The Awakening - Tales Of Absolution + ObsoletionNeulich erst wurde im Blog eines Musikmagazins der Gothic Rock zu Grabe getragen. Und tatsächlich: Schaut man sich mal in der Musiklandschaft der Szene um kann man schnell das Gefühl bekommen, dass (zumindest gefühlt) jede zweite Veröffentlichung irgendwie elektronischer Natur ist. Der Rest teilt sich auf in Mittelalter und/oder Metal. Aber so richtiger, geradliniger schwarzer Rock? Irgendwie ganz schön mau sieht’s auf dem Ende aus. Die Dreadful Shadows gibt es scheinbar wirklich nur noch live, The Mission haben in einem furiosen Finale das Handtuch geworfen und die Sisters Of Mercy kommen mit ihrer Rückkehr auch irgendwie nicht so richtig aus dem Mustopf. Solltet Ihr Euch für diese Musikrichtung begeistern, müsst Ihr nun aber nicht verzagen – wir haben uns für Euch mal wieder umgeschaut: Die Rettung kommt aus Südafrika, nennt sich THE AWAKENING und ihr aktuelles, achtes Studioalbum “Tales Of Absolution + Obsoletion” ist ein Meisterstück gruftiger Rockmusik.

Gut, inzwischen sind The Awakening (die in unseren Breitengraden neben den eben genannten Acts irgendwie etwas untergegangen sind) aus Johannesburg in die Vereinigten Staaten Amerikas umgesiedelt, ihre ersten Sporen verdiente sich die Truppe um Gründer Ashton Nyte aber schon vor gut 12 Jahren, als 1997 das Debütalbum “Risen” erschien. Danach folgten 7 weitere Alben, eine Greatest Hits Zusammenstellung, 2 EPs und zwei Musikvideos. Neben heftiger Clubrotation und bemerkenswerter Radiopräsenz können sich The Awakening überdies damit rühmen, die erfolgreichste Gothic Rockband Südafrikas zu sein. Warum man von der Truppe hierzulande nur so wenig mitbekommt, darüber lässt sich nur spekulieren.

Dabei ist das, was The Awakening hier auf “Tales Of Absolution + Obsoletion” fabriziert haben, durchaus sehr hörenswert. Und da Gothic Rock ja quasi grenzenlos funktioniert, dürften auch europäische Ohren keinerlei Schwierigkeiten damit haben, sich schnell in die Mucke dieser Kombo hineinzuhören. Denn die Zutaten sind auch in Südafrika scheinbar die gleichen wie überall anders auch: markanter, sehr klarer Gesang trifft auf breite Gitarrenwände, nimmt unterwegs ein paar Synthie-Samples mit, garniert das ganze Konglomerat hin und wieder mit Pianogeklimper und lässt so eine wunderbar düstere, schwermütige aber nicht schwerfällige Stimmung entstehen.

Dafür dass dieses Genre wie erwähnt bereits an manchen Orten für tot erklärt wurde, strotzen The Awakening hier geradezu vor Energie und Spielfreude. Nun ja – der König ist tot, es lebe König oder wie war das?

avatar1_16Für deutsche Hörer ist es mit etwas Aufwand verbunden, sich dieses Album zu besorgen. Ein Umweg über die direkte Bestellung aus den Staaten ist zum derzeitigen Zeitpunkt leider unumgänglich, denn bislang sind nur die älteren Alben der Band über hiesige Bezugsquellen bestellbar. Aber lasst Euch gesagt sein – der Aufwand lohnt sich! Sollte es Euch nach gutem, neuem Material in einem der Urgenres unserer Szene dürsten – hier wäre eine Möglichkeit.


Wertung

Inhalt Gesang Klang Fan-Faktor Artwork Gesamt

Trackliste

  1. Ivory (Part 1 + 2)
  2. Indian Summer Rain
  3. Upon The Water
  4. A Carnival Of Souls
  5. Frozen
  6. Nothing Like The Rain
  7. Where The Shadow Goes
  8. Open
  9. Prayer For The Song
  10. Alone

Anspieltipps

  1. Ivory
  2. Upon The Water
  3. Where The Shadow Goes
  4. Open

Links


Diskussion im Forum:

Verwandte Artikel:

  • Keine verwandten Artikel vorhanden.