Ja, nett, einigermaßen abwechslungsreich, typisch Rotersand. Aber es stimmt schon, die richtigen Kracher ehlen eigentlich.
Ich finde es so schade, dass Bands, die eigentlich so viel mehr können, aus irgendwelchen Gründen hinter ihren Möglichkeiten bleiben. Naja, nächstes Mal dann halt wieder, wa?![]()
Nach welchen Kriterien beurteilen Sie als "Sachverständiger" denn das Können und die Möglichkeiten einer Band?
Ihre Albumrezension beschränkt sich auf die Vergabe bzw. den Entzug einiger recht oberflächlicher Etiketten, ohne auf das musikalisch/textliche, also inhaltliche Geschehen des Albums einzugehen. Von "ausgefeilter Raffinesse", von "nerviger Up-Tempo Nummer" oder "trancigen Spielereien" ist die Rede. Sie konstatieren die Anlehnung des Songs 'Waiting to be born' an 'Merging oceans', worin diese besteht bleibt jedoch offen. Ich selbst konnte weder kompositorisch noch textlich irgendeine Gemeinsamkeit zwischen beiden Titeln feststellen. Den Beleg bleiben Sie schuldig - aber dies zumindest recht selbstbewusst.
An anderer Stelle ist die Rede von "Songs, die vor allem auch von Rascs nach wie vor sehr angenehmer Stimme leben, ansonsten aber auch von irgendwem stammen könnten." Kurz vorher bemühen Sie im Zusammenhang mit dem Song "Bastards Screaming" den Begriff "Rotersand in Reinform". Beiden so vollmundigen wie gegensätzlichen Statements fehlt jeder Nach- oder auch nur Hinweis auf ihre Herleitung aus dem vorliegenden Album. Was macht denn Ihrer Meinung nach diese Band künstlerisch aus? Was also vermissen Sie konkret?
Dass eine Albumbesprechung eine persönliche Sache ist und meines Erachtens nach auch sein muß, sei unbestritten, dennoch sollte sie dem interessierten Leser nicht nur einen Eindruck vom persönlichen Geschmack des Rezensenten vermitteln, sondern auch ein realistischen Bild des Gegenstands der kritischen Betrachtung geben.
Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, es geht nicht um den finalen Punktestand in irgendeinem Wertungskästchen, jeder kann jede Band finden wie er will. Und selbstverständlich haben auch Sie das Recht und die Pflicht zu eigenem Geschmack und Meinung. Als Autor mit einer gewissen Reichweite haben Sie aber auch eine gewisse Verpflichtung zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Objekt der Betrachtung. Schickes Artwork kann schließlich jeder (wie man sieht).
Wäre Ihre Albumkritik das Werk irgendeines gesichtslosen Konsumenten, der seine unreflektierte Meinung kundtut, würde Ihr Artikel herausragen aus dem Meer von unbedarftem Fanzine- und Forumsgebrabbel. Leider aber sind Sie augenscheinlich ein etablierter Autor im Webmag-Bereich und als solcher ist Ihr Artikel ganz klar zu wenig. Zu ausgelutscht und nichts sagend die vielen Worthülsen, zu anmaßend die wenigen Aussagen und zu selbstverliebt die sprachliche Bebilderung. Aber es besteht ja immer noch Hoffnung.
Wow... Glückwunsch JB! Wieder mal zeigt sich: Das größte Lob kommt doch immer von den Kritikern.
Als "etablierter Autor mit einer gewissen Reichweite" bist du dir in Zukunft hoffentlich deiner Verantwortung bewußt - und schreibst weiterhin Kritiken wie du es für richtig hälst
MfG
Lieber sadgod,
zunächst einmal: vielen Dank für das Feedback! Sie dürfen davon ausgehen, dass ich mir Ihre Kritik sehr wohl durchgelesen habe und in meinen zukünftigen Artikeln berücksichtigen werde - in welcher Form auch immer.
Sie gestatten, dass ich aber zu Ihren Ausführungen auch noch ein, zwei Sätze verlieren möchte?
Zunächst einmal:
Beantworten Sie sich diese Frage nicht selbst durch Ihre Vermutung, es handele sich bei meiner Person um einen - wie Sie sagen - etablierten Autor mit einer gewissen Reichweite? (Anm.: Mich würde diesbezüglich ehrlich interessieren, woher Sie diese Vermutung haben. Ich bin neugierig.). Ist es angesichts der von Ihnen vergebenen Atribute (die angekreidete Selbstverliebtheit klammere ich einmal aus, da Texte so und so wirken können) nicht denkbar, dass ich inzwischen (quasi im Laufe der Jahre, die ich das hier schon mache) sehr, sehr viel Musik gehört habe und sich dadurch zumindest eine Art dunkle Ahnung bezüglich Musikkenntnisse gebildet hat und ich mir einfach mal das Recht heraus nehme, meine Meinung zu einem Album kund zu tun?Zitat von sadgod
Zudem möchte ich eines noch einmal festhalten, was mein Anliegen ist: Ich schreibe die Texte aus zwei Gründen: zum einen möchte ich damit unterhalten. Zudem passiert es oft genug, dass ich in den Reviews Einblicke in mein Seelenleben gewähre, was vor allem natürlich für die Leute spannender ist, die meiner Arbeit hier regelmäßig folgen und mich vielleicht auch persönlich kennen. Zum anderen möchte ich erreichen, dass sich unsere Leser hier mit den besprochenen Alben, Büchern, usw. beschäftigen, damit wir uns hinterher darüber unterhalten können - und jeder seine Meinung verkünden kann, die gerne von der im Review abweichen kann. Es geht in keiner Weise darum, ein Statement in die Welt zu setzen, dass quasi meinungsbildend wie in Stein gemeißelt da steht und als Maß aller Dinge gelten soll.
Zu dem Vergleich von "Wating To Be Born" und "Merging Oceans": Ich unterstelle Ihnen jetzt (wohlmeinend) einfach mal Sachverständnis im Bezug auf Musik. Und ich bin mir sicher, dass Sie mir zustimmen, dass Musik Bilder im Kopf des Hörers heraufbeschwört oder Assoziationen oder Erinnerungen weckt. Ich musste bei "Waiting To Be Born" schlicht und ergreifend permanent an "Merging Oceans" denken. Das können Sie gerne anders sehen, aber da Musik und das Schreiben darüber sehr subjektiv ist, wie Sie selbst festgestellt haben, müssen Sie mir meine Eindrücke schon zugestehen.
Zur Auseinandersetzung mit dem Inhalt: Ganz ehrlich - ich betrachte es nicht als meine Aufgabe, die Inhalte eines Albums bis ins kleinste Detail zu sezieren. Wie ich bereits sagte, möchte ich gerne, dass sich die Leser selbst damit beschäftigen, die Inhalte selbst für sich entdecken und ihre eigenen Gedanken machen. Wenn Sie öfter meine Artikel lesen bzw. gelesen haben, werden Sie feststellen, dass ich lieber die bereits angesprochenen Bilder, welche die Musik in mir auslöst, niederschreibe und versuche, die emotionale Komponente zu umschreiben. Das gibt mir mehr kreativen Freiraum. Das gelingt nicht immer, weiß ich. Mir ist auch klar, dass nicht alle meine Texte gleich gut (oder je nach Standpunkt: gleich schlecht sind), aber wenn Sie permanent ohne Fehl und Tadel arbeiten, darf ich Sie dazu herzlich beglückwünschen. Neben der Freiheit, meine Meinung zu diesem oder jenem niederzuschreiben erlaube ich mir übrigens auch, hier und da mal daneben zu liegen. Passiert, gebe ich offen zu.
"Bastards Screaming": Sie werden sicherlich auch zustimmen wenn ich sage, dass Bands - vor allem wenn es sich um eine etablierten Act wie Rotersand handelt - einen ganz typischen Sound haben, der sie von anderen, im gleichen Genre angesiedelten Mitbewerbern unterscheidet. Mit meiner Aussage wollte ich kundtun, dass "Bastards Screaming" in meinen Ohren exakt DAS wiederspiegelt, was ich mit "typisch Rotersand" verbinde. Darüber, ob man dies nun noch weiter erläutern sollte oder nicht, kann man sicherlich streiten. Ich hielt es in dem Moment schlicht und ergreifend nicht für nötig, da Rotersand sicherlich keine Band ist, die nach drei vorangegangenen Alben, diversen Samplerbeiträgen und emsiger Bühnenpräsenz noch einer genaueren Vorstellung bedürfen.
Was ich konkret vermiss(t)e: Habe ich, soweit ich mich erinnern kann, im Review erwähnt. Mir fehlte schlicht und ergreifend der "Mut", neue, unkonventionelle Wege zu gehen, wie es Rotersand beim erwähnten "Welcome To Goodbye" getan haben. "Almost Wasted" oder "Storm" seien hier genannt. Das akustische Eröffnungsstück war mir da einfach zu wenig, genauso wie der Rest des Albums für mich zu sehr auf "das funktioniert ganz sicher" gebügelt wirkte. Aber wie gesagt, das ist alles Geschmackssache. Wenn eine Band allerdings antritt in der Absicht, nur mein bestes zu wollen - mein Geld nämlich - dann darf ich als Musikliebhaber und -käufer auch ebenfalls nur das Beste erwarten. Und das ist bei "Random Is Resistance" nicht der Fall gewesen. Trotzdem ist mein Fazit zu dem Album aber nach wie vor: Kaufen. Ich glaube auch erwähnt zu haben, dass es kein schlechtes Album ist. Nur für mich zu wenig. Ich lege bei einer Band, die schon auf einige Veröffentlichungen zurückblicken kann, andere Maßstäbe an als bei einer, die mit einem Debüt an den Start geht.
Um das ganze an dieser Stelle abzuschließen: Es steht Ihnen frei, sich über meinen Artikel aufzuregen, ihn in der Luft zu zerreissen oder sonst was. Ich bedanke mich noch einmal für Ihr Feedback und lade Sie hiermit ein, auch weiterhin Ihre Meinung kund zu tun. Nichts ist anregender als ein offener Austausch.
Mit freundlichen Grüßen,
JB
@MMI: Natürlich. Ich lasse mich nur höchst ungern verbiegen.![]()
ich find´s richtig süß, daß dieser zwecks Kater so schreckliche Sonntag wenigstens ein kleines amüsantes Highlight parat hatte
Ich persönlich finde es immer interessant/amüsant, wenn sich jemand, der im ersten Moment durchaus diskussionsfähig erscheint, sich durch solche unnötigen Spitzen selber ein wenig in's Abseits schießt.. aber ich will mich hier jetzt gar nicht weiter einmischen... aber wo alle hier grade ihre Meinung sagen, wollt ich auch mal![]()
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