Dass FRONT LINE ASSEMBLY mit “Improvised. Electronic. Device” ein Geniestreich in Sachen elektronisch-industrieller Musik gelungen ist, dürfte sich inzwischen hoffentlich bis in den letzten Winkel der alternativen Welt herumgesprochen haben. Genauso wie die Tatsache, dass sich der Song “Angriff” des besagten Albums in den Clubs eingenistet hatte. Beides gewichtige Gründe für das Label Dependent, pünktlich zur Tour im Oktober eine entsprechende EP nachzuschieben. Nun, die Tour ist inzwischen vorbei, einige wenige Exemplare der EP aber noch zu bekommen. Höchste Zeit also, sie Euch noch einmal schmackhaft zu machen.
Wie das bei EPs halt so üblich ist, befinden sich auch auf der “Angriff” EP diverse Remixe des Titelstücks. Besonders hervorgehoben werden muss hier die Arbeit von mind.in.a.box. – und das nicht nur, weil die Österreicher mit Front Line Assembly zusammen auf Tour waren. Im Vergleich zu den anderen Remixen ist die mind.in.a.box Fassung diejenige welche mit dem größten Alleinstellungs- und Unterscheidungsmerkmal. Schließlich tun mind.in.a.box hier das, was man von ihnen gewohnt ist: hochkarätige Electro-Kost, bestehend aus extrem weiten Synthie-Flächen und atmosphärisch hoher Dichte servieren, die Appetit und das Verlangen nach mehr weckt. Ein völlig neuer Song ist hier entstanden und doch ist es gleichzeitig eben auch Front Lines “Angriff”. Sehr cool!
Ebenfalls erwähnt werden muss der Project Pitchfork Remix. Wer auch immer da von den Pitchies an den Reglern saß hat dafür gesorgt, dass “Angriff” eigentlich eine Verlängerung in Sachen Heavy Club Rotation verdient. Etwas geschmeidiger, etwas grooviger aber genauso partytauglich wie das Original.
Die restlichen Remixe hingegen sind für mich irgendwie nicht viel mehr als Füllmaterial. Keine schlechten Arbeiten, sicherlich, aber eben nur Schatten eines übermächtigen Originals – der Front Line eigene Remix inklusive. Spannender – und wichtiger! – sind da eindeutig die beiden unveröffentlichten Stücke “Attack The Masses” und “Freakuency”. Ersterer ist ein mächtiges Industriebrett mit treibenden Breakbeats und dem Hauch einer Verschnaufpause während des Refrains. Wer dazu tanzen geht, braucht definitiv einen Energydrink oder so etwas in der Art. Letzterer hingegen lässt es etwas ruhiger angehen, kommt ohne Text (und somit Gesang) daher und gefällt durch den hintergründigen Einsatz diverser Samples und der ganz eigenwilligen Atmosphäre. Zusammen sind beides hübsche Ergänzungen für den eh schon großartigen I.E.D. Musikbestand.
Wer nicht bei der Tour dabei war und sich die “Angriff” EP direkt vor Ort mitgenommen hat, kann sich jetzt nachträglich doch noch mit diesem Fan-Item und Sammlerstück ausstatten. Front Line Hörer, die entweder gefallen an “Improvised. Electronic. Device” und/oder am “Angriff” gefunden haben, sollten das auch tun. Zwei sehr schicke Remixe, zwei wichtige weil das Album ergänzende unveröffentlichte Songs und eine Gesamtspielzeit von knapp 50 Minuten sollten als Kaufargument eigentlich schon reichen. Ansonsten verweise ich auch gerne noch mal auf den Umstand sicherlich überschaubarer Restbestände. So, Attacke jetzt! ;)
Wertung
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Trackliste
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Anspieltipps
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