Denk ich an Florida, denk ich an Sommer, Sonne, Strandpartys und gute Laune. Diese Assoziationen sind auch eigentlich gar nicht so weit hergeholt, schließlich hat der südöstliche Bundesstaat der USA den charmanten Beinamen “Sunshine State”. Was nicht zwangsläufig heißt, dass neben den Florida Panthers (Eishockey-Band), Bikini-Babes und kühlen Getränken nicht auch musikalisch was geboten wird. Gerade auch im Indie-Rock-Bereich kann der Sonnenscheinstaat ordentlich punkten, mit Bands wie den Black Kids zum Beispiel. Oder eben THE MISSION VEO, deren Debüt “Strangers” nun auch bei uns erhältlich ist.
Hm… irgendwie scheint es bei den ganzen Bands, die in diesem extrem gitarrenlastigen Indie-Sektor, wo die Melodie vor allem von vergleichsweise hohem, männlichen Gesang getragen wird, schwer in Mode zu sein, spontan auf der Bildfläche aufzutauchen und gleich loszurocken wie die Großen. Eigentlich keine schlechte Sache so an sich, bringt nur oft einen Nachteil mit: für Leute, die sich rezensionsschreibend mit einer Band beschäftigen, sind die Informationen auf dem labelseitig mitgelieferten Beipackzettel ziemlich überschaubar gehalten. Ein paar kurze Fakten gibt es aber doch, die ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte: So ganz grün sind The Mission Veo nicht mehr hinter den Ohren, immerhin ist die Band aus Florida bereits seit 2004 aktiv und hat in den Jahren ihres Bestehens bereits reichlich Bühnenerfahrung sammeln können. So unter anderem mit wahren Größen wie etwa Peter Murphy (Bauhaus) oder Paramore oder auch mit den Kollegen von Black Kids (die wir Euch übrigens auch schon mal in einem Review vorgestellt haben). Ansonsten aber schweigt sich der Pressetext vornehm aus, was die biografischen Hintergründe der Band angeht. Nun gut, sei es drum, kümmern wir uns also ausschließlich um das, was vorliegt: die Musik nämlich.
Ich habe es inzwischen ja schon ein paar Mal erwähnt, womit wir es hier zu tun haben: einer schnuckeligen Portion Indie-Rock eher dunklerer Färbung, gezuckert mit leichten Anleihen aus dem Wave Bereich und ganz dezent gepudert mit elektronischem Dance Punk. Und das ganze mit ordentlich Feuer im Blut. Will sagen: Verschnaufpausen gönnen The Mission Veo ihren Hörern nur wenige, den Großteil der sehr überschaubaren 11 Titeln mit ihren 36 Minuten Spielzeit geben die Herrschaften richtig Gas. Und wie das in diesem Genre so üblich ist, sind die stilprägenden Elemente Gitarre und der erwähnte, relativ hohe Gesang. Was The Mission Veo allerdings auf der Haben-Seite verbuchen können und was ihnen somit ein Alleinstellungsmerkmal verschafft ist die Tatsache, dass sie mit raffinierten Gitarrenriffs aufwarten und trotz des gehobenen Tempos noch für interessante, ausgeklügelte Songstrukturen sorgen können. Was letztendlich zur Folge hat, dass “Strangers”, obwohl ganz sicher nicht konkurrenzlos, ein vergnügliches Hörerlebnis darstellt, das allenfalls etwas länger hätte ausfallen dürfen.
Für mich positionieren sich The Mission Veo irgendwo zwischen den Black Kids und ihren Westküstenkollegen Veil Veil Vanish. Geradliniger, nicht ganz so unbeschwert, beinahe schon zu sehr auf Party getrimmt wie die Black Kids, andererseits aber mit mehr Tempo versehen als Veil Veil Vanish. Kurz und gut: Wer sich für diese Musikrichtung erwärmt, der macht mit der Anschaffung von “Strangers” alles richtig. Wer weiß, wenn ich demnächst in sommer-, sonne-, strandbezogene Tagträumereien verfalle, dann vielleicht, weil gerade irgendwo The Mission Veo läuft.
Wertung
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Trackliste
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Anspieltipps
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The Mission Veo – New York Scum – Video









