Sathorys Elenorth war zuletzt mit dem Projekt Der Blaue Reiter auf Erfolgskurs unterwegs. Nun meldet sich der Spanier mit dem Fantasy-Projekt Lugburz zurück, das übersetzt “Dunkler Turm” (Sprache der Orks) bedeutet. Ihr ahnt es sicher schon: Hier geht es inhaltlich natürlich um das erfolgreichste Buch aller Zeiten nach der Bibel: “Der Herr der Ringe”. Wir haben das Werk für euch genauer unter die Lupe genommen und werden euch nun verraten, ob es Mittelerde gerechet wird oder nicht.
10 Titel umfaßt dieses vom ”Herrn der Ringe” beeinflußte interessante Werk, das quasi einem alternativem Soundtrack mit dazugehörigen Geräusche-Samples gleichkommt. Ob Gollums Krächzen (Opener) oder das Geräusch der Ringgeister in “The Return to the Dark Ages” – hier besteht kein Zweifel: Sathorys Elenorth muß eingefleischter Fan von Tokiens Werk sein, denn nicht nur die Tracktitel lassen darauf schließen (u.a. “Morgul´s Night”, “The Ring goes to South”). Selbst das aufklappbare Digipack besteht aus Motiven aus Mittelerde, wie z.B. dem Baum von Gondor oder dem lodernden Schicksalsberg. Das Cover ziert eineindeutig das Auge Saurons, der Schriftzug des Albumitels gleicht dem der Spielfilmtrilogie von Peter Jackson.
Dem Hörer erwartet hier ein sehr ordentliches Stück Neoklassik mit größtenteils passivem Gesang (z.T. Sprechgesang) in einer Soundkulisse, die einen endlich wieder ein kleines Stück nach Mittelerde trägt, jedoch nicht die Intensität eines James Horner erreicht, dies aber auch wahrscheinlich gar nicht will. Die Platte möchte Stimmung erzeugen, soll durch die Namen oder Titel unmißverständlich klarmachen, wo man sich gerade in Tolkiens Welt befindet und versucht dabei durch die Sounds diese “Szenen” emotional zu beschreiben. Dies gelingt dem Werk tatsächlich außerordentlich gut – ein Song wie “The Shire” könnte tatsächlich auch in unverfremdeter Version auf dem Original-OST zu finden sein, so schön ist seine zerbrechliche Streicher-Melodie. Auch das heroische “The Riders of Rohan”, bei dem zunächst Pferdegeräusche sowie Kampfgeräusche zu vernehmen sind, bis irgendwann der Rhtythmus und noch später der zurückhaltene Gesang einsetzt, kann durchweg überzeugen.
“Songs from Forgotten Lands ” ist sicher nichts für jedermann, aber wer auf stimmungsvolle Scores steht, wer mit der Musik aus “Der Herr der Ringe” etwas anfangen kann und Gänsehaut bei Lisa Gerrard und Enya bekommt, der darf hier gerne ein Ohr riskieren, aber kein Überwerk erwarten. Hart gesottene HdR-Fans sollten unbedingt zuschlagen, denn dies ist eine CD von Fans für Fans, die mit den Facetten der Neoklassik spielt und daher einige wirklich schöne Melodien ins heimische Mittelerde transportiert.
Wertung
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Trackliste
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Anspieltipps
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