M'era Luna 2009 M'era Luna 2009

Während ca. die Hälfte unseres MG-Camps anschließend dem Sonntag-Headliner „The Prodigy“ frönten, war dem Rest der Bande mehr nach dem eigenen Campingstuhl an selbigem. Mit einer letzten gemütlichen Runde, aber ohne allzu viel Rock´n´Roll im Wohnzimmer, begossen wir mit den letzten Bierreserven das Ende des 2009er M'era Lunas.
Zwischendurch wurde das berüchtigte Partyzelt an der Straße besucht, bei dem wie jedes Jahr noch bis in die Morgenstunden ordentlich Bambule war. Wie die Jungs so einen satten Sound in der Lautstärke für so einen langen Zeitraum auf die Beine stellen, ist bemerkenswert. Irgendwann spürten wir dann aber auch wie der Akku endgültig leer war und hauten uns für ein letztes Mal in die Fallen.

Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle übrigens der Mittelaltermarkt, der bereits zum zweiten Mal auf dem Gelände installiert wurde. Im Gegensatz zum letztjährigen Versuch konnte dieser uns auch deutlich mehr begeistern. Zum Thema passende Attraktionen (wie Frauen in schicken Kostümen, die irgendeine Art Performance auf Stelzen boten oder scheinbar aus einem Dungeon entflohenen, echt merkwürdigen Gestalten) lockerten das Geschehen rund um die zahlreichen Stände, wie man sie überall auf Mittelaltermärkten findet, um einiges auf.

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Klares Highlight dabei war wohl der Stand von Bruder Ignatius, bei dem nicht nur Ablassbriefe für allerhand Sünden erworben werden konnten, sondern der überdies auch mutige Paare für 24 Stunden in den heiligen Stand der Ehe erhob – einen Ehering aus dem Kaugummiautomaten und einer handgemachten Heiratsurkunde inklusive. Frei nach dem Motto: „Da simmer dabei, das ist priiiimaaaaaaa“ machten sich JB und Kayila am Sonntagnachmittag auf, um diesem Spaß beizuwohnen. Zusammen mit dem Bruder unseres Teufelchens und seiner Freundin sollte es zu einer Doppelhochzeit werden – was angesichts der Wartezeit von über einer Stunde, während der so mancher Camp-Bewohner den Schattenkrücken oder [:SITD:] seine Aufmerksamkeit schenkte, durchaus eine vernünftige Entscheidung war. Als nun das Vierergespann gefühlte 14 Stunden später, bei denen Büchsen-Beck's wunderbar als Zeitüberbrücker funktionierte, an der Reihe war, wurde flugs für von und für jeden einer der erwähnten Ringe ausgesucht und Bruder Ignatius – stilecht mit einer Bruder Tuck-Platte auf dem Kopf gesegnet, vollzog die Trauung. Dass der gute Mann dabei dezent sächselte, störte nicht wirklich und machte die Aktion eigentlich nur noch lustiger. Nach der Trauung gab es dann von Teufel auch Hochzeitsgeschenke: eine Packung Kondome für ihren Bruder, damit er sich ja nicht fortpflanzt und eine für JB, damit es bei ihm noch nicht passiert. Alles in allem eine sehr, sehr spaßige Angelegenheit und ganz klar eines der Dinge, die vom diesjährigen Festival noch laaaaange in Erinnerung bleiben werden.

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Am Montag Morgen traten Vicepoint und Ash dann viel zu früh die gemeinsame Heimreise an. Weit sind sie allerdings nicht…Denn die Polizei hat eine Alkohol- und Drogenkontrolle durchgezogen, die sich gewaschen hat! Beide Straßen waren voll von Polizeiautos, wobei gefühlt jeder zweite Wagen herausgezogen worden ist. Uns hat es natürlich auch erwischt und Vicepoint durfte sich unfreiweillig einem Drogentest unterziehen. Während dieser Prozedur erfuhr Ash von einem  Ordnungshüter, dass sowohl Gewalt- als auch Diebstahldelikte in diesem Jahr deutlich zugenommen haben. Dieser Umstand ist natürlich äußerst bedenklich, da gerade das M'era Luna Festival bis dato – vor allem was die Friedlichkeit der Besucher unter einander betrifft – absolut vorbildlich war. Das konnte man jedes Jahr sowohl vor Ort vom Security-Personal hören als auch anschließend in der Presse nachlesen. Wir hoffen nur inständig, dass sich dieser Negativtrend nicht im nächsten Jahr fortsetzen wird, denn so etwas beschmutzt das ansonsten in der Öffentlichkeit doch sehr positive Image des M'era Lunas in erheblicher Weise!
Nachdem alles gut verlaufen ist und wir ohne Probleme weiterfahren durften, wurde das Festival und die dort gewonnenen Eindrücke bei Meckes in Fallersleben in traditioneller Form aufgearbeitet. In Fachkreisen auch „Rezensionsdinnieren“ genannt ;-)

Positiv in Erinnerung bleibt sicherlich abermals das Bombenwetter und die neuen Stände mit kühlen Getränken, die die Schlepperei vom Parkplatz zum zum Teil sehr weit entfernten Camp erheblich erleichtern. Ebenfalls die gewohnt sauberen Toiletten und Duschen sind seit jeher als vorbildlich zu bezeichnen. Was ansonsten die Preise auf dem Gelände betrifft… darüber kann man sicherlich noch einmal diskutieren… 6 EUR für gebrannte Nudeln mit Fleisch ist echt nicht wenig – den gleichen Preis bezahlt man für einen Becher Metchen.

Die Securities dürfen im nächsten Jahr entweder ausgetauscht werden oder sollen sich etwas lockerer machen. Da hat man hier auch schon mal bessere Erfahrungen gemacht. Vor allem die Kollegen mit übergroßem Geltungsbedürfnis können ihre angestaute Aggression in einem Fitness-Studio oder auf dem Fußballplatz abreagieren, aber nicht über das Festival berichtende Personen massiv in ihrer Arbeit behindern oder gar das Equipment beschädigen.

Wenn sich das M'era Luna nicht line-up-mäßig gehörig anstrengt und sich in den Folgejahren verbessert, dann dauert es wirklich nicht mehr lange, bis das Amphi- oder das sich bereits nach zwei Jahren in der Szene etablierte Blackfield-Festival gleichziehen – wenn nicht sogar Hildesheim überholen. Dies haben wir bereits beim Fazit 2008 angedeutet. Der Eindruck hat sich entsprechend verschärft. Uffpasse Hildesheim! Ihr seid nicht allein… Also steigt herab von eurem hohen Ross und tut was für euer Publikum, sonst wird es euch irgendwann doch so ergehen wie einst dem Zillo Festival…

Davon abgesehen gilt: It's all about...

M'era Luna 2009


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