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Im Blickpunkt, KMFDM, Musik-Reviews — Veröffentlicht am 10. März 2011 um 13:28

KMFDM – Krank

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Auf der faulen Haut gelegen haben KMFDM in den letzten Jahren ganz sicher nicht. Im Prinzip konnte man fast schon die Uhr danach stellen, dass alle ein bis zwei Jahre neues Material von KMFDM den Weg in die Plattenläden fand. Dennoch: klassische Single Veröffentlichungen, eigentlich De-facto-Standard bei Alben, waren zuletzt recht selten geworden. Die letzte Single, “Boots”, datiert immerhin schon auf das Jahr 2002 zurück. Macht also 9 Jahre Pause. Wenn nun mit “Krank” aber wieder eine neue KMFDM Single am Start ist, dann kann das eigentlich nur eines bedeuten: Frontalangriff auf Club und Trommelfell!

Der Morsecode am Anfang des Songs wirkt wie eine allerletzte Warnung: “an die Seite jetzt, wir haben Karten für vorne”, scheint er zu sagen, “macht Platz für KMFDM” und meint damit die vielen gesichtslosen Mitbewerber, die im Laufe der Jahre ein Stück von dem eher gitarrenorientierten Industrialkuchen abgegriffen haben. Und die sich dann in den Clubs breit gemacht haben, nahezu parasitär, und die Präsenz von KMFDM in Szeneclubs sehr minimiert haben. Oder gar ganz verdrängt, je nachdem, wo man hingeht. Jetzt ist aber Schluss mit lustig! “Achtung, here we come, with another dirty bomb” heißt es da auch gleich zu Beginn – und dann entfesseln die Herrschaften von KMFDM ein Klanginferno sondersgleichen. Dezent modifiziert im Sound explodiert hier eine Clubgranate sondersgleichen. Natürlich, wir haben hier nach wie vor mehr gebrüllte denn gesungene Texte (die mit jeder Menge ironischem Selbstbezug punkten), fette Gitarrenwände, die wie Breitseiten um die Ohren gefeuert werden und ein hübsch elektronisches Beatgerüst, dass so ziemlich jeden Club, auf den “Krank” losgelassen wird, zum Erbeben bringen dürfte. Das Titelstück kommt auf der Single in drei Versionen her: als Käpt’n K Mix, als Kommor Kommando Mix (wirkt etwas technoider) und als Knark Mix (spendiert dem Song längere Bass- & Beatmomente und stammt übrigens von Tim Skold).

Darüber hinaus bietet die Single den Song “Day Of Light”, ebenfalls in zwei Varianten: der Revenge Mix und der 24/7 Mix. Vor allem letzter Mix weiß durch die eingestreute Spieluhrmelodie und den echt fetten Beat zu gefallen. Auch wenn KMFDM nie weg waren, so fühlt sich “Krank” irgendwie nach einer Art Comeback an. Liegt vielleicht daran, dass KMFDM-Boss Sascha “Käpt’n K“ Konietzko vorletztes Jahr zurück nach Hamburg gezogen ist. Ein Tapetenwechsel tut ja bekanntlich immer gut und wer weiß, vielleicht hatte das auch Einfluss auf den frischen, druckvollen Sound dieser “Single”. Wenn sich das auf dem kommenden Album “WTF?!” fortsetzt, dann steht uns eine echte Industrialbombe ins Haus!

Sicherlich, auf den Alben, die in den letzten 9 Jahren veröffentlicht wurden, war genug Material dabei, was man auch gut und gerne auf die Clubs hätte loslassen können. Irgendwie funktioniert es aber immer besser mit Singles. Wohl der Grund, warum sie überhaupt ausgekoppelt werden. Mit “Krank” ist KMFDM allerdings ein großer Wurf gelungen, ein totsicheres Mittel zum Zweck für die Clubherrschaft. “KMFDM is the drug for you” – Es gibt kein Entkommen, Widerstand ist eh zwecklos – und das ist auch gut so!


Wertung


Trackliste

  1. Krank (Käpt’n K Mix)
  2. Krank (Komor Kommando Mix)
  3. Krank (Knark Mix)
  4. Day Of Light (Revenge Mix)
  5. Day Of Light (24/7 Mix)

Anspieltipps

  1. Krank (Käpt’n K Mix)
  2. Day Of Light (24/7 Mix)

KMFDM – Krank Video

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