verhältnis eher schwachen Songs „Promised Land“ und der bereits angesprochenen Vorabsingle-Auskopplung „My Despair“ des aktuellen Albums.   

Predator meinte dann, daß er bereits alles bekommen habe, was er sehen wollte und ging nach draußen. Was er da tat könnt ihr euch an dieser Stelle sicher denken… Das war jedoch wahrhaftig keine gute Entscheidung, denn was nun folgte war nicht bloß das Herunterspielen der besten Songs von „La Parade Monstrueuse“, sondern ab sofort folgte ein Hit dem nächsten! Egal ob bei „Seven Lives“ oder „Silver Bullets“, jeder Titel wurde lauthals mitgesungen und beklatscht. Beim wohl besten Titel des neuen Albums „Set me free“ haben sich wahrscheinlich nicht wenige den ASP-Remix gewünscht und davon geträumt, daß Asp selbst als Gastsänger auf die Bühne kommen würde. Tja, die Meinung des Herrn Spreng zum Thema WGT ist ja seit dem Jahr 2009 hinlänglich bekannt, also war von dieser Art Überraschung wohl auch nicht auszugehen. Unterm Strich kamen die neuen Titel live prima beim Publikum an, auch wenn ältere Stücke ob ihres Bekanntheitsgrades logischerweise noch weitaus mehr abgefeiert worden sind. Eines der Gewinner war das vom „Holy“-Album bekannte „Closing Eyes“, bei dem sich beide Sänger im Duett die Bälle zugespielt haben. So etwas nennt man dann wohl einen perfekten Live-Song. Vom „Zauberschloß“ über die „Herzattacke“ bis hin zum finalen „Engelsstaub“ war hier so ziemlich alles vertreten, was in der Banddiscographie Rang und Namen hat. Dieses geniale Konzert hätte gut und gerne den Headlinerstatus verdient gehabt und hätte gerne noch länger gehen können als die üblichen 60 Minuten. Bleibt zu hoffen, daß es nicht wieder drei Jaher bis zum nächsten Album dauert. Oh und für alle, die wo das Konzert verschlafen haben: in Hildesheim ergibt sich demnächst eine weitere Chance. Unbedingt  hingehen!   

Setlist In Strict Confidence
01. My Despair
02. Promised Land
03. Seven Lives
04. This is all
05. Forbidden Fruit
06. Set me free
07. Away from here
08. Silver Bullets
09. Closing Eyes
10. Herzattacke
Z
11. Zauberschloß
12. Engelsstaub   

Anschließend sind Roland, Predator, Guybrush und Ash direkt zur Moritzbastei gefahren, wo die alljährliche Abschlußveranstaltung bereits in vollem Gange war und wo bekanntlich das tote Fleisch vom Grill ganz besonders mundete.   Sofort haben wir bekannte südländische Gesichter getroffen, die wir vom M´Era Luna her kannten. Und auch die Berliner Fraktion vom Fantasy Filmfest liefen uns kurz über den Weg – dieses Mal jedoch ohne Bunny-Kostüm…

In der Bastei waren die Besucher schon ordentlich am Trinken, Flirten und Tanzen. Es gab kaum eine Ecke, wo keine Menschen rumstanden, die komplette Location war sehr gut besucht – aber das ist für die Abschlußveranstaltung auch völlig normal.

Nach einigen Tropfen Zaubertrank und einigen netten Gesprächen machten sich aber auch irgendwann die vergangenen vier Tage in den Knochen bemerkbar. So machte sich die Truppe irgendwann in Rolands Auto gemeinsam auf den Rückweg, um gemeinsam am Camp noch ein letztes Bierchen zu vernichten und das Festival Revue passieren zu lassen.   


Fazit  

Mit Ausnahme des Montags spielte auch Petrus mit. Wir hatten insgesamt gesehen super Glück mit dem Wetter gehabt, nur am Montag gab es wie gesagt ein zeitweise richtig heftiges Gewitter, das uns sogar den Pavillon zerriss. Naja… immerhin hatte er seinen Dienst die Tage zuvor hervorragend erledigt. Und irgendwelche Opfer müssen nun einmal gebracht werden.  Naja, dafür haben wir mit der Deutsch-Österreichischen Freundschaft auch wieder etwas für die Völkerverständigung getan. Wir Deutschen sind nun halt mal ein kontaktfreudiges und freundliches Land.

Ansonsten ist festzuhalten, daß sich das Festival in Sachen Organisation im 19. Jahr hinsichtlich Sauberkeit verbessert hat: waren die Dixis doch auch nach einigen Tagen erstaunlich sauber. An dieser Stelle diesbezüglich mal ein ganz großes Lob! Auch die Tatsache, daß es in diesem Jahr eine eigene Bahnlinie gab, die direkt zum Messegelände fuhr, ohne zuvor bei Peine und Paris anzuhalten, wurde dankend angenommen. Diese Entlastung hatte sicherlich auch zur Folge, daß a) die Bahnen nicht so sehr überfüllt gewesen sind, wie noch in den Jahren zuvor und b) man nicht so viel Zeitverlust in Kauf nehmen mußte. Denn Zeit ist ja bekanntlich auf dem WGT immer so eine Sache. Man ist stellenweise mit Bahnfahren, Umsteigen und Laufen stundenlang unterwegs, um das angepeilte Ziel zu erreichen. Bitte unbedingt beibehalten, das Festivalpublikum dankt es der Stadt!   

Unterm Strich bleibt ein abermals absolut gelungenes, in der ganzen Stadt top organisiertes und erfolgreiches Wave-Gotik-Treffen 2010, das sich in allen Belangen gelohnt hat und bereits beim Schreiben dieser Zeilen nach einer Wiederholung schreit.    

Oder um es mit Treknors Worten am Dienstagmorgen zu sagen: „Ich will nicht zurück in die Realität. Realität ist scheiße!“   

AMEN! Besser kann man es wohl nicht formulieren.   

PS: Nu äußert euch endlich mal zu dieser doofen Schwarzen Sonne, dann klappt´s auch beim nächsten Mal mit dem Gastauftritt von Asp.   

Bis nächstes Jahr, Leipsch!   


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