Man könnte meinen in einer Ehe weiß man was der andere mag und wovon er träumt. Oder? Ja man könnte. Doch manchmal ist es auch anders und es gibt Dinge die man sich nicht traut zu gestehen, Dinge die man sich wünscht aber nicht den Mut hat den Partner danach zu fragen. Und was liegt näher als dies wenigstens der besten Freundin zu erzählen. Einer Freundin die es nicht weitererzählen kann, die schweigt und nur die besten Tipps gibt. In diesem Falle ist es Viola. Ein Tagebuch. Und zwar eines das noch für viel Wirbel sorgen wird.

Etwa so spielt es sich bei Daphne und Jesper ab. Schon seit ein paar Jahren sind die beiden verheiratet. Bisher war es eine normale Ehe und beide dachten sie kennen einander. Doch plötzlich verändert sich Daphne drastisch. Jesper vermutet einen Liebhaber und greift zum (seiner Meinung nach) einzigen Mittel. Er liest das Tagebuch seiner Frau und stößt auf eine riesige Überraschung. Daphne verzehrt sich nach ihm und wünscht sich nichts sehnlicher als von ihm unterworfen zu werden. Jesper beschließt darauf einzugehen und verwickelt Daphne in ein Spiel aus Zärtlichkeit und erotischen Strafen. Doch dieses Spiel hat auch seine Schattenseiten und beide müssen feststellen, dass es nicht ganz ungefährlich ist.

Sira Rabe bringt hier dem Leser voller Gefühl und Leidenschaft ein Thema nahe, welches für viele nach wie vor ein Tabu darstellt: Rollenspiele, der Meister und seine Sklavin. Voller Intensität beschreibt sie hier Daphnes Wunsch nach dieser Art Beziehung. Ihren Wunsch unterworfen zu werden und ihrem Mann, ihren Meister zu dienen. Doch auch die Schattenseiten und die Gefahren eines solchen „Spiels“ zeigt sie hier auf. Die Angst einen solchen Wunsch zu äußern und abgewiesen zu werden. Die Gefahr, das wahre Leben zu vergessen und die Grenzen zu überschreiten. Wo hört das Spiel auf und wo fängt der Ernst an? Diese Frage muss sich auch Jesper irgendwann stellen und der Roman zeigt somit auch wie wichtig Vertrauen ist. Vertrauen, dass der Partner weiß wie weit er gehen kann.

Erotik mit Niveau, das ist es was die Autorin uns in „Viola – Das Tagebuch einer Sklavin“ bietet. Eine Kombination an der viele leider scheitern. Sira Rabe aber schreibt hier mit Stil und ohne Zwang über ein Thema bei dem nach wie vor viele erröten. Beim Lesen dieses Romans vergisst man die Zeit, verliert sich in einer Welt die man sonst vielleicht in dieser Form nicht betritt. Wen man mit also diesem Thema begeistern kann oder wer Lust hat einfach mal in eine andere Art Literatur einzutauchen ist mit diesem Roman gut beraten.


Wertung

Inhalt Stil / Sprache Kult-/Fan-Faktor Gesamt

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