Es gibt unglaublich viele Sagen, Geschichten, Gedichte und heutzutage auch Filme über Werwölfe. Die meisten davon sind zum fürchten, brutal und blutig. Das ist natürlich auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Wölfe seit jeher für das Böse in sämtlichen Erzählungen und Märchen stehen. Dass man einen Werwolf auch als liebendes Wesen darstellen kann, zeigt uns hier Sandra Henke mit ihrem erotischen Roman „Alphawolf“. Und keine Sorge, erotisch bedeutet hier nicht, dass es nur um das eine geht. Vielmehr bedeutet es, dass auch ein Wesen, welches in den Herzen und Köpfen der Menschen für Angst und Schrecken sorgt, liebt.
Die Story:
Tala ist Halbindianerin, die versucht ihren neuen, westlichen als auch ihren alten Lebensweg ihres Stammes zu gehen. Als eines Nachts das Labor eines Krankenhauses von einer Horde Wölfe verwüstet wird, stößt sie und ihr Kollege von Wild Protection auf etwas merkwürdiges. Das Verhalten der Tiere ist eigenartig und Tala ist sich nicht sicher ob es sich hier nur um gewöhnliche Wölfe handelt. Eines der Tiere wird verwundet und sie nimmt den Wolf bei sich auf um ihn zu pflegen, doch plötzlich steht ein nackter Junge anstatt des Wolfes in ihrem Wohnzimmer. Als sie dann auch noch von einem unheimlichen aber äußerst attraktiven Mann bedroht wird der angeblich ein Werwolf ist, gerät alles außer Kontrolle. Bald muss sie feststellen, dass sowohl ihr Leben auf dem Spiel steht als auch eine schwere Entscheidung auf sie wartet die alles für immer verändern könnte.
Zu Anfangs war ich skeptisch gegenüber dieser Kombination von Werwolf und Erotik da es ja auf dem Markt schon so von „Vampirerotikbüchern“ wimmelt. Doch ich wurde mehr als positiv überrascht. Eine ausgewogene Story bot sich mir hier. Gut durchdacht und umgesetzt und obendrein auch noch fesselnd. Natürlich gibt es einige Komponenten die in so einem Roman nicht fehlen dürfen und auch bei vielen anderen Romanen dieser Art zu finden sind. Doch was dann eben nicht fehlen darf ist der Stoff der Die Story zu einem Ganzen macht und zusammen hält. Bei „Alphawolf“ ist von diesem Stoff mehr als genug zu finden.
Faszinierend ist hier, dass die Anfangs erwähnte Erotik zwar vorhanden ist, aber nicht überwiegt und vor allem die Story nicht zu einer Nebensache werden lässt. Viel mehr ist sie wie das Salz in der Suppe, der Farbtupfer auf einem Bild, der es erst komplett macht. Sie zeigt hier auf, dass auch wir Menschen noch eine wilde, tierische Seite haben. Instinkte die sich nicht verbergen und schon gar nicht unterdrücken lassen. Und man wird beim Lesen dieses Romans das Gefühl nicht los, dass man erst dann wirklich man selber ist, wenn man diesen Instinkten nachgibt. Zumindest ist das bei unserer Hauptfigur Tala der Fall.
Letztendlich muss ich mich wiederholen: Ich war positiv überrascht. Denn sowohl der fließende, spannende Schreibstil, die sympathischen und ehrlichen Charaktere als eben auch die überzeugende Story machen dieses Buch absolut lesenswert. Zwar dürfte es nicht jedermanns Geschmack sein, doch darüber machen wir uns hier mal keine Gedanken, denn wer etwas übrig hat für Fantasie, Gefühl und Erotische Literatur wird auch diesen Roman mit Genuss lesen.
Wertung
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