Ob es erst den Weckruf durch eine junge, aufstrebende Synthie-Pop Band aus Manchester brauchte, ehe dem zuletzt doch etwas brach liegenden Genre wieder frischer Wind eingehaucht wurde, sei an dieser Stelle der Spekulation überlassen. Fest steht aber: scheinbar “ganz plötzlich” stehen diverse Helden dieser Musikrichtung, welche sich ihre ersten Sporen bereits in den 80ern verdienten, wieder auf der Matte. Auch die Orchestral Manoeuvres in the Dark, oder kurz O.M.D., stehen nach knapp 12 Jahren seit dem letzten richtigen Studioalbum ab dem 17. September mit einem neuen Album namens “History Of Modern” vor der Türe. Vorab erscheint aber am 6. September die Single “If You Want It”, mit der wir uns hier und heute beschäftigen wollen.
Untätig sind O.M.D. zumindest in den letzten 3 Jahren nicht gewesen, tourten sie doch während der vergangenen 36 Monate erfolgreich durch England und Europa. Das scheint den Herren so viel Spaß gemacht zu haben, dass Andy McCluskey, Paul Humphreys, Maloch Holmes und Martin Cooper im Herbst quasi in Originalbesetzung erneut durch die Weltgeschichte touren. Damit sie aber nicht immer die gleichen ollen Kamellen aufwärmen und präsentieren müssen, fanden sie irgendwie noch die Zeit, zwischendrin noch ein neues Album aufzunehmen. Bevor jedoch die “History Of Modern” antritt, um sich in einer veränderten (Synthie-Pop-)Welt zu behaupten, schicken O.M.D. knappe zwei Wochen vorher die Single “If You Want It” ins Rennen, um den Hörern älterer Semester zu zeigen: “hergehört, uns gibt es auch noch!” und den jungen Mitbewerbern möglicherweise zu zeigen, wo der Hammer hängt.
Ohne noch viel drumherum zu quatschen: “If You Want It” ist ein sehr eingängiger, leichtfüßiger Synthie-Pop-Song geworden, der sofort ins Ohr geht, sich dort verankert und unablässig den Teil des Hirns bearbeitet, der für das Ohrwurm-Phänomen zuständig ist. Einen dezent hymnischen Charakter kann man diesem schicken Song genauso unterstellen wie den Tatbestand, dass er sich irgendwo zwischen “Maid Of Orleans”, “Pandora’s Box” und “Shilling On The Seven Seas” derselben, hier thematisierten Band einordnet. Natürlich mit einer anständigen Frischzellenkur versehen, diverse oooohh und aaaahhs inklusive. Ein Song, der gefällt, der Spaß macht und der auch irgendwie die Frage aufwirft: wo habt ihr in den letzten 12 Jahren gesteckt, liebe O.M.D.?
Darüber hinaus ist die Single natürlich mit diversen Remixen ausgestattet. Und wie das mit Remixen immer so ist: entweder man liebt sie, oder man hasst sie. Was mich angeht, haben mich die Remixe kein Stück berührt. Dann schon eher das B-Seiten Stück “Alone”, das ebenfalls zeigt, dass es dringendst Zeit wurde, dass man wieder etwas von O.M.D. zu hören bekommt.
“If You Want It” erfüllt seinen Auftrag als Appetitanreger mit Bravour und zeigt vor allem eins: auch nach 12 Jahren seit der Veröffentlichung von”Universal” ist O.M.D. nach wie vor eine Band, mit der man im Synthie-Pop-Bereich rechnen kann und muss. Die Erwartungshaltung auf das neue Album “History Of Modern” ist nun natürlich entsprechend groß. Es gibt lediglich einen Punkt, den man der Single ankreiden könnte: sie kommt zu spät! Vom Feeling her hätte “If You Want It” einen veritablen Sommerhit abgegeben. Der Effekt verpufft nun leider angesichts des Veröffentlichungstermins kurz vor offiziellem Herbstanfang. Andererseits: wer einen schicken Sommer verleben durfte, kann sich die Erinnerung daran mit diesem geschmeidigen Song möglicherweise noch eine ganze Weile erhalten…
Wertung
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Trackliste
|
Anspieltipps
|













