bisdasblutgefriert

Letzten Freitag war es, als die werten Herren der Church of AGONOIZE ihre Jünger mit einer neuen Single bedachten. Diesmal wieder auf knappe 1000 Stück limitiert, scheint man hier mit “Bis das Blut gefriert” zu versuchen, einen ähnlichen Kult wie um die “Ultraviolent Six” zu erzeugen. Gucken wir doch mal, ob dieses Unterfangen mit Erfolg bedacht werden könnte…

Es überrascht wohl niemanden, dass die neue Scheibe von Agonoize bereits vor Release nahezu ausverkauft war. Nach der “Ultraviolent Six” war abzusehen, dass der Run auf den neuen Release entsprechend groß sein würde. Leider musste ich feststellen, dass sich nach der ersten Euphorie eine Spur Ernüchterung breit macht.

Klar, das Titelstück “Bis das Blut gefriert” ballert ganz anständig und weiß auch mit ganz netten Modifikationen im typischen und unverwechselbaren Agonoize-Sound zu gefallen, der Oberhammer zum Arme hochreissen und “Hurra! Hurra!” schreien ist es aber irgendwie nicht. Das liegt nicht zuletzt an der merkwürdigen Bridge im letzten Drittel des Songs, dank der es sich so anhört, als rollten Agonoize das Stück innerhalb des Songs noch einmal von vorne auf. Zudem fehlt mir hier inhaltlich etwas die klare Linie. Mir ist nicht so ganz klar, gegen wen Agonoize hier los poltern: Religion? Lebensmüdigkeit? Beides? Etwas anderes?

Auch der zweite neue Song, der “Seelenbrecher”, überzeugt nicht so gänzlich. Natürlich ballert der fette Sound der Berliner auch hier in voller Breite aus den Boxen, aberrrr: auf mich wirkt “Seelenbrecher” ein kleines bischen wie eine recht zahnlose Variante von “Femme Fatale” – nur eben ohne explizite Ansagen quasi.

Tja, das war es dann auch schon mit neuem Songmaterial dieser Single. Es finden sich noch diverse Remixe genannter Tracks auf dem Silberling, von denen aber einzig und alleine der Wynardtage Remix von “Bis das Blut gefriert” aufgrund des fetten Basses nennenswert ist.

Ein leicht bitterer Beigeschmack bleibt hier also. Natürlich, der Agonoize Jünger freut sich über das neue Tonmaterial, auch wenn die Herren nach der “Ultraviolent Six” oder “For The Sick And Disturbed” hinter den Erwartungen zurückbleiben. Und ob die Verknappung dieser Single auf 1000 Stück von der Band ausging oder vom Label herbei geführt wurde, um einen neuerlichen Kult zu schüren, bleibt der Spekulation überlassen. Ein Must-Have Item wie die besagte “Ultraviolent Six” ist die aktuelle Scheibe jedenfalls nicht. Die Hoffnungen ruhen also weiterhin auf dem im Herbst erscheinenden neuen Album.

avatar1_16Für Fans, Komplettisten und Sammler – aber ganz sicher kein Pflichtkauf. Und auch wenn ich mich als Agonoize Fan bezeichne (und den Jungs aus Berlin auch weiterhin die Treue halten werde) – als etwas schwach empfand ich diese Scheibe schon. Zumal sie bei vorhergehenden Releases eigentlich gezeigt haben, dass sie coole EPs basteln können. Schade, hier wurde viel verschenkt!


Wertung

inhaltg Gesang Klang Fan-Faktor Artwork Gesamt

Trackliste

  1. Bis das Blut gefriert
  2. Bis das Blut gefriert (Agonoize Remix)
  3. Seelenbrecher (V.1)
  4. Seelenbrecher (V.2)
  5. Bis das Blut gefriert (Wynardtage Remix)
  6. Bis das Blut gefriert (Centhron Remix)

Anspieltipps

  1. Bis das Blut gefriert
  2. Bis das Blut gefriert (Wynardtage Remix

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