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Covenant, Im Blickpunkt, Musik-Reviews, Reviews — Veröffentlicht am 16. Oktober 2010 um 17:16

COVENANT – Lightbringer (feat. Necro Facility)

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Lange genug hat es ja gedauert: nach ewigen Verschiebungen, Versprechungen, vagen Ankündigungen und was weiss ich sonst noch ist es endlich so weit: COVENANT betreten gute 4 Jahre nach ihrem Hammeralbum “Skyshaper” wieder die Electrobühne. Und um die Sensation perfekt zu machen, haben sie sich für die erste akustische Rückmeldung, der Single “Lightbringer” nämlich, mit den ebenfalls aus Schweden stammenden Senkrechtstartern NECRO FACILITY zusammengetan.

Man weiß ja, dass bei Covenant in der Zwischenzeit personelle Veränderung stattgefunden haben. Clas Nachmanson hat vor geraumer Zeit die Band verlassen, um sich anderen Dingen zu widmen. Dafür ist Electro-Tüftler Daniel Myer in den Kader aufgerückt. Eine prinzipiell spannende Ergänzung, denn mit seinen eigenen Babys Destroid oder Haujobb hat Herr Myer mehr als einmal gezeigt, dass er den Schweden in Sachen vielschichtiger Klangtspielereien in nichts nachsteht.

Covenant, Daniel Myer und Necro Facility – was kommt dabei heraus, wenn man so viele begabte Musiker an einen einzigen Song lässt? Verderben zu viele Köche nicht den Brei? Mitnichten, liebe Electrofreunde, mitnichten. Herausgekommen ist hierbei nämlich eine extrem geschmeidige, ohrschmeichelnde und fröhlich vor sich hin groovende Electro-Nummer mittleren Tempos, die vor allem zweierlei Dinge bietet: Ohrwurmpotenzial und Hymnenqualitäten. Für letzteres sorgen vor allem die sich steigernden Synthieflächen, die Eskils Gesangseinsatz währen des Refrains untermauern. Apropos Gesang: die Strophen überlässt man weitestgehend vornehm den Kollegen von Necro Facility, während sich Covenants Eskil vor allem während des Refrains und der Bridge – ebenfalls mit dieser besonderen musikalischen Untermalung versehen, die “Lightbringer” so mächtig wirken lässt – austobt. Den Musikern ist hier ein Song gelungen, der sich quasi unmittelbar nach dem ersten Hören im Bewusstsein festsetzt. Eingängig, geschmeidig und höchst unterhaltsam. Weniger als das haben wir aber wohl auch nicht erwartet, oder?

Die “Lightbringer EP” beinhaltet den Titelsong naturgemäß in diversen Fassungen. Da wäre zum einen die klassische Albumversion. Dann gibt es einen von Oscar Holter (Necro Facility) angepassten Radio-Mix, der logischerweise kürzer ausfällt, etwas mehr Hall bietet und sich ansonsten aber nicht sonderlich viel von der Albumversion unterscheidet. Spannender ist da schon die Variante von Daniel Myer, der hier auch ein paar Gesangsparts beisteuert und somit ganz nebenbei die wohl schönste Version des Songs. Joakim Montelius darf auch ran, natürlich, und wie zu erwarten war, ist seine Version um einiges sperriger, experimenteller und rhytmischer ausgefallen. Die clubtauglichste Variante allerdingste dürfte wohl die “Speedrun” Version sein, die ein paar Kohlen drauflegt und somit ordentlich an Tempo gewinnt.

Reine Remix-EPs sind langweilig. Schön, dass das die Herrschaften von Covenant offenbar ähnlich sehen, daher bietet die “Lightbringer” auch die – man möchte fast sagen: obligatorischen – unveröffentlichten Songs. Zwei sind es an der Zahl. Zum einen wäre da “The Beauty And The Grace (Rmx)”, eine von Daniel Myer geschriebener Song, der ziemlich deutlich macht, warum wir es hier mit ein paar der kreativsten Köpfe zu tun haben, welche die Electro-Szene heutzutage vorzuweisen hat. In seinem Aufbau erinnert “The Beauty And The Grace” hier etwas an “Monochrome” vom Album “Northern Lights”, allerdings mit deutlich weniger Tempo. Stimmungstechnisch hingegen bewegt sich diese Stück auf dem gleichen Niveau wie “Greater Than The Sun” von der “Skyshaper”.

Das abschließende Stück “Never Seem To End” schlägt in die gleiche Kerbe, gefällt vor allem aber durch die covenant-typischen Spielereien. Ich meine, hey – das Knarzen eines Plattenspielers zu samplen, um daraus den Rhytmus für einen Song zu basteln – auf die Idee muss man erst einmal kommen.

Unterm Strich viel gute Musik für’s Geld. Und die ganzen großen Namen, die im Zusammenhang mit “Lightbringer” auf den Zettel kamen, haben die daraus resultierende Erwartungshaltung mit Bravour bedient. Nun darf es dann aber auch endlich mal kommen, das neue Covenant Album “Modern Ruin”.

Mit “Lightbringer” verhält es sich bei mir wie mit “Ritual Noise” beim letzten Album: sämtliche Vermutungen, wie sie denn nun klingen würden, haben Covenant mit Leichtigkeit über Bord geworfen. Wenn man von den Schweden also eines mit absoluter Sicherheit behaupten darf, dann dass sie niemals auf der Stelle stehen bleiben und ein einmal funktionierendes Konzept immer und immer wieder wiederholen, sondern sich stets mit jeder Veröffentlichung neu erfinden. So auch mit “Lightbringer”, der trotz (oder gerade wegen?) Necro Facility nicht DER Electro- oder Covenantsong überhaupt geworden ist. Muss es ja aber auch nicht. Das Ergebnis ist auch so noch über die allermeiste Konkurrenz erhaben, vor allem in der Variante von Herrn Myer. Dennoch: angesichts von “Lightbringer” und der beiden unveröffentlichten Stücke dürfen wir mit “Modern Ruin” wohl nicht weniger als eine Sensation erwarten. Gespannung liegt in der Luft!


Fotos


Wertung

Inhalt Gesang Fan-Faktor

Trackliste

  1. Lightbringer
  2. Lightbringer (radio version)
  3. Lightbringer (dm rmx)
  4. The Beauty And The Grace (rmx)
  5. Lightbringer (speedrun)
  6. Lightbringer (jm rmx)
  7. Never Seem To End (prev. unreleased)

Anspieltipps

  1. Lightbringer (dm rmx)
  2. The Beauty And The Grace (rmx)
  3. Lightbringer (speedrun)
  4. Never Seem To End (prev. unreleased)

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