Wir sagten schon, dass 2010 für Musikfreunde nicht eben das beste Jahr ist, oder? Zu den schlechten Neuigkeiten im Musikgeschäft gesellt sich nun auch noch die folgende: ASHBURY HEIGHTS, die erst vor wenigen Monaten ein sensationelles zweites Album abgeliefert haben, lösen sich auf!
Anders Hagström hat diesbezüglich gestern bei MySpace einen sehr ausführlichen Blogeintrag verfasst, in dem er seinem Unmut über den kommerziellen Miserfolg der letzten fünf Jahre sowie der scheinbar fehlenden Unterstützung seitens des Labels freien Lauf lässt – und den wir hier für Euch in übersetzter Form zitieren:
“Ashbury Heights wurde fünf dieses Jahr. Das hätte eigentlich ein Grund zum Feiern sein sollen, aber nach 24 Monaten konstanten Kämpfens und Argumentierens mit unserem Label fühlt sich diese Band mehr und mehr wie ein Gefängnis an. Aus diesen und vielen anderen Gründen erkläre ich hiermit die Auflösung von Ashbury Heights.
Diese Band war nie als Nischenband gedacht, Umstände jenseits unserer Kontrolle sorgten jedoch dafür, dass wir bei einem Nischenlabel unterschrieben, was rückblickend betrachtet keine so gute Idee war. Es ist ziemlich klar, dass es für uns keine Zukunft gibt in diesem obskuren deutschen Subgenre, dem wir seit unserer Konzeption angehörten. Nach fünf Jahren harter Arbeit verkaufen wir immer noch keine Platten und in der letzten Zeit hatten wir weniger als 20 einträgliche Gigs. Ich möchte dass Ihr wisst, dass wir versucht haben, all das zu genießen als wäre es das letzte was wir tun.
Wir haben trotz der katastrophalen Ergebnisse weitergekämpft, in erster Linie wegen der wenigen, aber treuen Fans, die sich um uns herum versammelt haben – Ihr alle seid echt fantastisch gewesen! Ihr gabt uns einen Sinn und die Stärke zum Weitermachen als wir nichts hatten und habt uns durch lange Nächte gebracht, da wir uns Eure Anerkennung verdienen wollten.
Aber in letzter Zeit wurde die Situation immer schlimmer und Auftritte weniger denn je. Wir können nicht länger diese Menge an Zeit in dieses Projekt investieren und nichts dafür zurückbekommen. Wir drückten auch unseren Wunsch aus, unser derzeitiges Label (Anm. d. Red.: Out Of Line) zu verlassen und unser Glück mit einem anderem Management zu versuchen. Ein Teilschuld für den fehlenden Erfolg geht sicher an sie für ihr fehlendes Marketing.
Wir sollten natürlich auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass unsere Musik Müll ist und unsere Fans einen entsetzlichen Geschmack haben (Gesundheit!). In dem Fall wäre das die perfekte Definition von “ein Glück, dass wir die los sind”, hm?
Wenn dem so wäre, dann wäre uns Label ebenfalls schuldig im Hinblick auf die Auswahl solch furchtbarer Bands. Seltsam genug, dass sie nie versucht haben zu verhandeln und jeden Song, den ich auch zukünftig gemacht hätte, als ihr Eigentum beansprucht. Unser Vertrag sieht tatsächlich vor, dass ihnen alles gehört, was ich musikalisch mache, aber es ist nur schwer verständlich, warum sie auf diesem Standpunkt beharren, wenn sie bisher kein Geld mit uns gemacht haben? Warum wollen sie mich unter Vertrag behalten, wenn es ihnen doch nichts bringt?
Ich habe das Gefühl, dass es nach fünf Jahren ohne Fortschritte uns selbst oder den Fans gegenüber unfair wäre, mit diesem Mismanagement weiter zu machen. Daher werde ich keine weitere Musik mehr veröffentlichen, bis diese Angelegenheit geklärt ist. Wenn wir aus diesem Vertrag herauskommen, werden sich Ashbury Heights vielleicht wieder zusammenfinden. Bis dahin liegen all meine musikalischen Projekte erst einmal brach.
Wir möchten unsere Dankbarkeit ausdrücken all den Tourmanagern, Busfahrern und vielen anderen Helden gegenüber, die uns über die Jahre hinweg unterstützt haben und natürlich der kleinen, aber exklusiven Gruppe an Promotern, die eine unbekannte Band gebucht hat – aller finanziellen Risiken zum Trotz. Ein Dank geht ebenfalls an unseren Booker Jan Winterfeld, der immer dafür sorgte, dass unsere paar Konzerte wunderbar organisiert waren.
Ich persönlich möchte auch meinen Bandmitgliedern der vergangenen Jahre danken: Yaz, Johan, Kari and Tomas. Ihr habt diesen rostigen Zug weiterrollen lassen.
Und natürlich unseren wundervollen Fans.
Bedauerlicherweise kam der größte Teil derer, die Begeisterung für unsere Musik zeigten, aus Ecken der Welt, die wir nie besucht haben. Es ist eine Schande, dass wir nie in der Lage waren, in Ländern wie Australien, Mexiko, Kanada oder den Vereinigten Staaten zu spielen. Auch an Euch da draußen ein herzliches Dankeschön für den unbeugsamen Support. Ein Jammer, dass wir uns nie getroffen haben.
Die Leute, die wir aber getroffen haben: wir grüßen Euch alle! Ihr seid wundervoll gewesen und habt sogar applaudiert, als unsere letzten Konzerte aus gesundheitlichen Gründen ziemlich furchtbar ausgefallen sind. Wir lieben Euch. Ihr seid die gute Sache, an die wir uns von alledem hier erinnern werden.
Wir sehen uns.
Anders Hagström
Timrå
2010-10-11”



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