Die deutsche Band EISBRECHER um Ex-Checker Alexx Wesselsky und Joachen Seibert alias Noel Pix hier ausführlich vorzustellen, ist als überflüssig zu betrachten. Darum fassen wir uns bei der Einleitung dieses Reviews kurz: Die Leinen los legten Eisbrecher im Jahr 2004, als dieses Projekt mit dem gleichnamigen Debütalbum nach der Trennung von Megaherz in See stach. Seitdem nimmt dieser außergewöhnliche Vertreter der Neuen Deutschen Härte kontinuierlich an Fahrt auf und rast buchstäblich mit jedem neuen Output von Erfolg zu Erfolg. So kam es, daß das Major Label Sony/Universal auf Eisbrecher aufmerksam wurde und diese im August 2010 unter Vertrag nahm. Und wie das bei einem Labelwechsel nun mal oft der Fall ist, wittert das Ex-Label (AFM Recordings) noch einmal eine schnelle Mark, indem das noch recht überschaubare Schaffen der ehemaligen Pferde aus dem eigenen Stall als Best-Of-Compilation auf den Markt geschmissen wird. Zuletzt geschehen bei And One, nun trifft es also auch Eisbrecher mit der am 29. April erscheinenden Doppel-CD „Eiskalt“.
Bereits das zweite Studioalbum „Antikörper“ (2006) mit der Club-Hitsingle „Vergissmeinnicht“ enterte die Media Control Charts und schaffte es bis auf Platz 85. Der Nachfolger „Sünde“ (2008) stieg sogar auf Platz 18 ein. Mit ihrem letzten Longplayer feierten Kapitän Alexx und seine Mannschaft ihren bisher größten Erfolg. Mit „Eiszeit“ namen die Bayern im Jahr 2010 noch einmal Kurs auf und legten auf Platz 5 an. Die gleichnamige Single landete ebenfalls in den Top 100 Single Charts. So war es also eine Frage der Zeit, bis das Interesse eines größeren Labels geweckt werden würde.
Hier soll ausdrücklich erwähnt werden, daß die Band diese Best-Of-Platte zu diesem noch viel zu frühen Zeitpunkt nicht gutheißt und weder für die Tracklist noch für das Cover verantwortlich zeichnet. Diese Haltung ist absolut nachvollziehbar, da sich durch das Signing bei Sony zukünftig sicher noch weitaus lukkrativere Möglichkeiten der musikalischen Verbreitung seitens Eisbercher ergeben werden. Sei dies nun in Form von TV-Auftritten, der Berücksichtigung im Radio oder beim Produzieren aufwendiger und kostspieliger Videoclips. Fakt ist: die Reise auf dem Eisbrecher hat eigentlich gerade erst so richtig begonnen. Von daher kommt diese Zwischen-Werkschau wahrlich viel zu früh und kann auch eigentlich nur für neue Hörer der Band von Interesse sein, die bis jetzt noch nicht alle Platten im Schrank haben.
Das Doppel-Album beinhaltet insgesamt 28 Songs, wobei acht Titel davon mal mehr, mal weniger qualitativ hochwertige Remixe sind. Vielleicht sind es aber gerade diese alternativen Fassungen, die den Käufer ansprechen, sollte dieser nicht im Besitz aller Single-Auskopplungen oder Samplerbeiträgen sein. Logisch, daß sich darunter auch die Interpretationen der Remixer Nummer 1 sind: [:SITD:], deren Fassungen von „This is Deutsch“ oder „Kann denn Liebe Sünde sein“ als mindestens gleichwertig mit den Originalversionen zu bezeichnen sind. Weniger Bedeutung ist dem „Klingenklang Mix“ von Noel Pix zum Stück „Leider“ beizumessen, da dieser nicht im Geringsten an die Album-Version heranreichen kann. Interessanter fällt da schon das Ergebnis von The Retrosic aus, die sich ebenfalls diesem Hit annahmen.
Obwohl das Tracklisting nicht von der Band abgesegnet worden ist, liest es sich dennoch außerordentlich gut. Den Anfang macht die Hitsingle „Eiszeit“, dicht gefolgt von den Clubhits „Vergissmeinnicht“, „Herzdieb“ und „Schwarze Witwe“. Im Prinzip finden sich hier wirklich alle wichtigen Eisbrecher-Nummern wieder, ein bunter Strauß eiskalter Rosen aus allen vier alben eben. Da dürfen natürlich „Kann denn Liebe Sünde sein“, „This is Deutsch“ und „Heilig“ vom dritten Longplayer „Sünde“ ebenso wenig fehlen wie „Kinder der Nacht“ oder „Kein Mitleid“ von der „Antikörper“. Aber auch „Willkommen im Nichts“ von der Debütplatte fand den Weg auf diese inoffizielle Best-Of, ebenso der „Gothkiller“ von der „Eiszeit“. Bei dieser Hitdichte drei Anspieltips herauszupicken, gestaltet sich da verständlicherweise sehr schwierig. Deshalb haben wir uns für die beiden ersten Tracks und den Retrosic-Remix entschieden.
Die Videoclips von “Eiszeit” und “Vergissmeinnicht” sowie ein Roadmovie runden diese gute, aber eben nicht ganz ohne Beigeschmack versehene, Werkschau ab.
Für Club-DJs ob der wirklich sehr guten Zusammenstellung eine willkommene Veröffentlichung, um Platz im CD-Koffer zu sparen, für Neulinge eine passende Gelegenheit sich einen musikalischen Überblick zu verschaffen, für alle anderen eine mehr oder weniger überflüssige Angelegenheit.
Wertung
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Trackliste CD 1
Trackliste CD 2
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Anspieltipps
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Videoclip
Tourdaten
- 30.04.11 | Görisried | Allgäu KULTfestival
- 17.06.11 | Braunschweig | Meier Music Hall
- 18.06.11 | Berlin | ZITA ROCK Festival
- 19.06.11 | Erfurt | Stadtgarten
- 24.06.11 | Losheim | Eisenbahnhalle
- 25.06.11 | Aschaffenburg | Colos Saal
- 26.06.11 | Gelsenkirchen | Amphitheater (Blackfield Festival)
- 02.07.11 | München | Tollwood Festival








